Buchcover: Sonst knallt's!, Edition Eichborn, Autoren: Götz Werner, Matthias Weik, Marc Friedrich

Flucht in Sachwerte Wenn der große Crash kommt

Stand: 20.11.2017, 15:45 Uhr

Geldanlegen mal anders. Wer bei den Wertefonds von Friedrich und Weik einsteigt, will sich primär gegen Verluste absichern. Die Initiatoren malen nämlich ein düsteres Zukunftsbild und setzen ganz auf werthaltige Anlageklassen.

Zugegegen, die Idee ist nicht besonders neu. Gold, Silber oder andere Edel- beziehungsweise Industriemetalle, aber auch reale Anlageklassen wie Grund und Boden, werden immer einen Wert an sich behalten.

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Anlageberater oder Publizisten, die meist lautstark einen Einstieg in dieser Richtung empfehlen, gelten daher schnell als Crash-Propheten. Und nur wenn sie großes Glück haben, wird ihre Botschaft genau dann wahrgenommen, wenn es wirklich den berühmten Crash am Aktienmärkt zu beobachten gibt.

In dieser Hinsicht haben es die beiden Fondsinitiatoren, Bestsellerautoren und Honorarberater Marc Friedrich und Matthias Weik derzeit aber nicht leicht. Denn seit März 2009, spätestens aber mit dem Ende der Eurokrise ab 2012, gelten Finanz- und Eurokrise für die Börse als beendet.

Vor allem die Aktienmärkte steigen seitdem in bisher nie da gewesener Dauer und Tempo von einem Hoch zum anderen. Auch die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind derzeit weltweit so gut wie lange nicht mehr, stellte jüngst der renomierte Vermögensverwalter Jens Ehrhardt gegenüber boerse.ARD.de fest.

Marc Friedrich (r.) und Matthias Weik

Marc Friedrich und Matthias Weik. | Bildquelle: Unternehmen/ Christian Stehle, Asperg

Warum also soll ein Investor da in den seit Jahresbeginn neu aufgelegten Wertefonds der beiden schwäbischen Initiatoren Friedrich und Weik einsteigen? Zumal auch Gold, Silber und andere vermeintlich sichere Anlageklassen wie Grund und Boden zum Teil deutlichen Preisschwankungen unterliegen, also keineswegs risikolos sind.

Eine Versicherung fürs Leben

Marc Friedrich sieht ein Engagement im Fonds denn auch als eine Lebensversicherung für Anleger, die ihr Vermögen in unsicheren Zeiten primär bewahren sollen. Unsichere Zeiten - Friedrich und Weik vermitteln ihre Vision sie in zahlreichen Vorträgen und auch als Autoren von mittlerweile vier Büchern, zuletzt mit dem bezeichnenden Titel "Sonst knallt`s".

Knackpunkt der Fundamentalkritik ist, dass seit der Finanzkrise 2008/2009 die Probleme durch eine scheinbar nicht enden wollende Geldschwemme der Notenbanken übertüncht wurde, die eigentlichen Probleme, etwa im Bankensystem, nicht angegangen wurde.

"Sie (die Banken, die Red.) sind die Krisenverursacher und jetzt sind sie auch noch die Krisengewinnler, weil sie eben too big to fail sind", so der Experte gegenüber boerse.ARD.de. "Gleichzeitig wird der Bürger bei Null Prozent Zinsen und einer Inflation bei knapp 2,0 Prozent enteignet."

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Für Friedrich ist klar: Die Banken müssen an die Kandare genommen werden und zwar weit über das hinaus, was bisher geschehen ist. Er plädiert für ein Trennbankensystem und eine Finanztransaktionssteuer, Änderungen der Eigenkapitalanforderungen wie Basel III oder Solvency II nennt er nur "Nebelkerzen".

Der Euro hat keine Zukunft

In Friedrichs Welt hat auch der Euro keine Zukunft. Die Gemeinschaftswährung teile Europa nämlich eher, als das sie den Kontinent vereine. Der Euro, so der Experte, sei für viele südeuropäische Staaten einfach zu stark was zur Folge habe, dass die Reichen immer reicher würden und umgekehrt. Auch politisch ein Problem, denn gerade in Südeuropa ist die Arbeitslosigkeit hoch.

Und während zahlreiche andere Experten im Ausblick auf 2018 den Euro angesichts guter Konjunkturdaten aus Europa gegenüber dem Dollar stärker prognostizieren, empfiehlt Friedrich eine kontrollierte Wiedereinführung der souveränen Währungen in Europa.

Wertefonds aufgelegt

Wer also als Anleger das Krisenszenario von Friedrich und Weik für wahrscheinlich hält und im Sinne einer Versicherung sein Vermögen schützen will, für den wurde zum Jahresanfang zu 100 Euro pro Anteil der Wertefonds aufgelegt. Gemanagt von der Hamburger Solit-Gruppe enthält er physisch natürlich das als wertbeständig geltende Edelmetall Gold, aber auch Industriemetalle wie Silber oder Kupfer oder andere Rohstoffe.

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Besonders gut gelaufen ist der Fonds der beiden allerdings bisher nicht, das Minus liegt aktuell schon bei rund drei Prozent. Denn an den Kapitalmärkten will einfach keine rechte Katerstimmung aufkommen. Sogar in den sonst saisonal eher schwächeren Börsenmonaten September und Oktober ist es gut gelaufen an den Aktienmärkten, und auch der gescholtene Euro präsentiert sich derzeit ausgesprochen robust.

Aktien gehören aber übrigens auch zum Anlageuniversum, auch solche, die als Übernahmeziel gelten können. Nicht zuletzt ein Grund, warum der Fonds bereits im Sommer 0,06 Euro ausgeschüttet hat. Sofern das Fondsvermögen (aktuell knapp elf Millionen Euro) weiter wachsen sollte ist auch geplant, Ackerböden oder Waldflächen zu erwerben. Friedrich betont, dass der Fonds derzeit der einzige Sachwertefonds ist, der sei Portfolio physisch hinterlegt und börsentäglich handelbar ist.

rm