Tablett mit Münzstapeln

Studie von Allianz Global Investors Warum Dividenden so attraktiv sind

Stand: 12.01.2018, 10:40 Uhr

Noch immer rentieren fast die Hälfte aller Staatsanleihen in der Eurozone unter der Nullprozentmarke. Damit geht reale Kauftkraft verloren. Dagegen können sich Besitzer von Dividendenpapieren über eine Rekordausschüttung freuen.

Nach Berechnungen der Fondsgesellschaft Allianz Global Investors dürften die Dividendenausschüttungen in der Eurozone in diesem Jahr 323 Milliarden Euro erreichen - 23 Milliarden oder 7,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Bis zu 80 Prozent der Gewinne, mehr als jemals zuvor, werden an die Aktionäre ausgeschüttet. Damit erweisen sich Dividendenpapiere einmal mehr als wertschaffende Alternative zu Staatsanleihen.

Daran dürfte sich nach Ansicht von Fondsmanager Jörg de Vries-Hippen vorerst auch nichts ändern. "Der Ausblick für 2018 ist so gut wie lange nicht mehr. Wir rechnen mit einem Gewinnwachstum der Unternehmen von rund acht Prozent, das allerdings bei einem anhaltend starken Euro auch etwas geringer ausfallen könnte. Die Konjunktur in Europa läuft rund, und die Gewinne der Unternehmen dürften sich weiter positiv entwickeln." Damit stehen die Chancen gut, dass die Ausschüttungsquoten der Unternehmen weiter steigen.

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Ausschüttungsfreundliche Europäer

Überhaupt zeigen sich europäische Unternehmen im internationalen Vergleich besonders ausschüttungsfreundlich. So lag deren Dividendenrendite Mitte Dezember 2017 marktweit bei durchschnittlich 3,2 Prozent (Basis: MSCI Europa), und damit deutlich über der Inflationsrate der Eurozone von zuletzt 1,4 Prozent.

Typische gelbe Straßenbahn in Lissabon, Portugal

Straßenbahn in Lissabon, Portugal. | Bildquelle: colourbox.de

Aber auch in anderen Regionen der Welt liegt die Dividendenrendite zum Teil deutlich über den Renditen von 10-jährigen Staatsanleihen. Ganz vorn mit dabei sind Unternehmen aus den Euroländern. Mit 4,47 Prozent wurde 2017 die höchste Dividendenrendite in Europa in Portugal erzielt, gefolgt von Spanien (4,07 Prozent) und Finnland (4,02 Prozent). Großbritannien, für Dividendenjäger traditionell der wichtigste Markt, kommt mit 3,98 Prozent auf Platz vier.

Kursschwankungen ausgleichen

Hierzulande wurde 2017 eine Dividendenrendite von durchschnittlich 2,51 Prozent gezahlt. Damit lag Deutschland auf dem elften Platz, hinter Frankreich und nur knapp vor den Niederlanden. Die Dividendenrendite für den MSCI USA von 1,7 Prozent ist zwar deutlich geringer, hier ist aber zu berücksichtigen, dass US-Firmen, anders als die Europäer, stärker zu Aktienrückkaufprogrammen statt zu Dividendenausschüttungen neigen.

Und noch etwas spricht nach Ansicht von AGI für den Kauf von Dividendenpapieren: Sie tragen wesentlich dazu bei, die Schwankungsanfälligkeit von Aktienrenditen zu glätten. Bei Halteperioden von fünf Jahren und mehr erhält nach den Berechnungen der Fondsgesellschaft rund ein Drittel der Gesamtperformance aus Dividenden. In Europa beträgt der Anteil der Dividendenzahlungen an der Gesamtperformance sogar 38,2 Prozent, gefolgt von Nordamerika (31,0 Prozent) und Asien-Pazifik (ohne Japan) mit 28,9 Prozent.

Damit bleiben Dividendentitel ein unverzichtbarer Teil des Depots eines jeden Anlegers.

lg