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Aktuelle Studie Unternehmen schütten Rekord-Dividenden aus

Stand: 17.04.2018, 12:01 Uhr

So üppig wie in diesem Jahr fiel der Dividendenregen noch nie aus: Die deutschen Aktiengesellschaften versorgen ihre Aktionäre 2018 mit fantastischen 50 Milliarden Euro, wie eine Studie der DSW berechnet hat. Aber am Horizont sehen die Verfasser schon erste Wolken.

Zugegeben, es ist eine Binse - trotzdem wird sie oft bei der Betrachtung des Erfolgs oder Misserfolgs der Geldanlage in Aktien vergessen: Die Anleger sollten nicht nur auf den Aktienkurs schauen, sondern auch die Dividendenentwicklung im Blick behalten. Besonders lohnt es sich in diesem Jahr.

Deutschlands Aktiengesellschaften schütten 2018 erstmals über 50 Milliarden Euro an Dividenden aus. So lauten die Ergebnisse einer Studie, die heute vom isf Institute for Strategic Finance der FOM Hochschule und der DSW (Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz) vorgestellt wurde. Die bisherige Bestmarke aus dem Vorjahr liegt bei 47,1 Milliarden. Sie wird damit um 11,6 Prozent übertroffen.

Dividendensumme nach Marktsegment

Dividendensumme nach Marktsegment. | Bildquelle: DSW Dividendenstudie 2018, Grafik: boerse.ARD.de

Noch mehr wäre möglich

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Anlegers Lieblinge - wer die meiste Dividende zahlt

Den größten Anteil am Dividendenregen haben die 30 Dax-Konzerne. „Alleine die drei Großzahler Daimler, Allianz und Siemens schütten zusammen 10,5 Milliarden Euro aus“, erläutert isf-Director und FOM Dekan Prof. Dr. Eric Frère. Insgesamt verteilen die Dax-Konzerne 35,77 Milliarden Euro aus. Auch die anderen Indizes, MDax, TecDax und SDax  verbuchen Rekorde. Beim SDax steigt die Ausschüttung um sensationelle 46 Prozent auf 1,95 Milliarden.   

»Die deutsche Wirtschaft befindet sich also fast in der schönsten aller möglichen Welten. Hier kein Geld zu verdienen ist nahezu unmöglich. Insofern ist es umso bedenklicher, wenn Unternehmen in diesem Umfeld nicht performen oder sich nicht in der Lage sehen, eine Dividende zu zahlen. Man muss die Frage stellen: Wann, wenn nicht jetzt?«

Marc Tüngler, Hauptgeschäftsführer der DSW           

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Börse 14.00 Uhr: Dividendenrekord

Jeder dritte Dividendenzahler hebt die Ausschüttung gegenüber 2017 prozentual zweistellig an. Aber es wäre noch mehr möglich gewesen: Vielfach bleibt das Dividenden-Plus hinter dem Gewinnwachstum zurück, haben die Studienverfasser festgestellt. Die Ausschüttungsquote liegt in allen Segmenten deutlich unter 50 Prozent. „Unterhalb des SDax schütten nur 55 Prozent der Firmen aus – während rund ein Viertel keine Dividende zahlt, obwohl Gewinne erwirtschaftet werden“, erklärt Prof. Dr. Alexander Zureck, wissenschaftlicher Koordinator am isf.

Und wie wird es im nächsten Jahr laufen?

Die Deutsche Bank, die zuletzt die Schlagzeilen bestimmte, kommt auch in dieser Betrachtung nicht gut weg. Sie ist das einzige Unternehmen aus der Top-Liga der Frankfurter Börse, das die Dividende kürzt.  

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Dividenden: Wann geht die Rekordjagd zuende. | Bildquelle: colourbox.de

Und wie geht es weiter? Tüngler meint, es könne gut sein, dass das Jahr 2019, für das aufgrund der guten Zahlen in diesem Jahr durchaus noch einiges zu erwarten sei, das vorläufige Ende der Dividendenrekordjagd markiere. Denn die wirtschaftliche Situation könnte sich eintrüben. „Erste kleinere Bremsspuren sind auch bei den Unternehmen bereits erkennbar“, kommentiert der DSW-Chef.

ts

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Die Top-5-Dividendenzahler im Dax Mehr als nur Daimler

Die Skyline von Frankfurt am Main

Nur die Banken floppen wieder
Im Dax steigt die Dividendensumme 2018 um 11,5 Prozent auf 35,7 Milliarden Euro. Das ist der stärkste Zuwachs seit 2011. Außer bei der Deutschen Bank (minus 42 Prozent) gibt es keine Kürzung. Die Commerzbank zahlt als einziger Dax-Konzern keine Dividende.

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