1/23

Überblick: Robo Advisors in Deutschland Geldanlage

Vaamo-Websites auf iPad und iPhone

Vaamo
Schnell und einfach zum Spar- oder Anlageziel, das verspricht Vaamo aus Frankfurt, das 2014 an den Start gegangen ist. Über eine kurze Befragung werden Anlageziele und -horizonte abgefragt. Bei der Anlage werden Indexfonds von iShares, der UBS, von HSBC und des US-Anbieters Dimensional eingesetzt, die Fondsanteile lagern bei der Frankfurter Fondsbank. Die Management-Gebühr liegt je nach Anlagesumme bei 0,49 bis 0,79 Prozent, dazu kommen Fondskosten von durchschnittlich 0,3 Prozent und Transaktionskosten von circa 0,15 Prozent jährlich. Die Fondsanteile werden von der FIL Fondsbank verwaltet.

Überblick: Robo Advisors in Deutschland Geldanlage

Vaamo-Websites auf iPad und iPhone

Vaamo
Schnell und einfach zum Spar- oder Anlageziel, das verspricht Vaamo aus Frankfurt, das 2014 an den Start gegangen ist. Über eine kurze Befragung werden Anlageziele und -horizonte abgefragt. Bei der Anlage werden Indexfonds von iShares, der UBS, von HSBC und des US-Anbieters Dimensional eingesetzt, die Fondsanteile lagern bei der Frankfurter Fondsbank. Die Management-Gebühr liegt je nach Anlagesumme bei 0,49 bis 0,79 Prozent, dazu kommen Fondskosten von durchschnittlich 0,3 Prozent und Transaktionskosten von circa 0,15 Prozent jährlich. Die Fondsanteile werden von der FIL Fondsbank verwaltet.

Robo Advisors Quirion

Quirion
Auch die Tochter der Quirin Bank, gemanagt von Consors-Gründer Karl Matthäus Schmidt, mischt in der Online-Vermögensverwaltung mit. Je nach Ausgangslage des Kunden wird hier in ein Portfolio einer Handvoll ETFs investiert. Die Gesamtkostenbelastung liegt bei 0,48 Prozent jährlich (im Basispaket), plus Fondskosten. Die Mindestanlage beträgt 10.000 Euro.

Easyfolio-Logo

Easyfolio
Drei fertige Fondsprodukte, die verschiedene Risikostrukturen abdecken, hat Easyfolio vor drei Jahren auf den Markt gebracht. Das Unternehmen gehört inzwischen zur Privatbank Hauck & Aufhäuser. Der Anleger kann über eine Befragung auf der Website von Easyfolio seinen "risk score" ermitteln und erhält damit eine Empfehlung für einen der drei Fonds, die mit 30, 50 oder 70 Prozent Aktienanteil ausgestattet sind. Innerhalb der Fonds, die aus rund einem Dutzend Einzel-ETFs bestehen, findet regelmäßig ein Rebalancing statt. Die Gesamtkosten liegen bei maximal 0,96 Prozent pro Jahr, inklusive aller Fondskosten.

Ginmon

Ginmon
Der Frankfurter Robo-Advisor baut seine ETF-Portfolios entsprechend der Theorien vom Fama und Markowitz auf: Value-Aktien und Small Caps werden übergewichtet. Die Servicegebühr beträgt 0,39 Prozent zuzüglich Fondskosten zwischen 0,3 und 0,4 Prozent. Ginmon erhebt eine Erfolgsgebühr von zehn Prozent der erzielten Rendite in einem Quartal.

Scalable-Anlagestrategie

Scalable
Das Münchener Unternehmen ist der unumstrittene Marktführer in Deutschland: Die Mindestanlagesumme für die automatisierte Vermögensverwaltung ist 10.000 Euro. Dafür wird das Anlageportfolio über die Risiko-Kennziffer Value at Risk (VaR) gesteuert, je nach ausgewählter VaR und Marktsituation finden laufende Umschichtungen statt. Scalable Capital ist als Finanzportfolio-Verwalter lizenziert. Die Kosten liegen pauschal bei 0,75 Prozent jährlich plus 0,25 Prozent Fondskosten. Scalable arbeitet erfolgreich mit ING-Diba zusammen.

Whitebox-Screenshot auf einem Laptop

Whitebox
Auch Whitebox aus Freiburg ist ein digitaler Finanzportfolio-Verwalter. Die Einstiegshürde liegt hier bei 5.000 Euro, die Kosten liegen bei kleineren Beträgen bei 0,95 Prozent p.a., sinken aber bei größeren Anlagesummen bis auf 0,35 Prozent, plus durchschnittlich 0,22 Prozent Fondskosten. Bei Whitebox wird die Portfoliostruktur nach dem Conditional Value at Risk (CVaR) aufgebaut. Dabei wird für einen Verlustfall nicht nur die Verlustwahrscheinlichkeit, sondern auch die durchschnittliche Höhe von Verlusten berücksichtigt.

Comdirect startet eigenen Robo-Advisor

Cominvest
Seit Mai 2017 hat auch die Commerzbank-Tochter Comdirect einen eigenen Robo-Advisor. Unter der Marke Cominvest können Kunden zwischen drei Modellen der Betreuung beziehungsweise Verwaltung ihrer Anlage durch einen Algorithmus wählen. Eingesetzt werden neben ETFs und Rohstoff-ETCs auch aktiv gemanagte Investmentfonds. Die Kosten betragen "all-in" 0,95 Prozent pro Jahr. Die Mindestanlage liegt bei nur 3.000 Euro.

Fintego-Screenshot

Fintego
Auch bei Fintego, Marke der Fondsbank eBase, die zum Commerzbank-Konzern gehört, fallen die Managementkosten für die fünf ETF-Portfolios bei höheren Anlagebeträgen (ab 50.000 Euro). Sie liegen zwischen 0,45 und 0,95 Prozent, plus durchschnittlich 0,25 Prozent Fondskosten. Ein Rebalancing wird hier abhängig von zuvor definierten Verlustschwellen durchgeführt.

Liqid-Screenshot auf einem Laptop

Liqid
Als digitales Family Office sieht sich die Berliner Liqid, das Unternehmen arbeitet eng mit der Vermögensverwaltung HQ Trust zusammen, dem Vermögensverwalter der Familie Harald Quandt. Anleger können hier zwischen zwei Portfolio-Strategien wählen, die unterschiedlich aufwändig sind und mit Verwaltungskosten zwischen 0,67 und 1,69 Prozent (inklusive Fondskosten) zu Buche schlagen. Liqid hat mit 50.000 Euro derzeit die höchste Mindesteinlage unter den Branchen-Vertretern.

Visualvest-Screenshot

Visualvest
Die Frankfurter Visualvest erhebt eine monatliche Servicegebühr von 0,05 Prozent, oder 0,6 Prozent monatlich für ihre Dienste. Hier kann der Anleger zwischen einer Reihe passiver ETF-Strategien, Strategien mit aktiv gemanagten Fonds und den "Green"-Strategien wählen, die auf Nachhaltige Fonds setzen. Jährlich findet ein Rebalancing statt. Partnerbank ist hier die Union Investment Service Bank AG (USB).

Screenshot MeinInvest VR Bank Mittelfranken West

MeinInvest
Eine Reihe von Volks- und Raiffeisenbanken haben mit "Meininvest" ebenfalls bereits einen "Robo" im Angebot. Das Tool ist eine White-Label-Lösung von Visualvest. Zu den 0,72 Prozent Verwaltungsgebühr kommen hier noch Fondskosten.

Growney-Screenshot

Growney
Seit Mai 2016 mischt die Berliner Growney im Markt für Robo-Advisors mit. Für Anleger gibt es beim Investieren in fünf verschiedende ETF-Portfolien keine Mindestanlage. Die Gewichtung der Aktienanteils richtet sich nach der Wirtschaftskraft der jeweiligen Regionen. Die Gebühren liegen bei 0,99 (unter 10.000 Euro Einlage) bis 0,39 Prozent (bei über 50.000 Euro Einlage) plus Fondsgebühren. Bankpartner ist die Hamburger Sutor Bank.

Sina Santander-Screenshot

Sina - Santander
Die spanische Santander Bank hat bei ihrem Anlagetool auf die Expertise der Frankfurter Vaamo zurückgegriffen. Für eine Servicepauschale von einem Prozent (zzgl. Fondskosten) können Santander-Kunden Sparziele definieren und eines von drei ETF-Portfolien besparen. Derzeit wird das Angebot allerdings überarbeitet - Sina nimmt (vorübergehend?) keine Neukunden mehr an.

Investify-Logo

Investify
Der Robo-Advisor mit Sitz in Luxemburg ist erst im März 2017 an den Start gegangen. Individuelle Anlageportfolios werden hier mit ETFs aus dem Hause iShares abgebildet. Neben ETFs kommen aber auch aktiv gemanagte Fonds zum Einsatz. Bei der Anlage werden auch Themenbereiche berücksichtigt, die Anleger besonders interessieren. In einer "All-in-Fee" von einem Prozent sind neben den Fondskosten alle Kosten abgebildet. Partner ist die Münchener Baader Bank.

Bevestor-Logo

Bevestor
Auch das Sparkassen-System schmückt sich inzwischen mit einer Online-Vermögensverwaltung. Dabei wird allerdings lediglich in drei nach Risikoneigung unterschiedene Fondsprodukte der Tochter Deka investiert. Dabei wird allerdings jeweils in aktiv gemanagte Fonds investiert. Zusammen mit einer Gebühr von jährlich 0,80 bis 1,0 Prozent und Fondsgebühren zwischen 1,23 und 1,29 Prozent per anno, ist die Lösung die teuerste am Markt. Dafür kann bereits mit einem Einmalbetrag von 1.000 Euro oder monatlichen Sparbeträgen von 25 Euro monatlich eingestiegen werden.

Robin Anlagestrategie

Robin, Deutsche Bank
Recht spät und eher im Verborgenen hat die Deutsche Bank Ende November ihren "Robin" bei der Direktbank Maxblue gestartet. Branchenüblich erfolgt eine Einordnung des Anlegers nach seiner Risiko-Einstufung. Die Portfolien werden wie bei der Konkurrenz über ETFs strukturiert. Die Zusammensetzung des Portfolios wird durch Robin börsentäglich überwacht und "bei Bedarf" umgeschichtet. Die Investment-Strategen der Deutschen Bank sollen dazu regelmäßig Kapitalmarkteinschätzungen in die Algorithmen einspeisen, die für die Zusammensetzung und Anpassung der Portfolios genutzt werden.
Je nach Größe des Anlagebetrages verlangt die Bank zwischen 0,80 und 1,00 Prozent an Gebühren pro Jahr. Dazu kommen aufs Jahr gesehen nochmals 0,25 Prozent an Gebühren, die durch die eingesetzten ETFs anfallen und an den Kunden weitergegeben werden.

Werthstein

Werthstein
Seit Anfang Januar 2018 ist mit Werthstein ein weiterer Anbieter ins Rennen um Kundengelder gestartet. Bei den Anlageportfolios werden hier nicht nur die Signale des Anlagealgorithmus umgesetzt, sondern auch Einschätzungen von Kapitalmarktexperten. Letztere entwickeln zudem bestimmte "Zeitgeist"-Themen wie den 3D-Druck, in die Anleger dann mit Teilen ihrer Portfolios investieren können. Derzeit bietet Werthstein 15 solcher "Zeitgeists" an. Anders als die meisten Konkurrenten kostet das Management bei Werthstein pauschal 57 Euro monatlich plus 0,25 Prozent jährlicher Depotgebühr bei der Baader Bank, der Partnerbank. Damit will Werthstein vor allem bei höheren Anlegersummen attraktiver als die Konkurrenz sein.

Fundamental Capital

Fundamental Capital
Ebenfalls bei der Baader Bank werden die Gelder und Wertpapiere der Kunden von Fundamental Capital gemanagt. Das Know-how liefert das Startup aus Willich, das einen in der Branche ganz eigenen Weg geht: Statt auf ETFs setzt Fundamental Capital in erster Linie auf das direkte Investment in Aktien. Daneben können auch Short-Positionen über entsprechende ETFs eingegangen werden. In der Regel enthalten die Aktien-Portfolios nicht mehr als zehn bis 20 Titel. Mit 50.000 Euro ist die Einstiegshürde für Kunden recht hoch. Die Verwaltung des Aktien-Portfolios kostet ein Prozent pro Jahr pauschal, dazu kommt eine Performance Fee von zwölf Prozent auf die erzielte Rendite, die quartalsweise erhoben wird.

Weltsparen (Screenshot Website)

WeltInvest
Auf dem Weg zum Robo-Advisor befindet sich das Portal "Weltsparen", das mit "WeltInvest" in Kürze eigene ETF-Portfolios mit automatischem Rebalancing anbieten will. Die Wende vom Fest- und Tagesgeld-Vermittler zum Online-Vermögensverwalter steht in engem Zusammenhang mit dem Einstieg des US-Zahlungsgiganten PayPal bei der Weltsparen-Mutter Raisin, Ende 2017. In den USA bietet PayPal in Kooperation mit dem US-Startup Acorns bereits ETF-Portfolios an. PayPal-Kunden können dabei direkt über die PayPal App in ETF-Portfolios von Acorns investieren. Acorn bietet fünf unterschiedliche ETF-Portfolios an.

Wüstenrot

Wüstenrot
Auch die Wüstenrot Bank ist mit "Wüstenrot ETF Managed Depot" ins Robo-Geschäft eingestiegen. Das Angebot ist auf fünf Anlagestrategien beschränkt, der Mindestanlagebetrag liegt bei 2.500 Euro. Auch Spar- und Auszahlpläne sind im Angebot. Die Gewichtung der eingesetzten Assetklassen wird regelmäßig angepasst. Die Kosten liegen bei maximal 0,95 Prozent jährlich. Hierin sind auch die Fondskosten enthalten.

Solidvest-Screenshot

Solidvest
Der Vermögensverwalter und Fondsanbieter DJE Kapital hat 2017 die Online-Vermögensverwaltung Solidvest gestartet. Die Mindesteinlagesumme liegt 25.000 Euro im höheren Bereich. Solidvest setzt nicht auf ETFs, sondern investiert direkt in Aktien und Anleihen. Auf Grundlage Empfehlungen des eigenen Research-Teams werden die Portfolien bestückt. Das jeweilige Verhältnis von Aktien zu Anleihen richtet sich nach der Risikoneigung. Die Kosten liegen bei jährlich 1,1 bis 1,4 Prozent. Dazu kommt eine Gewinnbeteiligung von zehn Prozent der Renditen.

United Signals-Screenshot

United Signals
Auch der Anbieter von Trading-Strategien privater Handels-Experten ist unter die Robo-Advisors gegangen. Unter sechs Strategien kann der Anleger hier auswählen, darunter auch drei Themenstrategien. Ein Rebalancing erfolgt nach zeitlichen Kriterien, kann aber auch bei starken Abweichungen in der Wertentwicklung einzelner Portfolio-Bestandteile vorgenommen werden. Je nach Anlagevolumen werden zwischen 0,29 und 0,49 Prozent pro Jahr fällig, plus Fondskosten.

JustETF-Screenshot auf Notebook, Tablet und Smartphone

JustETF
Eher ein Beratungs-Tool für Anleger, die ein eigenes ETF-Portfolio zusammenstellen oder Musterportfolios übernehmen wollen. Kosten fallen nur in der Premium-Version (ab 9,90 Euro monatlich) an, die Fonds- und Transaktionskosten hängen hier vom eigenen Broker ab. Eine Management Fee entfällt aber. Vor allem für gut informierte Selbst-Entscheider gedacht.

Mehr zum Thema: Online-Vermögensverwalter sammeln Milliarden