Social Trading

United Signals Trading-Experten handverlesen

von von Andreas Braun

Stand: 26.04.2013, 11:35 Uhr

Der Börsenprofi handelt, und viele Anleger handeln mit, gleichzeitig und vollautomatisch. Die Idee des "Mirror-Trading" wird auch in Deutschland immer populärer. Der Frankfurter Anbieter United Signals legt vor allem Wert auf den nachhaltigen Erfolg bei Tradern und "Followern".

Daniel Schäfer 1408. | Quelle: Unternehmen

Erst seit rund einem Jahr bereichert United Signals den Markt für Mirror-Trading-Plattformen in Deutschland. Der Grundgedanke ist ähnlich wie bei bereits arrivierten Anbietern, etwa von Ayondo oder Wikifolio. Erfolgreiche Trader stellen ihre Expertise anderen Anlegern zur Verfügung. Diese können die einzelnen Trades simultan auf ihren Konten nachhandeln und – so wünschen es sich wohl alle Beteiligten  - an den Gewinnen der "Leader" partizipieren.

Das Frankfurter Unternehmen geht allerdings auf der Suche nach diesen erfolgreichen Trading-Vorbildern einen anderen Weg als die Konkurrenz: "Wir sprechen gezielt Experten mit jahrelanger Erfahrung an, ihre Strategien bei uns anzubieten", so United-Signals Gründer Daniel Schäfer gegenüber boerse.ARD.de. Nur diese seien in der Lage, für die Investoren langfristig erfolgreich zu agieren.

Risiko-Vorgaben sollen schützen

Um bei den Anbietern die Spreu vom Weizen zu trennen, müssen die Signalgeber eine 100-tägige Zertifizierungs-Phase überstehen. Dabei sind strenge Risiko-Vorgaben einzuhalten, etwa die Größe der Position: Nie darf mehr als zwei Prozent des Depotwertes für einen Trade eingesetzt werden, stets muss ein Stop-Loss, also eine Verlustbegrenzung in dieser Höhe schon bei der Aufgabe des Kaufauftrages eingegeben werden. Zusätzlich schützt das integrierte Risikomanagementsystem von United Signals die Anleger und begrenzt den maximal möglichen Verlust auf 30 Prozent des investierten Kapitals..

Zudem hält United Signals auch persönlichen Kontakt zu den Profis, die sich auf der Plattform präsentieren dürfen. Und auch nach deren Zertifizierung wird geprüft, ob die Transaktionen die voreingestellten Risikoparameter einhalten. "Ein Trade, der dagegen verstößt, wird gar nicht zum Kunden durchgeroutet, der einen der Trader abonniert hat", erklärt Schäfer.

Er und der zweite Geschäftsführer Dirk Wegener, die selbst bei verschiedenen Banken gearbeitet haben, erhoffen sich vor allem von professionellen Händlern Zulauf, die bei Banken oder Brokern schon einen langen "Track Record" aufgebaut haben, aber nun erfolgreiche Handelsansätze auf eigene Faust vermarkten wollen. Ihnen nimmt United Signals die Aufgabe ab, interessierte Kunden anzulocken, die Strategie öffentlichkeitswirksam zu vermarkten und die Follower-Depots technisch anzubinden. "Uns ist wichtig, dass die Profis mit ihren gewohnten System und Programmen arbeiten können und sich voll aufs Traden konzentrieren können." 

Lieber Klasse statt Masse

Derzeit hat nur rund ein Dutzend Anbieter die Qualitätsprüfung bei United Signals erfolgreich hinter sich gebracht, weitere 50 sind in der Erprobungsphase. Doch nicht jeder von ihnen wird überhaupt jemals die Zulassung schaffen, meint Schäfer, der sich mit einer überschaubaren Anzahl von angebotenen Strategien ohnehin wohler fühlt.

Im Gegensatz zu vielen anderen Mirror-Trading-Anbietern verdienen die Signalanbieter bei United Signals nicht am Handelsvolumen, das sie für sich und ihre Anhänger erzeugen, sondern ausschließlich an der positiven Wertentwicklung: Lediglich bei neuen Kapital-Höchstständen wird eine Performance-Fee von 20 Prozent auf die erzielten Gewinne fällig, von denen der Trader drei Viertel und United Signals ein Viertel erhält. Von den Partner-Brokern profitiert das Unternehmen zudem noch durch Großhandels-Rabatte auf den Spread, also die Differenz von An- und Verkaufspreis bei einem Handelswert wie etwa dem Euro-Dollar-Kurs.

Fondsmanager und Vermögensverwalter vertreten

Vielfach bieten die Signalgeber, darunter auch Vermögensverwalter und erfolgreiche Fondsmanager, Währungsstrategien an. Sie setzen also etwa auf eine Aufwertung des Euro gegenüber dem US-Dollar oder einen weiteren Verfall des japanischen Yen gegenüber der Gemeinschaftswährung.

Wer als Kunde von den Profi-Diensten profitieren will, muss ein Konto bei einem der Partner-Broker von United Signals eröffnen, darunter der Forex- und CFD-Anbieter FXCM und die Citigroup-Tochtergesellschaft CitiFX. Der Mindesteinsatz für ein "Follower"-Depot variiert von Strategie zu Strategie, liegt aber bei mindestens 2.000 Euro.

Neue Anlagevariante: Zertifikate

Aber auch, wer mit noch kleineren Beträgen bei der neuen Form der Anlage einsteigen will, hat dazu seit kurzem Gelegenheit. United Signals hat seit Ende vergangener Woche ein Zertifikat im Angebot, das eine Strategie auf den Euro-Dollar-Kurs abbildet. Der Mindestbetrag, der hier investiert werden muss, liegt bei 100 Euro. Als Strategie-Anbieter hat United Signals dafür Joachim Goldberg gewonnen, der mit seinem Unternehmen Cognitrend schon seit Jahrzehnten Markttrends auf der Spur ist und diese mit eigenen Handelsstrategien im Währungsbereich nutzt (s. dazu unser Interview). Das Zertifikat wird von der Landesbank Berlin emittiert und ist an allen Börsenplätzen und bei allen Banken und Brokern handelbar.

Für United Signals ist diese Art der Verbriefung von Expertenwissen eine weitere Möglichkeit, Börsenprofis und Anleger zueinander zu bringen. Allerdings sind auch andere Wege für Gründer Daniel Schäfer denkbar. "Wir könnten uns auch vorstellen, Strategien als Fonds anzubieten, wenn die entsprechende Nachfrage vorhanden ist." Entscheidend sei die Qualitätskontrolle der Anbieter und der Schutz der Anleger vor unkalkulierbaren Risiken.