Hand einer alten Frau wirft eine Münze ins Sparschwein

Aktuelle Umfrage Deutsche Anleger bleiben stockkonservativ

Stand: 13.08.2019, 13:40 Uhr

Trotz dauerhafter Nullzinsen und Mini-Erträgen bei Lebensversicherungen: Die Bundesbürger rücken von ihrer konservativen Haltung in Sachen Geldanlage nur zögerlich ab. Das zeigt auch wieder eine aktuelle Studie von Marktforschern.

"Sicherheit" ist weiterhin das wichtigste Kriterium bei den Deutschen, wenn es um Geldanlage geht - diese Erkenntnis gilt nach einer Umfrage der Marktforscher von Kantar TNS für alle Altersgruppen. Danach folgt "Verfügbarkeit" und dann erst "Rendite". "Nachhaltigkeit" als Kriterium wird laut den Experten noch eher selten genannt. Die Bereitschaft, bei der Geldanlage ein höheres Risiko einzugehen und so Renditechancen zu erhöhen, sei "sehr gering ausgeprägt", so die vom Bundesverband deutscher beauftragte Studie: Mehr als acht von zehn Befragten (82 Prozent) lehnten diesen Gedanken ab.

Sparbuch und Lebensversicherung

Entsprechend sieht die Verbreitung vermeintliche sicherer, aber renditeschwacher Finanzprodukte denn auch aus. Verbraucher in Deutschland setzen trotz mickriger Zinsen weiter überwiegend auf traditionelle Geldanlagen. Danach dominieren bei Geldanlagen in Deutschland nach wie vor das Sparbuch, die Lebensversicherung und der Bausparvertrag: 41 Prozent der befragten Anleger nutzen das Sparbuch, 33 Prozent setzen auf die Lebensversicherung sowie 30 Prozent auf den Bausparvertrag. Es folgen Immobilien (25 Prozent) und Tagesgeld-Anlagen (23 Prozent).

Bei den meisten dieser Spar- und Anlageformen verlieren die Sparer unter dem Strich sogar jährlich Geld, denn die Inflationsrate liegt zumeist über den Erträgen der Sparbücher oder Tagesgeldkonten. Nachhaltige Geldanlagen, etwa in umweltfreundliche Aktien oder Fonds, spielen ungeachtet der Klimadebatte bisher eine eher untergeordnet Rolle, wie aus der Umfrage hervorgeht.

Immer mehr Banken und Sparkassen verlangen - bisher von vermögenden Privatkunden - inzwischen sogar noch Gebühren für das Verwahren von Guthaben und Depots, die Renditerechnung per Sparbuch wird dadurch eigentlich noch unattraktiver.

Geld auf der Seite, aber nicht für Aktien

Dabei mangelt es den Bundesbürgern nicht an frei verfügbaren Mitteln. Gut ein Drittel der Sparer legt monatlich bis zu 100 Euro zurück, ein Fünftel bis zu 200 Euro, ein weiteres knappes Fünftel spart bis zu 500 Euro. Sparziele sind Vorsorge für Notfälle, größere Anschaffungen und die Altersvorsorge, so die Forscher.

Aktien als Anlageform führen in Deutschland, anders als etwa in den USA oder den skandinavischen Ländern, weiterhin nur ein Exotendasein bei den Deutschen: Nur ein knappes Viertel der Anleger (23 Prozent) besitzt Aktien, Aktienfonds oder andere Wertpapiere.

AB