Was die Kunst über Aktien verrät Sotheby's - der Bubble-Indikator

Stand: 18.08.2015, 12:38 Uhr

Die Kunst-Aktie hat meist einen untrüglichen Riecher: Sotheby'y riecht Blasen am Finanzmarkt. Woher kommt das? Und wie hilfreich war das beim China-Crash.

Wenn die Leute anfangen, im Geld zu schwimmen, wissen sie oft erst nicht, wohin damit. Bis sie auf die Kunst kommen. Dann kann es zu einem spektakulären Boom kommen. Bieterwettläufe sind die Folge, immer neue Höchstpreise bei Auktionen.

Davon profitieren auch die Auktionshäuser, sie verdienen in der Regel mehr, was sich im Aktienkurs niederschlägt. Die Aktie von Sotheby's gilt daher als Indikator für die Entwicklung am Aktienmarkt. Was den Kurs des Auktionshauses beeinflusst, kommt auch am Gesamtmarkt an, im Guten wie im Schlechten, meist mit noch größerem Impuls.

Der Aktienkurs des Kunsthändlers gilt vor allem als einer der besten Indikatoren für Blasen am Aktienmarkt. Analysten haben die Parallelen entdeckt: bei der japanischen Blase in den späten 80er Jahren, der New Economy-Blase in den späten 90er Jahren und ebenso bei der Blase am US-Häusermarkt – allen drei ging ein steiler Anstieg der Sotheby's Aktie voraus, gefolgt von einem steilen Absturz.

Laut Ed Hyman von Evercore ISI Hyman, der diese Parallelen analysiert hat, könnte die nächste große Marktblase den Sotheby's-Kurs auf 75 Dollar schicken.

Sotheby's und der China-Crash

Vor dem China-Crash gab es allerdings keine Signale von der Aktie des Kunsthauses. Erst zwei Wochen nach dem oberen Wendepunkt im chinesischen Aktienindex SSE Composite startete die Abwärtsbewegung der Sothebys-Aktie. In dem Fall scheint es, als sei Sotheby's dem Gesamtmarkt hinterher gelaufen: Das Platzen der China-Blase schlug auf den Kunstmarkt durch. Vielleicht kann man aber auch den Absturz der Sotheby's-Aktie im Herbst 2014 als Warnsignal verstehen.

Jedenfalls sind die Parallelen unübersehbar: Die immer höheren Summen bei Kunstauktionen sprechen für eine Übertreibung. Der starke Kursanstieg am chinesischen Aktienmarkt seit Mitte letzten Jahres, und beschleunigt ab März dieses Jahres ebenso.

Kunstexperten warnen, dass die Blase am Kunstmarkt platzen könnte, im Elitebereich könnten die Preise um 10 bis 15 Prozent fallen. Ein wenig Luft ist nach den Rekorden im Mai schon entwichen - dank China-Crash. Doch ebenso schnell könnten die Preise am Kunstmarkt auch wieder steigen. So war es nach dem Börsencrash 2008. Der Kunstmarkt erholte sich schneller als andere Investmentklassen. So kann es auch nach dem China-Crash sein. Die Sotheby's Aktie zeigt allerdings momentan noch - abwärts.

bs

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