US-Berichtssaison 3. Quartal

Steigende Gewinne erwartet Sorgt die US-Berichtssaison wieder für Ruhe?

Stand: 12.10.2018, 06:45 Uhr

Am Freitag haben die Großbanken JPMorgan, Citigroup und Wells Fargo die Berichtssaison zum dritten Quartal eingeläutet. Analysten erwarten weiter steigende Gewinne - vor allem dank der Trump'schen Steuerreform.

Die US-Wirtschaft ist im zweiten Quartal so stark gewachsen wie seit fast vier Jahren nicht, im Jahresvergleich um 4,2 Prozent. Im abgelaufenen dritten Quartal dürfte sich das Wachstum etwas abgeschwächt haben. Dennoch erwarten die meisten Ökonomen auch für die Zeit zwischen Juli und September überdurchschnittliche Anstiegsraten.

Entsprechend positiv dürfte sich die brummende Konjunktur auf die Unternehmensgewinne ausgewirkt haben. Hans-Jörg Naumer, Anlagestratege bei der Fondsgesellschaft Allianz Global Investors, erwartet ein durchschnittliches Gewinnwachstum der großen US-Unternehmen von 20 Prozent. Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer geht für die im S&P 500 Index notierten Firmen sogar von einem Gewinnanstieg im dritten Quartal von 25 Prozent aus - ähnlich wie bereits im zweiten Quartal.

"Glänzende Verfassung der US-Konzerne"

Die Hälfte davon dürfte auf die Steuerreform von Präsident Donald Trump zurückgehen. US-Quellen wie die Researchfirma Zacks prognostizieren einen durchschnittlichen Gewinnanstieg der S&P 500-Firmen von knapp 18 Prozent.

Auch Frank Klumpp von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) ist sich sicher, dass die neuen Quartalszahlen "einmal mehr die glänzende Verfassung der US-Konzerne belegen werden". Er schließt deshalb nicht aus, dass die Zahlen wieder etwas Ruhe in den Aktienmarkt bringen werden, vielleicht sogar für positive Impulse sorgen.

Geringeres Umsatzwachstum

Allerdings dürfte sich das Umsatzwachstum der S&P 500-Unternehmen im dritten Quartal etwas verringert haben. Im Schnitt wird mit einem Plus von 7,2 Prozent gerechnet, nach knapp zehn Prozent in den drei Monaten zuvor.

Dabei sollte es erneut große Unterschiede zwischen den einzelnen Wirtschaftszweige geben. Während die Gewinne der Ölfirmen wegen des starken Preisanstiegs um bis zu 90 Prozent in die Höhe geschossen sein müssten, rechnen Experten mit einem Rückgang von 3,5 Prozent bei den Autobauern.

Starke Bankzahlen erwartet

Dagegen wird erwartet, dass die Finanzkonzerne, allen voran die Investmentbanken an der Wall Street, erneut sehr starke Zahlen vorlegen. So sagen Experten voraus, dass JPMorgan ihren Platz als größte und erfolgreichste Investmentbank der USA - noch vor dem Konkurrenten Goldman Sachs - im dritten Quartal behauptet hat.

Donald Trump

Donald Trump. | Bildquelle: picture alliance/ZUMA Press

Rückläufige Erträge im Handels- und Hypothekengeschäft seien durch die gestiegene Zinsmarge ausgeglichen worden. Auch die anderen Banken und Versicherungen sollten von den gestiegenen Zinsen in den USA profitiert haben.

Gedämpftes Kurspotenzial

Für das neu gebildete S&P-Segment Kommunikationsdienste (Communication Services) wird mit einem Gewinnwachstum bis zu 19 Prozent gerechnet. In dem neuen Sektorindex werden seit September unter anderem der Internetkonzern Alphabet (mit Google), der Nachrichtendienst Twitter, das soziale Netzwerk Facebook und der Streaminganbieter Netflix geführt, die bislang dem Technologiesegment angehörten. Vor allem Facebook und Twitter haben nach enttäuschenden Zahlen im zweiten Vorquartal erhebliche Kurseinbußen erlitten.

Trotz der insgesamt guten Aussichten für die Berichtssaison bleibt das Potenzial für Kurssteigerungen wegen der weiter steigenden Zinsen und der attraktiveren Anleiherenditen gedämpft, erklären die Experten. Tatsächlich deutet der robuste Arbeitsmarkt in den USA auf weitere Leitzinserhöhungen hin. Für Störfeuer sorgt auch der weiter schwelende Handelskonflikt mit China. Insgesamt könnte die US-Berichtssaison den Anlegern aber die Furcht vor einem Crash an den Aktienmärkten nehmen.

lg

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