US-Berichtssaison 4. Quartal

Weiter steigende Gewinne So wird die US-Berichtssaison

Stand: 11.01.2018, 13:03 Uhr

An diesem Freitag ist es wieder so weit: Die US-Unternehmen lassen sich in die Bücher schauen. Fachleute rechnen mit anhaltend starken Zahlen - auch wegen des schwächeren Dollar.

Den Auftakt machen die beiden Banken JPMorgan und Wells Fargo. Auch der Vermögensverwalter Blackrock will am Freitag seine Zahlen vorlegen. In den nachfolgenden drei Wochen wird die Berichtssaison an Dynamik gewinnen, so dass bis anfang Februar drei Viertel aller S&P 500-Unternehmen über das abgelaufene Quartal berichtet haben werden. Nun muss sich zeigen, ob die kräftigen Kursgewinne der letzten Wochen gerechtfertigt waren.

Angesichts der weltweit brummenden Konjunktur gehen die Fachleute erneut von einer starken Bilanzsaison in den USA aus. Schätzungen zufolge dürften die Unternehmen des S&P 500 im vierten Quartal einen durchschnittlichen Gewinnzuwachs (im Jahresvergleich) von 8,6 bis 10,5 Prozent erzielt haben. Das ist deutlich mehr als das in den Sommermonaten erreichte Plus von 6,7 Prozent. Im Durchschnitt wird mit einem Gewinn je Aktie von 34,90 Dollar gerechnet.

Schwacher Dollar, starke Konjunktur

Neben den positiven makroökonomischen Rahmenbedingungen für den US-Unternehmenssektor dürften die Firmen - vor allem natürlich die internationalen Konzerne - auch vom weiter schwächelnden Dollar Rückenwind erhalten haben. Im Vergleich zum vierten Quartal 2016 hat der Dollar gegenüber dem Euro um knapp 15 Prozent an Wert verloren. Eine schwache amerikanische Währung verbilligt die Waren der weltgrößten Volkswirtschaft für Käufer außerhalb des Dollarraums.

Diese beiden Faktoren, eine kräftig wachsende Weltwirtschaft und ein schwächerer Dollar, sorgen für eine optimistische Grundhaltung. Alle elf im S&P 500 enthaltenen Sparten dürften steigende Gewinn- und Umsatzzahlen vorlegen. Zudem dürften einige Unternehmen von Aufhol- und Wiederaufbaueffekten profitieren, die sie in der Hurrikan-Saison, also vorwiegend im dritten Quartal erlitten haben. Die meisten Analysten erwarten daher eher positive als negative Überraschungen, zumal die Steuerreform für weitere Entlastungen und damit für steigende Gewinne sorgen dürfte.

Ölbranche an erster Stelle

Wegen des zuletzt kräftig gestiegenen Ölpreises und der vorherigen Kostensenkungsprogramme der Konzerne dürfte die Energiebranche erneut den stärksten Gewinnanstieg aller Sparten verzeichnet haben. Fachleute erwarten ein Plus 168,4 Prozent gegenüber dem vierten Quartal 2016. Gleichzeitig wird ein Umsatzanstieg von 23,5 Prozent erwartet. Die Anleger von ExxonMobil, Chevron, ConocoPhillips und Marathon Petroleum können sich also auf gute bis sehr gute Zahlen freuen.

An zweiter Stelle folgt der Technologiesektor. Die Fachleute der Researchfirma FactSet prognostizieren einen Gewinnanstieg im dritten Quartal um 13,5 Prozent, also deutlich mehr als im dritten Quartal. Die Umsätze werden 8,4 Prozent höher erwartet. Bis heute haben bereits 18 Techunternehmen ihre Erwartungen für das vierte Quartal angehoben, deutlich mehr als in den Vorjahren. Halbleiterhersteller und Softwarefirmen haben in den letzten drei Monaten des Jahres besonders gut abgeschnitten, glauben die Fachleute von FactSet.

S&P 500 (Indikation): Kursverlauf am Börsenplatz Citigroup für den Zeitraum Intraday
Kurs
2.689,76
Differenz relativ
-1,70%
Nasdaq Composite: Kursverlauf am Börsenplatz NASDAQ Indizes für den Zeitraum Intraday
Kurs
7.028,48
Differenz relativ
-3,03%
Dow Jones (Indikation): Kursverlauf am Börsenplatz Citigroup für den Zeitraum Intraday
Kurs
25.007,18
Differenz relativ
-1,60%

Schwächelnde Telekomanbieter

Die schwächsten Zahlen dürften im vierten Quartal von den Telekomfirmen kommen. Allen voran AT&T dürfte eher schwache Zahlen vorlegen. Für Enttäuschung dürften auch die Bilanzen der Fluggesellschaften sowie die des Mischkonzerns General Electric sorgen. Insgesamt jedoch bleiben die Schätzungen für das produzierende Gewerbe optimistisch. Das gilt auch und gerade für die Chemieindustrie, dessen größter Vertreter in den USA der fusionierte DowDupont-Konzern ist.

Ausblicke entscheiden

Eine erfolgreiche Bilanzsaison könnte dem Bullenmarkt also weiteres Futter liefern. Angesichts der großen Erwartungen gibt es aber auch Enttäuschungspotenzial. Und natürlich ist vor allem die Zukunft entscheidend: Da die Märkte bereits mit guten Zahlen rechnen, werden besonders die Ausblicke auf das Gesamtjahr bei der Bewertung entscheidend sein.

Diagramm mit Pfeil nach oben

Die Gewinne steigen. | Bildquelle: colourbox.de

Der weltweite synchrone Wirtschaftsaufschwung, der anhaltende Gewinntrend bei den Unternehmen sowie die immer noch expansive Geldpolitik der Notenbanken dürften den Märkten also auch in den kommenden Monaten eine gute Unterstützung geben.

lg

1/9

Wer gewinnt, wer verliert? US-Berichtssaison beginnt

JPMorgan Chase: Kursverlauf am Börsenplatz Frankfurt für den Zeitraum 1 Jahr

JPMorgan Chase