Tomorrow-Gründer (v. l.) Jakob Berndt, Inas Nureldin und Michael Schweikart

Tomorrow setzt auf nachhaltige Geldanlage Smartphone-Bank für Ökos

Stand: 15.11.2018, 17:01 Uhr

Geld anlegen mit gutem Gewissen – das verspricht Tomorrow. Das Hamburger Fintech will mit ihrem Nachhaltigkeitsansatz den deutschen Markt der Smartphone-Banken revolutionieren. Am Freitag startet Tomorrow.

Bei den meisten Banken wissen die Kunden nicht, was mit ihrem Geld passiert. Sie dürften überrascht sein, wenn sie erfahren, dass ihre Bank ihr Geld für Kredite verwendet, die zum Beispiel in umweltschädliche Kohlekraftwerke fließen.

Das will das Hamburger Startup Tomorrow ändern. Die Smartphone-Bank für Ökos garantiert ihren Kunden, dass deren Einlagen ausschließlich in nachhaltige Branchen Projekte gehen. Das Basiskonto soll gratis sein, das Premium-Konto kostet eine monatliche Gebühr. "Wir glauben, dass viele Leute bereit sind, mehr zu zahlen, wenn sie wissen, was mit ihrem Geld passiert", sagt Gründer Jakob Berndt. Der ökologische Fußabdruck sei ihnen nicht egal.

"Kreditkarte, die Bäume pflanzt"

Besonders nachhaltig soll die Kreditkarte sein, mit der die Kunden beim Bäcker, bei der Tankstelle oder im Online-Shop zahlen. Die Gebühr, die dabei der Händler an die Bank bezahlt, soll in weltweite Klimaschutz-Projekte fließen. "Eine Kreditkarte, die Bäume pflanzt", wirbt Tomorrow.

Im nächsten Jahr will Tomorrow auch Nachhaltigkeitsfonds und andere alternative Produkte anbieten, die gutes Gewissen und Rendite miteinander verbinden.

Über eine eigene Banklizenz verfügt das Startup (noch) nicht. Sie kooperiert hier mit der Solaris Bank, die eine BaFin-Lizenz hat.

N26 und Resolut dominieren den Smartphone-Banken-Markt

Bisher gibt es über ein Dutzend Smartphone-Banken in Deutschland. Die bekanntesten Namen dürften N26 und Revolut sein. Beide bieten ein kostenloses Standardkonto sowie ein kostenpflichtiges Premium-Konto an. Revolut zählt nach eigenen Angaben zwei Millionen Kunden – doppelt so viele wie N26. Neben Fintechs mischen auch die Sparkassen (1822mobile) und der Mobilfunkkonzern O2 auf dem Smartphone-Banken-Markt mit.

nb