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Sieben Mythen über Millennials und ihre Geldanlage Wie tickt die neue Anlegergeneration?

Eine Frau präsentiert eine Studie anhand von Balkengrafiken

Die Studie
In einer Online-Umfrage im Auftrag des CFA Insitute und der FINRA Investor Education Foundation sind mehr als 2.800 Menschen in den USA über ihre Einstellung gegenüber Finanzen und Geldanlage befragt worden: Darunter neben 1.814 "Millennials" (geboren 1981 bis 1996) auch jeweils rund 500 Mitglieder der sogenannten Generation X (1965 bis 1980) und der Baby Boomer (1946 bis 1964). "Millennials werden in den kommenden Jahrzehnten geschätzte 40 Billion US-Dollar erben", betonte Bjorn Forfang vom CFA Institute. Die Ergebnisse überraschen und zeigen, in welchen Bereichen Klischees der neuen Anlegergeneration nicht zutreffen. Auch in Deutschland gibt es laut CFA Society Germany viele Gemeinsamkeiten. Über die Hälfte deutscher Millennials habe Angst vor Altersarmut, aber weniger als die Hälfte sorgten für das Alter vor.

Sieben Mythen über Millennials und ihre Geldanlage Wie tickt die neue Anlegergeneration?

Eine Frau präsentiert eine Studie anhand von Balkengrafiken

Die Studie
In einer Online-Umfrage im Auftrag des CFA Insitute und der FINRA Investor Education Foundation sind mehr als 2.800 Menschen in den USA über ihre Einstellung gegenüber Finanzen und Geldanlage befragt worden: Darunter neben 1.814 "Millennials" (geboren 1981 bis 1996) auch jeweils rund 500 Mitglieder der sogenannten Generation X (1965 bis 1980) und der Baby Boomer (1946 bis 1964). "Millennials werden in den kommenden Jahrzehnten geschätzte 40 Billion US-Dollar erben", betonte Bjorn Forfang vom CFA Institute. Die Ergebnisse überraschen und zeigen, in welchen Bereichen Klischees der neuen Anlegergeneration nicht zutreffen. Auch in Deutschland gibt es laut CFA Society Germany viele Gemeinsamkeiten. Über die Hälfte deutscher Millennials habe Angst vor Altersarmut, aber weniger als die Hälfte sorgten für das Alter vor.

Zieleinlauf mit karierter Flagge bei einem Formel1-Rennen

Mythos eins
Millennials haben hochgesteckte finanzielle Ziele. Der Aufbau eines Unternehmens, Rente mit 40 Jahren, hohe Sparziele etc. - so oder so ähnlich seien angeblich die Pläne der Generation Y.

Falsch!
Ihre Ziele sind überwiegend sehr moderat. Die meisten der befragten Millennials gehen von einem klassischen Rentenalter mit 65 Jahren aus. 13 Prozent denken sogar, nie in Rente zu gehen, da sie es sich nicht leisten können.

Vor allem die Ziele bei nicht-investierenden Millennials sind eher zurückhaltend: 40 Prozent wollen nicht von Gehaltsscheck zu Gehaltsscheck leben, 37 Prozent möchten einfach in der Lage sein, ihre monatlichen Rechnungen begleichen zu können und 33 Prozent brauchen Sicherheiten für unerwartete Kosten.

Millennials mit Rentenkonten oder steuerpflichtigen Investitionen haben da doch schon etwas höhere Ziele: Sie wollen ihr Renteneintrittsalter selbst bestimmen, bequem leben und genug Geld für Reisen sowie unerwartete Geschehnisse besitzen.

Für Gen-X- und Baby-Boomer-Investoren hatte im Alter von 27 Jahren der Hauskauf oberste Priorität.

Rätselnder Mann und Frau vor Kurstafel

Mythos zwei
Einkommen und Schulden sind die größten Hindernisse für Investitionen und die Geldanlage.

Teilweise richtig!
Einkommen und Schuldenlast stellen tatsächlich wesentliche Hürden für die Vermögensplanung der Befragten dar. Allerdings liegt der Grund für das Nicht-Investieren bei durchschnittlich vier von zehn Millennials woanders: 39 Prozent gaben an, dass ihnen einfach das nötige Wissen für die Geldanlage fehle. "In Deutschland, wo Studienkredite weniger verbreitet sind, dürfte dieser Aspekt eine noch größere Bedeutung haben", ergänzt Susan Spinner von CFA Society Germany. Ein Drittel der Millennials ohne Geldanlage sind davon überzeugt, in den nächsten fünf Jahren damit zu beginnen.
Schlüsselfaktoren, die Anlage des eigenen Geldes zu starten, sind Gespräche mit Eltern oder anderen Familienmitgliedern, gaben 69 Prozent aller Befragten an. Knapp ein Drittel dieser Gruppe fing bereits vor dem 21. Lebensjahr mit dem Investieren an.

Geschäftsmann auf Hochseil über einer Stadt balancierend

Mythos drei
Millennials sind im Allgemeinen zu selbstsicher, sodass sie vermutlich auch zu selbstsicher in der Geldanlage sind.

Falsch!
Über die Hälfte (54 Prozent) aller Millennials, die ihr Geld anlegen, haben kein vollstes Vertrauen in ihre finanziellen Entscheidungen. Jeweils fast 80 Prozent der Befragten nur mit Rentenvorsorge oder komplett ohne finanzielle Anlagen sind nicht wirklich oder nur vorsichtig zuversichtlich, was ihre Finanzen betrifft.

Beratungsgespräch

Mythos vier
Millennials sind vorsichtig, was den Finanzmarkt angeht und damit auch gegenüber Finanzprofis eher abgeneigt.

Falsch!
Tatsächlich erkennt die Generation Y das Fachwissen an, das Finanzprofis zu bieten haben. 72 Prozent arbeiten mit einem Berater zusammen und sind gut oder extrem gut damit zufrieden. Lediglich 15 Prozent vertrauen keinen Finanzprofis und arbeiten mit keinem zusammen.

Berater im Kundengespräch

Mythos fünf
Millennials überschätzen das nötige Vermögen, um mit einem Finanzprofi zusammenarbeiten zu können.

Falsch!
Im Gegenteil: Sie unterschätzen den Vermögenswert, der gebraucht wird. 20 Prozent der Befragten glauben, es gebe keinen Mindestbetrag für die Arbeit mit einem Finanzprofi. Im Schnitt sechs von zehn denken, 10.000 US-Dollar reichen dafür aus.

Den Millennials fehlt ein gewisser Wegweiser für die Preisgestaltung von Finanzberatung. 42 Prozent wissen nicht, wie viel Gebühren Finanzberater für ihre Dienste nehmen - 77 Prozent von ihnen schätzen sie auf fünf Prozent des investierten Vermögens.

Bankberater und Kundin

Mythos sechs
Millennials tendieren in Richtung elektronischer Kommunikation und Roboter-Berater.

Falsch!
Obwohl Millennials mit der digitalen Welt aufgewachsen sind und ihr Leben lang mit technischen Geräten zu tun hatten, bevorzugen 58 Prozent der Teilnehmer ein Face-to-Face-Gespräche mit Finanzberatern. Im Vergleich: Bei der Generation X sind es 58 Prozent und bei den Baby Boomers 60 Prozent - gar kein großer Unterschied. Nur drei Prozent der Millennials nutzen einen "Robo-Adviser" (digitale Vermögensberatungs- und Investment-Tools) und wirkliches Interesse daran zeigen auch lediglich 16 Prozent.

Figuren von Mann und Frau, die auf Euromünzstapeln sitzen

Mythos sieben
Millennials als Gruppe sind sehr homogen und haben die gleiche Einstellung und das gleiche Verhalten bezüglich der Geldanlage.

Falsch!
Sowohl in geographischer Hinsicht als auch zwischen Geschlechtern und Nationalitäten gibt es Unterschiede. Mit einer Wahrscheinlichkeit von 50 Prozent neigen Millennials in Städten eher zur Geldanlage als auf dem Land lebende. Außerdem sind weniger weibliche Millennials (23 Prozent) selbstsicher in ihren finanziellen Entheidungen als Männer in der Altersgruppe (33 Prozent). Menschen aus der Generation Y in den USA mit afro-amerikanischer, hispanoamerikanischer oder spanischer Herkunft möchten zu 29 Prozent weniger Investitionen tätigen als Weiße.