Schlumpffigur auf Stelzen

(Ungewöhnliche) Geldanlagen Schon mal in einen Schlumpf investiert?

von von Claudia Wiggenbröker

Stand: 01.12.2015, 09:27 Uhr

Wohin mit dem Geld, wenn es erst einmal verdient ist? Manch einem mögen nun diverse Ideen kommen. Wir hätten da auch einige Vorschläge: Wie wäre es zum Beispiel mal mit einem Investment in Käse? Oder in einen Schlumpf?

Jedes Kind kennt sie - und jedes Kind will sie. Doch nur wenige Kinder wollen die kleinen Figürchen aus dem Ü-Ei so sehr wie Denis Walecki: Der 45-Jährige ist leidenschaftlicher Sammler von Spielzeugen aus dem Ferrero-Überraschungsei.

Denis Walecki

Denis Walecki. | Bildquelle: privat

"Ich sammle seit 25 Jahren", erzählt er im Interview mit boerse.ARD.de. "Früher habe ich mich mit meiner Leidenschaft ins Internet verkrümelt. Da galt das noch als Kinderkram." Und heute? Heute bringen es Waleckis Figürchen auf mehrere hundert Euro pro Stück.

Besonders beliebt ist beispielsweise der Stelzenschlumpf aus der Serie "Olympiade der Schlümpfe" von 1984. Für diese Figur legen Sammler bis zu 700 Euro auf den Tisch - allerdings nur mit unversehrtem Zubehör. "Der Stelzenschlumpf hat an jeder Seite eine Stelze, links und rechts. Allerdings sind die meist sehr alt und brechen leicht."

Dementsprechend oft ist das Zubehör zerstört oder fehlt - und wird deshalb gefälscht. "Es gibt Massenfälschungen aus Osteuropa und seltenere Fälschungen von Tüftlern." Allerdings ist es nicht ganz so leicht, diese zu erkennen: "Es gibt verschiedene Merkmale, da es verschiedene Fälschungen gibt. Am besten vergleicht man sie mit dem Original, um sie zu identifizieren."

Ausrüstung: Lupe und Schwarzlicht

Denis Walecki ist deshalb auf Spielzeug-Börsen auch als Kenner gefragt. Die dort angebotenen Figürchen prüft der passionierte Sammler auf ihre Echtheit - ausgerüstet mit Lupe und UV-Licht.

UV-Licht? Ja, denn auch mit dem Farbton der Figuren wird Schindluder betrieben. Als das Ü-Ei vor über 40 Jahren in den Handel kam, waren die kleinen Skulpturen noch handbemalt. Dementsprechend hat sich die ein oder andere Variation in die Farbgebung mit eingeschlichen.

Ein Beispiel: Unter den Schlümpfen gibt es den "Eitelkeitsschlumpf". Die Figur hält einen Spiegel mit weißer Fläche in der Hand. Es gibt aber auch einige seltene Exemplare, bei denen das Spiegelglas silbern bemalt ist. Eine Rarität für Ü-Ei-Liebhaber, die 2.500 Euro wert ist. Und eine Gelegenheit für Fälscher, die weiße Fläche einfach silbern zu überpinseln.

Zwei Schlumpffiguren mit Spiegeln in der Hand

Eitelkeitsschlumpf mit silbernem und mit weißem Spiegel. | Bildquelle: privat

Auch die "Beipackzettelchen", die eigentlich einen Überblick geben sollten, welcher Schlumpf sich noch nicht im heimischen Besitz befindet, werden gerne nachgemacht. "Sie werden häufig gefälscht, weil sie leicht nachzudrucken sind", erklärt Walecki. Die Zettelchen bringen es teilweise auf 150 bis 200 Euro. Manch einer mag nun ins Grübeln kommen, ob er beim nächsten Ü-Ei-Genuss den "lästigen Papierkram" wegwirft.

Der Blick in den Schuhkarton

Bei so vielen Fälschungen ist das Ü-Ei-Investment natürlich nichts für Unwissende. "Jeder kann einen Flohmarkt-Fund machen. Man sollte sich aber schon mit der Materie auseinandersetzen", meint Walecki. "Und auf keinen Fall Figuren über Internetauktionshäuser kaufen." Sondern bei einem Händler - denn dort könne man den Kauf widerrufen, wenn etwas mit der Ware nicht in Ordnung ist.

Der 45-Jährige empfiehlt zudem, mal einen Blick in den heimischen Schuhkarton zu riskieren. "Auf meiner Seite eierlei.de kann man im Preiskatalog nachsehen, ob eine Figur Wert hat." Vielleicht findet sich ja so ein kleiner Schatz.