Geldanlage

Eine Roboterhand legt eine Münze auf einen Geldstapel auf einer Notebook-Tastatur, auf dem Bildschirm ein steigender Chart
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ING-Diba und Scalable Capital partnern Robo-Advisor schwärmen aus

Stand: 15.09.2017, 11:07 Uhr

Online-Vermögensverwaltungen werden in Deutschland immer präsenter. Eine Reihe Start-ups bieten ihre "Anlage-Roboter" einer wachsenden Zahl von Kunden an. Und immer mehr Kooperationen zwischen Banken und den jungen "Fintechs" verbreitern die Kundenbasis.

Mit einem Schlag Zugang zu acht Millionen Kunden: Die Münchener Scalable Capital, bislang bereits nach Anlagesummen größter deutscher Robo-Advisor, wird sein Wachstum mit dem neuesten Coup in der Branche noch deutlich beschleunigen können. Wie das Unternehmen und die ING Diba bekanntgaben, werden die Diba-Kunden ab sofort auch auf das Know-how von Scalable Capital in Sachen automatisierter Geldanlage Zugriff haben.

"Scalable Depot" bei der Diba

Diba-Kunden können nach einer Anmeldeung ohne weitere Identifizierung auf das "Scalable Depot" in ihrer gewohnten Diba-Anwendung zugreifen. Der aktuelle Stand der Entwicklung des jeweiligen Depots kann nicht nur auf der Diba-Seite sondern auch bei Scalable Capital im Internet oder per App abgerufen werden. (s. unser Überblick: Robo-Advisors in Deutschland)

Die Kunden der drittgrößten deutschen Bank können nun ihre Gelder durch die Technologie der Münchener verwalten lassen. Dabei wird zunächst, wie bei allen Online-Vermögensverwaltungen, die individuelle Risikoneigung des Anlegers abgefragt. Je nach Risikokategorie wird dann ein "individuelles" Portfolio aus bis zu 14 Indexfonds (ETF) zusammen gestellt. Dabei werden die Anlageklassen Aktien, Staats- und Unternehmensanleihen, besicherte Anleihen, Immobilienaktien und Rohstoffe abgedeckt.

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Scalable- und Ing Diba-Logos

Scalable und Ing Diba. | Bildquelle: Unternehmen, Montage: boerse.ARD.de

Je nach Marktlage können die "Robos" Umschichtungen in den Depots der Anleger vollautomatisch vornehmen. In kritischen Zeiten für die Aktienmärkte können zum Beispiel Mittel aus Aktien-ETFs in Anleihen- oder Geldmarktprodukte umgeschichtet werden. Wie bei Scalable selbst bleiben die Kosten und Mindestinvestitionssummen auch in der Anwendung bei der Diba erhalten: Mindestens 10.000 Euro müssen für den Einstieg in die neue Art der Vermögensverwaltung investiert werden. Dafür wird eine jährliche Verwaltungsgebühr von 0,75 Prozent erhoben. Dazu kommen noch Kosten der Fonds, die durchschnittlich bei 0,25 Prozent pro Jahr liegen.

Vermarktung per White-Label

Kooperationen zwischen jungen Fintech-Unternehmen und Bankinstituten liegen seit einigen Monaten im Trend. So hat die Frankfurter Vaamo bereits im vergangenen Jahr die Technologie für eine Beratungslösung der spanischen Santander Bank geliefert. Sie wird unter dem Namen "Sina" eingesetzt. Vaamo bietet so genannte "White Label"-Lösungen auch für andere Institute an.

Die Volks- und Raiffeisenbanken nutzen mit der Anwendung "MeinInvest" eine solche White-Labeling-Lösung des Robo-Advisors VisualVest. Und Branchenkonkurrent "investify" hat mit der Hamburger Sparkasse (Haspa) einen neuen Gesellschafter gewonnen.

Parallel dazu arbeitet die Bankenbranche an eigenen Robo-Lösungen. Im Mai etwa hat die Commerzbank-Tochter comdirect ein digitales Anlagetool unter der bestehenden Marke "Cominvest" aufgesetzt.

Mehr Kunden, mehr AuM

Der Deal zwischen Scalable Capital und der ING-Diba dürfte bei der Verbreitung der Online-Vermögensverwaltungen das Tempo noch einmal erhöht haben. Nach einer Schätzung des Branchendienstes Techfluence war Scalable Capital mit einem verwalteten Vermögen (Asset under Management, AuM) von 350 Millionen Euro bereits vor der Kooperation mit der Großbank die Nummer zwei in Europa nach der britischen Nutmeg. Für weitere "Robo-Banken-Kooperationen" könnte der Deal ein Vorbild sein.

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Überblick: Robo-Advisors in Deutschland Geldanlage

Vaamo-Websites auf iPad und iPhone

Vaamo
Schnell und einfach zum Spar- oder Anlageziel, das verspricht Vaamo aus Frankfurt, das 2014 an den Start gegangen ist. Über eine kurze Befragung werden Anlageziele und -horizonte abgefragt. Bei der Anlage werden Indexfonds von iShares, der UBS, von HSBC und des US-Anbieters Dimensional eingesetzt, die Fondsanteile lagern bei der Frankfurter Fondsbank. Die Management-Gebühr liegt je nach Anlagesumme bei 0,49 bis 0,79 Prozent, dazu kommen Fondskosten von durchschnittlich 0,3 Prozent und Transaktionskosten von circa 0,15 Prozent jährlich. Die Fondsanteile werden von der FIL Fondsbank verwaltet.

AB