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52,4 Milliarden Euro für 2018 Rekorddividenden für deutsche Anleger erwartet

Stand: 30.01.2019, 11:37 Uhr

Nach massiven Kursverlusten 2018 winkt den Aktionären deutscher Börsenschwergewichte immerhin ein stattlicher Dividendenregen. Abermals geben die Konzerne so viel wie nie zuvor von ihren Gewinnen ab, sagt eine aktuelle Studie.

2018 war ein Börsenjahr zum Vergessen. Allein der Dax kam auf ein sattes Minus von 18,3 Prozent. Ein kleiner Trost für die Anleger: Nach Berechnungen der Dekabank werden die 160 Unternehmen in Dax, MDax und SDax 2019 rund 52,4 Milliarden Euro Dividende an ihre Anteilseigner verteilen - mal wieder ein neuer Rekord.

Die Unternehmensgewinne 2018 hätten sich in Summe positiv entwickelt, stellt das Wertpapierhaus der Sparkassen in seiner Analyse fest. "Die gestiegenen Dividendenzahlungen sind insofern durch die solide operative Geschäftsentwicklung fundamental gut unterfüttert", erklärte Joachim Schallmayer, Leiter Kapitalmärkte bei der Dekabank.

Einen Teil der Gewinne geben die Gesellschaften direkt an ihre Aktionäre weiter. Im Schnitt lag die Quote bei den Dax-Konzernen im vergangenen Jahr bei 38 Prozent. Ein Großteil geht dabei an ausländische Anteilseigner. Die Papiere im Dax zum Beispiel sind zu mehr als 50 Prozent in Händen ausländischer Investoren.

Siemens startet Erntezeit

Die Anleger bekommen ihre Dividende meist kurz nach der Hauptversammlung des jeweiligen Unternehmens. Als erster Dax-Konzern zahlt Siemens Anfang Februar voraussichtlich eine Dividende von 3,80 Euro pro Aktie, zehn Cent mehr als im Vorjahr. Die Zustimmung der heutigen Hauptversammlung gilt als Formsache.

Siemens ist einer der zuverlässigsten Dividendenzahler. Selbst in der Finanzkrise hatte der Technologieriese die Auszahlung nicht gesenkt. Stattdessen erhöhte er sie fast immer, ebenso wie Fresenius, Bayer oder auch SAP.

Anschließend folgt vermutlich der Essener Industriekonzern Thyssenkrupp, der wie im vergangenen Jahr nur 15 Cent pro Aktie ausschütten will. Der Chip-Hersteller Infineon plant eine Erhöhung von 25 auf 27 Cent. Beide Hauptversammlungen stehen im Februar an.

Während diese drei Konzerne ihr Geschäftsjahr bereits im September 2018 abgeschlossen haben, ist die Datenlage bei den übrigen 27 Dax-Konzernen weniger klar. Sie werden ihre Jahreszahlen in den kommenden Wochen offenlegen, derzeit liegen zum Gewinn und zu den Ausschüttungen nur Schätzungen vor.

Meisten Unternehmen zeigen sich spendabel

Die höchste absolute Auszahlung im Dax erwarten Analysten bei der Allianz, die 8,83 Euro je Aktie liefern dürfte. Insgesamt erfreuen wohl viele Dax-Unternehmen ihre Anteilseigner mit einer höheren Dividende - mit Ausnahme von Beiersdorf oder Thyssenkrupp.

Daimler: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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53,79
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Und vor allem Daimler: Beim Autobauer erwarten professionelle Beobachter im Mittel eine Senkung der Dividende von zuletzt 3,65 auf 3,46 Euro, wie aus der Auswertung verschiedener Analyseberichte durch den Datendienstleister Thomson Reuters hervorgeht. Ob Daimler seine Dividende tatsächlich senkt, wird sich erst bei der Veröffentlichung der Jahresbilanz am 6. Februar zeigen.

Im MDax und SDax wird ebenfalls mit höheren Ausschüttungen gerechnet. Die höchste Summen werden den Berechnungen zufolge allerdings die 30 Börsenschwergewichte im Dax mit insgesamt knapp 37 Milliarden Euro an ihre Aktionäre ausschütten - nach 35,7 Milliarden Euro im Vorjahr. Die Unternehmen aus dem MDax kommen auf zusammengerechnet zwölf Milliarden und die SDax-Firmen auf 3,4 Milliarden Euro.

Im Durchschnitt bieten die Dax-Konzerne somit eine Dividendenrendite von 3,7 Prozent, im MDax sind es rund drei, im SDax etwa 2,2 Prozent. Die Dividendenrendite zeigt das Verhältnis der Dividende zum jeweiligen Aktienkurs.

tb