Eine Hand voller 50-Euroscheine

Technologie und Gesundheit als Treiber Reiche trotz Corona noch reicher geworden

Stand: 07.10.2020, 08:20 Uhr

Die Corona-Krise hat die Superreichen weltweit nach einem kurzen Einbruch noch reicher gemacht. Auch in Deutschland kletterte das Vermögen der Reichen weiter nach oben. Das liegt vor allem am Technologie- und Gesundheitssektor.

Auch dank der Erholung an den Aktienmärkten stieg das Gesamtvermögen der mehr als 2.000 Dollar-Milliardäre rund um den Globus von April bis Ende Juli um 27,5 Prozent auf den Rekordwert von rund 10,2 Billionen Dollar (8,7 Billionen Euro). Das geht aus Berechnungen der Beratungsgesellschaft PwC und der Schweizer Großbank UBS hervor, die am Mittwoch veröffentlicht wurden.

Vor allem Engagements in schnell wachsenden Bereichen wie Technologie und Gesundheitswesen erwiesen sich der Studie zufolge als Treiber. Das gewaltige Vermögen verteilt sich demnach auf 2.189 Männer und Frauen.

Zum Vergleich: Die Summe ist in Euro umgerechnet mehr als doppelt so hoch wie die gesamte jährliche Wirtschaftsleistung von Deutschland als größter Volkswirtschaft Europas - im Jahr 2019 knapp 3,5 Billionen Euro. Berücksichtigt wurden Bargeld, Immobilien, Luxusgüter sowie Aktien und Firmenvermögen. Verbindlichkeiten wurden abgezogen.

Allerdings bekamen auch die Superreichen die Turbulenzen zu Beginn der Corona-Krise zu spüren, die unter anderem für einen heftigen Kurssturz an den Aktienmärkten sorgte. Vor allem die Wochen unmittelbar nach dem Ausbruch der Pandemie trugen der Studie zufolge dazu bei, dass das weltweite Gesamtvermögen der Milliardäre zwischen März 2019 und April 2020 um rund 6,6 Prozent auf acht Billionen Dollar schrumpfte. Der Club der Superreichen verlor zeitweise 43 Mitglieder.

Club der Superreichen in Deutschland wächst

Auch in Deutschland wuchs das Nettovermögen der Ultrareichen nach einem Einbruch zu Beginn der Krise bis Ende Juli auf 594,9 Milliarden Dollar an. Bei der letzten Untersuchung zum Stichtag März 2019 waren es noch 500,9 Milliarden Dollar. Der Club der Superreichen erweiterte sich seitdem von 114 auf 119 Mitglieder.

Traditionell habe es in Deutschland bislang relativ wenig Veränderungen innerhalb der hochvermögenden Kreise gegeben, erläuterte Maximilian Kunkel, UBS-Chefanlagestratege für Deutschland. "Covid-19 beschleunigt nun überdurchschnittlich das Vermögenswachstum in den innovationsgetriebenen Bereichen wie dem Technologie- oder Gesundheitssektor und sorgt damit für eine Verschiebung des Vermögens."

Den größten Zuwachs erzielten die deutschen Dollar-Milliardäre demnach nach dem Ausbruch der Pandemie in den Bereichen Technologie (46 Prozent), Gesundheitswesen (12 Prozent) und Finanzwesen (11 Prozent). Unternehmer in diesen Bereichen haben nach seinen Angaben in den letzten Monaten unter anderem davon profitiert, dass sich die kurzfristigen Ertragseinbußen in Grenzen hielten, während sich die langfristigen Perspektiven teilweise deutlich verbessert hätten.

Reimann, Schwarz und Quandt sind die Reichsten

BMW ST: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
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Die reichsten Deutschen dürften nach einer jüngst veröffentlichten Rangliste des "Manager Magazins" die Unternehmerfamilie Reimann mit einem geschätzten Vermögen von 32 Milliarden Euro sein. Auf Platz zwei steht Lidl-Gründer Dieter Schwarz mit einem geschätzten Vermögen von 30 Milliarden Euro.

Als Drittplatzierte werden die Geschwister Susanne Klatten und Stefan Quandt genannt, die fast die Hälfte der BMW-Aktien besitzen. Ihr Vermögen sei infolge der Corona-Krise um 1,5 Milliarden Euro auf geschätzt 25 Milliarden Euro gesunken.

Stefan Quandt und Susanne Klatten

Stefan Quandt und Susanne Klatten. | Bildquelle: picture alliance / dpa, Montage: boerse.ARD.de

Eine geschätzte Aufstellung der "Welt am Sonntag" vom 20. September kam dagegen zu dem Ergebnis, dass Lidl-Gründer Schwarz der reichste Deutsche ist - mit einem geschätzten Vermögen von 41,8 Milliarden Euro. Erst auf Platz zwei folgt schließlich die Familie Reimann mit 21,45 Milliarden Euro.

tb/dpa-AFX