Drei Herren in Anzügen

Mehr Börse, weniger Bares Reiche setzen noch mehr auf Aktien

Stand: 28.01.2020, 14:12 Uhr

Bargeldbestände werden abgebaut in den großen Vermögen der Wohlhabenden. Statt dessen setzt die überwiegende Mehrzahl der Befragten einer Studie der Schweizer UBS auf Aktien als Renditemotoren. Die scheinen den Reichen der Welt inzwischen alternativlos.

Die andauernde Niedrigzinsphase lässt auch die richtig Wohlhabenden immer mehr umdenken. Eine Befragung der Schweizer Großbank UBS unter 4.800 gut betuchten Kunden weltweit zeigt, dass eine klare Mehrheit von ihnen mit steigenden Aktienkursen im begonnenen Jahr rechnet.

Zweistellige Renditen als Ziel

S&P 500 (Indikation): Kursverlauf am Börsenplatz Citigroup für den Zeitraum 1 Jahr
Kurs
3.642,09
Differenz relativ
+0,51%

94 Prozent von ihnen gehen davon aus, dass auch 2020 ein gutes Börsenjahr wird. Besonders die befragten US-Bürger zeigten sich zuversichtlich, dass Dow und S&P 500 neue Höchststände erklimmen werden. 44 Prozent der Befragten rechnen mit positiven Renditen im zweistelligen Prozentbereich.

Die Stimmung hat gegenüber Herbst 2020 gedreht, glaubt man den Umfrageergebnissen. Damals waren noch rund 50 Prozent der reichen Investoren von einem Rücksetzer am Aktienmarkt ausgegangen. Die teilweise Einigung in Sachen Handelsstreit, aber auch die Erwartung weiter steigender Firmengewinne hebt die Laune an. Als Ballast sehen die wohlhabenden UBS-Kunden offenbar aber weiterhin geopolitische Spannungen an, wie sie zu Jahresanfang in der Auseinandersetzung der USA mit dem Iran wieder einmal auftraten.

Bares wird rarer

Der Haltung "Cash is trash" (also: Bargeld ist Müll), die der berüchtigte Hedgefonds-Investor Ray Dalio vor kurzem postulierte, können sich offenbar immer mehr reiche Menschen anschließen. Noch immer macht Bargeld etwa ein Viertel des Vermögens der Wohlhabenden aus. Doch immer mehr von ihnen bauen ihre Aktienpositionen aus. Das belegen auch die Zuflüsse in Aktienfonds seit Jahresbeginn. Hier scheinen den reichen Befragten die höchsten Chancen auf Wertzuwächse zu liegen.

Bei der Untersuchung befragte UBS Wealth Management Anleger und Firmen in 19 Ländern, die über mindestens eine Million Dollar Nettovermögen verfügen.

AB