Grafische Darstellung einer mit Münzen gefüllten Schatztruhe

Studie von Flossbach von Storch Nur reiche Deutsche werden immer reicher

Stand: 17.02.2020, 12:40 Uhr

Immobilienbesitzer, Aktionäre und Eigentümer von Unternehmen können sich freuen: Ihr Vermögen ist im vergangenen Jahr kräftig gestiegen. Alle anderen Haushalte gehen eher leer aus.

Glaubt man einer Studie des Kölner Vermögensverwalters Flossbach von Storch ist das Vermögen der privaten deutschen Haushalte im vergangenen Jahr um stolze 7,6 Prozent angewachsen. Angesichts einer Inflationsrate von 1,2 Prozent ergibt sich somit ein realer Vermögenszuwachs von 6,4 Prozent.

Auch auf mittlere Sicht ist das Vermögen der deutschen Haushalte stetig gestiegen. Laut den Berechnungen der Vermögensverwalter beträgt der jährliche Zuwachs seit dem ersten Quartal 2005 rund 3,2 Prozent, während die langfristige jährliche Verbraucherpreisentwicklung mit 1,4 Prozent weniger als die Hälfte betrug.

Starker Anstieg der Immopreise

Ursächlich für die Entwicklung sind laut Flossbach von Storch sowohl die stark gestiegenen Preise für Betriebsvermögen als auch die unaufhörlich steigenden Preise am Immobilienmarkt. Im Umkehrschluss bedeutet das allerdings, dass bei weitem nicht alle Haushalte von dieser Entwicklung profitiert haben.

Schlimmer noch: "Haushalte ohne Immobilienbesitz und ohne Betriebsvermögen, wie sie vor allem unter jungen, armen oder alten Haushalten vorzufinden sind, leiden unter der Vermögenspreisinflation", heißt es in der Studie.

Freuen konnten sich die Immobilienbesitzer, sind doch die Preise für Häuser und Wohnungen allein im vergangenen Jahr um 6,3 Prozent gestiegen. Der knappe Wohnraum in den Städten sowie das historisch niedrige Zinsniveau haben die Nachfrage befeuert.

Mittelständler und Aktionäre profitieren ebenfalls

Besitzer von Unternehmen haben 2019 ihr Vermögen sogar um 23,5 Prozent gesteigert. als Grundlage für diese Berechnung diente den Vermögensverwaltern der Kursindex der 70 im SDax notierten Unternehmen.

Auch Aktienbesitzer gehörten 2019 zu den Gewinnern. So haben sich die Papiere im vergangenen Jahr um 18,4 Prozent verteuert. Ende 2018 hatten Aktienmärkte weltweit Preisrückgänge zu verzeichnen, im Frühjahr 2019 stiegen sie hingegen wieder deutlich an. Auch die Preise für das sonstige Finanzvermögen haben mit 15,5 Prozent erheblich zugelegt. Verantwortlich hierfür ist der Goldpreis, der im Vergleich zum Vorjahresquartal um 21,4 Prozent gestiegen ist.

Insgesamt ergibt die Betrachtung, dass die wohlhabendsten Haushalte auch den höchsten Zuwachs an Vermögen vorweisen können. Dies gilt besonders für die Altersgruppe zwischen 45 und 54 Jahre.

lg