Statoil-Ölbohrinsel Sleipner nahe Norwegen

Milliarden verloren Norwegischer Staatsfonds mit matter Halbjahresbilanz

Stand: 18.08.2020, 11:57 Uhr

Auch an den Größten der Großinvestoren ging der Corona-Crash im Frühjahr nicht spurlos vorbei. Der norwegische Riesenfonds, der die Öleinnahmen des Landes anlegt, fuhr Verluste ein.

21,3 Milliarden Dollar weniger schwer war der Fonds nach einem holprigen Börsenhalbjahr. Für das gigantische Investment-Vehikel ist das ein Minus von 3,4 Prozent binnen den ersten sechs Monaten.

Mehr als zwei Drittel im Aktienmarkt

Die traditionell "offensive" Anlagestrategie des Fonds, bei der überwiegend in die Aktienmärkte investiert wird, war dafür hauptverantwortlich. Der Wert der Aktien-Komponente ging um 6,8 Prozent zurück. Der Fonds ist zu knapp 70 Prozent im Aktienmarkt investiert.

Auch die Immobilieninvestments der Norweger verloren im ersten Halbjahr 1,6 Prozent an Wert. Hier liegen allerdings nur knappe drei Prozent der Mittel. Die Gesamtverluste abmildern konnten die Anleihen im Portfolio des Fonds. Ihr Wert stieg im Halbjahr um 5,1 Prozent. Staats- und auch Unternehmensanleihen hatten sich in der Corona-Krise als einzige "sichere Anlagehäfen" entpuppt. Allerdings ist der Fonds nur zu 27,6 Prozent in Anleihen investiert.

Im Aktienmarkt ist der Staatsfonds zu 44 Prozent in nordamerikanischen Aktien, zu 32 Prozent in europäischen Titeln und zu 11,5 Prozent in de Aktienregion Asien-Pazifik engagiert.

Frische Mittel, neue Kursgewinne

Einen Teil der Verluste dürfte der Fonds aber in den ersten sechs Wochen des zweiten Halbjahres wieder wettgemacht haben. Gerade US-Titel und hier der Tech-Bereich haben sich in den vergangenen Wochen prächtig entwickelt.

Die schiere Größe des norwegischen Staatsfonds bleibt also kaum beeinträchtigt, zumal ihm aus den Einnahmen der Öl- und Gasindustrie immer neue Mittel zufließen. Per Ende des ersten Halbjahres verwaltete der Fonds Mittel in Höhe von 1,2 Billionen Dollar. Damit ist der der weltgrößte Investor, gefolgt von der China Investment Corporation und der Abu Dhabi Investment Authority.

AB