Alte Frauenhände mit Geld

Ausschüttungssaison 2018 Dax-Anleger erwartet neuer Dividendenrekord

Stand: 28.11.2017, 11:30 Uhr

Auch für dieses Jahr können die Anleger wieder mit einer Rekordausschüttung rechnen. Die meisten der 30 Dax-Konzerne haben eine gegenüber dem Vorjahr höhere Dividende angekündigt. Doch es gibt auch Ausnahmen.

Angetrieben von der weltweit gut laufenden Konjunktur, dürfte die 2018 zu erwartende Dividendensumme im Dax im Vergleich zum Vorjahr um kräftige elf Prozent auf einen Rekordwert von 35,3 Milliarden Euro steigen, schätzen die Analysten Andreas Hürkamp und Markus Wallner von der Commerzbank. Dies entspräche aktuell einer Dividendenrendite von 2,8 Prozent.

2018 dürfte fast ein Viertel des gesamten Dividendenregens allein aus den vier im Dax notierten Autofirmen BMW, Continental, Daimler und VW kommen.

Dividendenkürzung bei der Deutschen Bank

Insgesamt 80 Prozent der 30 Dax-Konzerne dürften im Jahr 2018 eine höhere Gewinnbeteiligung je Aktie an die Anteilseigner ausschütten als im Vorjahr, hieß es weiter. Gleichbleiben dürften hingegen die Dividenden beim Pharma- und Chemiekonzern Bayer, beim Konsumgüterhersteller Beiersdorf, dem Medienunternehmen ProSiebenSat.1 und dem Industriekonzern ThyssenKrupp. Im Jahr zuvor hatten 23 der 30 Dax-Unternehmen höhere Dividenden gezahlt und zwei hatten ihre Dividende gekürzt. Einzig bei der Deutschen Bank erwarten die Experten eine Dividendenkürzung von rund 42 Prozent auf 0,11 Euro je Anteilschein. Die Commerzbank hat ihre Aktionäre bereits auf eine Nullrunde eingestellt.

Dividendensaison 2018: Prognosen und Bestätigungen der Konzerne
Dax 30DividendeHauptversammlung
Adidas2,50 € (erwartet)09.05.2018
Allianz7,80 € (erwartet)09.05.2018
BASF3,10 € (erwartet)04.05.2018
Bayer2,70 € (erwartet)25.05.2018
Beiersdorf0,70 € (erwartet)19.04.2018
BMW3,60 € (erwartet)17.05.2018
Commerzbank0,00 € (erwartet)02.05.2018
Continental4,55 € (erwartet)27.04.2018
Daimler3,45 € (erwartet)05.04.2018
Deutsche Bank0,11 € (erwartet)24.05.2018
Deutsche Börse2,35 € (erwartet)16.05.2018
Deutsche Post1,15 € (erwartet)24.04.2018
Deutsche Telekom0,70 € (erwartet)17.05.2018
Eon0,30 € (bestätigt)09.05.2018
Fresenius0,72 € (erwartet)11.05.2018
FMC1,03 € (erwartet)17.05.2018
HeidelbergCement1,80 € (erwartet)09.05.2018
Henkel Vz.1,75 € (erwartet) 09.04.2018
Infineon0,25 € (erwartet)22.02.2018
Linde3,90 € (erwartet)09.05.2018
Lufthansa0,72 € (erwartet)08.05.2018
Merck1,26 € (erwartet)27.04.2018
Münchener Rück8,60 € (erwartet)25.04.2018
ProSiebenSat11,90 € (erwartet)11.05.2018
RWE1,50 € (erwartet)26.04.2018
SAP1,35 € (erwartet)17.05.2018
Siemens3,70 € (bestätigt)31.01.2018
ThyssenKrupp0,15 € (bestätigt)19.01.2018
Volkswagen Vz.3,51 € (erwartet)09.05.2018
Vonovia1,32 € (bestätigt)09.05.2018

Hürkamp und Wallner verweisen außerdem auf laufende Aktienrückkaufprogramme des Sportartikelherstellers Adidas, der Versicherungskonzerne Allianz und Münchener Rück, des Marktbetreibers Deutsche Börse, des Softwareherstellers SAP und des Industriekonzerns Siemens.

Zusammenfassend halten die Commerzbank-Experten fest: "Bei einem Punktestand von 13.000 im Dax ist der Anteil der reinvestierten Dividenden seit 1988 auf 52,6 Prozent gestiegen." Oder anders ausgedrückt: "Auf einem Niveau von 13.000 Punkten hat der Dax-Kursindex 6.200 Index-Punkte und die reinvestierten Dividenden 6.800 Index-Punkte zu den 13.000 Punkten im Dax-Performance-Index beigesteuert."

Vorsicht, Falle!

Eine hohe Ausschüttungsquote steht meist auch für Stabilität und Ertragskraft. Allerdings darf man sich nicht ausschließlich auf die aktuelle Dividendenrendite verlassen. Wichtig sind auch Nachhaltigkeit und generelle Unternehmensqualität.

lg