1/6

Stimmen zum Börsengewitter Galerie

Thomas Böckelmann

Thomas Böckelmann, Leiter Portfoliomanagement EuroSwitch Vermögensverwaltung
"Jüngste Zinsanstiege haben ausgereicht, um die Nervosität an den Aktienmärkten zurückkehren zu lassen. Binnen weniger Stunden verdampften an den US-Aktienbörsen 1.000 Milliarden Dollar Kurswerte. Globalisierung und zunehmend gleichgerichtetes Investorenverhalten wie Algorithmushandel und passives Investieren mit ETFs ließen die Volatilität auf mehrjährige Höhen schießen.

Erwartungsgemäß setzt sich die Ansteckung über den Globus fort. Eine Korrektur von bislang erreichten Höhen ist gesund und sinnvoll – die Bewertungen waren der Realität enteilt. Das konjunkturelle Fundament ist gesund, aber fragil. Fehlender ökonomischer Sachverstand politisch Verantwortlicher dies- und jenseits des Atlantiks gefährden die Erfolge der Notenbanken, die unter erheblichen Risiken für ein globales synchrones Wachstum gesorgt haben. Das jetzige Marktumfeld bietet erste Opportunitäten, für einen breiten Einstieg ist es jedoch zu früh."

Stimmen zum Börsengewitter Galerie

Thomas Böckelmann

Thomas Böckelmann, Leiter Portfoliomanagement EuroSwitch Vermögensverwaltung
"Jüngste Zinsanstiege haben ausgereicht, um die Nervosität an den Aktienmärkten zurückkehren zu lassen. Binnen weniger Stunden verdampften an den US-Aktienbörsen 1.000 Milliarden Dollar Kurswerte. Globalisierung und zunehmend gleichgerichtetes Investorenverhalten wie Algorithmushandel und passives Investieren mit ETFs ließen die Volatilität auf mehrjährige Höhen schießen.

Erwartungsgemäß setzt sich die Ansteckung über den Globus fort. Eine Korrektur von bislang erreichten Höhen ist gesund und sinnvoll – die Bewertungen waren der Realität enteilt. Das konjunkturelle Fundament ist gesund, aber fragil. Fehlender ökonomischer Sachverstand politisch Verantwortlicher dies- und jenseits des Atlantiks gefährden die Erfolge der Notenbanken, die unter erheblichen Risiken für ein globales synchrones Wachstum gesorgt haben. Das jetzige Marktumfeld bietet erste Opportunitäten, für einen breiten Einstieg ist es jedoch zu früh."

Jochen Stanzl, Chefanalyst bei CMC Markets
"Es ist wie bei der Reise nach Jerusalem -  jeder wusste, dass er irgendwann keinen Platz mehr finden wird. Und am Freitag und Montag hat die Musik aufgehört zu spielen. Wer bei 13.600 Punkten im Dax und damit mehr als 1.000 Punkte höher einsteigen wollte, hat jetzt kaum Argumente an der Hand, dies nicht mehr zu tun. Außer der Angst, es könne jetzt noch weiter runtergehen.

Eine Flucht in Sicherheit findet weiterhin nicht statt. Zwar gab es ein wenig Kursgewinne bei Anleihen und einen kleinen Anstieg im Gold. Was wir hier gesehen haben, aber war keine Flucht in Sicherheit -  es war eine Flucht aus dem Risiko. Damit sitzen jetzt offenbar viele Handelssysteme und Anleger auf großen Barbeständen, die früher oder später wieder ihren Weg zurück in Aktien finden werden."

James Bateman

James Bateman, Chefanleger für Multi Asset bei Fidelity International
"Die leichten Rückschläge der vergangenen Tage scheinen der beste Beweis dafür, dass die Märkte gesund sind. Der von Technologieaktien befeuerten Rally in den USA war schon lange jeder Sinn für Realität verloren gegangen. Die Aussicht auf ewig niedrige Inflation konnte nicht von Dauer sein, und die US-Notenbank hat einen neuen Chef, der sich erst noch bewähren muss. Besorgniserregender wäre es, wenn die Märkte auf all das mit einem Achselzucken reagiert hätten.

Selbst nach den jüngsten Kursbewegungen notieren US-Aktien immer noch um rund 50 Prozent über ihrem Stand von Anfang 2016...
In diversen Aktiensektoren schwächeln die Kurse zwar, aber doch nicht so stark, dass mit einem allgemeinen Markteinbruch zu rechnen wäre. Ich bleibe daher in Aktien investiert – werde aber nach Kursverlusten in „Value“-Titel umschichten, die während der jüngsten Momentum-Rally nicht mit den Aktienmärkten Schritt halten konnten. Ferner werde ich solche Aktien meiden, deren Dividendenrenditen nicht durch starke freie Cashflows und eine solide Bilanz untermauert werden."

Henning Gebhardt

Henning Gebhardt, Leiter Wealth and Asset Management bei Berenberg
"Wir glauben nicht, dass die derzeitige Abwärtsbewegung an den Aktienmärkten das Ende des Bullenmarktes ist. Sie ist vielmehr Ausdruck der ansteigenden Volatilität, wie wir sie auch prognostiziert haben. Dieser Anstieg hat automatische Verkäufe durch systematische Strategien ausgelöst, das heißt die aktuelle Bewegung ist in erster Linie technisch beziehungsweise mechanisch bedingt und nicht fundamental.

Der makroökonomische Zyklus ist weiterhin in Takt und sollte uns auch noch deutlich über das Jahr hinaus tragen. Auch von der Zinsseite sehen wir keine allzu große Gefahr, da der Zinsanstieg nicht in diesem Tempo weitergehen sollte. Insofern sehen wir die aktuelle Situation eher als Möglichkeit zum Nachkaufen und Aufstocken von Positionen. Positiv gestimmt sind wir für Zykliker wie die Halbleiterindustrie oder Small Caps."

ETX-Analyst Neil Wilson

Neil Wilson, Senior Market Analyst bei ETX
"In diesem technisch getriebenen Selloff spielen Kursmarken eine wichtige Rolle. Algorithmen reißen die Unterstützungsmarken und treiben den Markt damit jedes Mal weiter nach unten... Bisher sind Schnäppchenjäger immer für den Einstieg bestraft worden - obwohl Aktien mit Blick auf die Gewinnaussichten immer attraktiver erscheinen."

Schriftzug an der Zentrale der NordLB in Hannover

NordLB Research
"Der zuletzt große Optimismus an den Börsen ist in den vergangenen Tagen auf eine harte Probe gestellt worden. Die Rekordjagd der Aktienmärkte führt derzeit in Verbindung mit den seit einiger Zeit wieder steigenden Zinsen zu Belastungen für die Kurse der Dividendenpapiere. Investoren haben in diesem Umfeld zuletzt Gewinne mitgenommen. Die ökonomischen Fundamentaldaten in den USA und in anderen Währungsräumen bleiben aber erfreulich. Der aktuelle Winterschlussverkauf an den Börsen sollte daher nun langsam beginnen, die Schnäppchenjäger unter den Investoren anzuziehen."

Mehr zum Thema:
So tief kann der Dax jetzt noch fallen