Aktien-Chart mit

Aktienkauf wird günstiger Rabattschlacht bei Online-Brokern

Stand: 01.03.2019, 15:48 Uhr

Die Deutschen bleiben weiterhin Aktienmuffel. Dabei wird der Wertpapierkauf hierzulande immer günstiger. Neben einer Reihe von arrivierten Online-Brokern sorgen auch Neulinge im Geschäft für Preisdruck auf Transaktionsgebühren - bis hin zum kostenlosen Aktienkauf.

"Mobiler, intuitiver, schneller – und provisionsfrei": So wirbt das Berliner Fintech "Trade Republic" seit Jahresanfang um neue Kunden Berlin, mit einer deutschen Banklizenz und den Kooperationspartnern HSBC und der Solaris Bank. Interessenten können sich auf die Warteliste für Kunden setzen lassen und werden nun nach und nach für den Handel freigeschaltet. Anleger handeln bei Trade Republic Aktien über das Handelshaus Lang & Schwarz, das sich bei seinen Kursstellungen am Xetra-System der Deutschen Börse orientiert.

Harter Kampf um die Kundschaft

Der Vorstoß der Berliner Nachwuchs-Unternehmer ist nur der aktuellste "Move" bei der Gewinnung neuer, junger Kunden für den Wertpapier- und insbesondere Aktienkauf. Die Zeiten, in denen die Anteilsscheine persönlich oder per Telefon in der Bankfiliale geordert werden mussten, sind ohnehin lange vorbei.

Und auch Transaktionsgebühren, die höher sind als rund ein Viertel Prozent der Kaufsumme, werden nur noch von Anlegern bezahlt, die entweder nur sehr selten oder mit kleinen Beträgen handeln - oder aber keinen Überblick über die tatsächliche Situation im deutschen Brokermarkt haben.

Flat-Fee, auch beim Aktienkauf

Längst gibt es außerdem Anbieter, die "Flat-Fees" beim Aktienkauf anbieten. Dabei wird, unabhängig von der Ordergröße, ein Fixbetrag erhoben, auf den in der Regel noch die Gebühren der Börsen oder des Xetra-Handelssystems aufgeschlagen werden. Deutlich unter zehn Euro je Order können damit kleine und große Aktienkäufe getätigt werden. Gerade für Anleger, die regelmäßig handeln, ist die Ordergebühr ein wichtiger Faktor, der sogar über die Gesamtrendite eines Aktiendepots mitentscheidet.

Findige Vieltrader und Sparfüchse drücken die Gebühren für den eigenen Handel sogar noch weiter gegen null. Mehrere Online-Broker bieten regelmäßig "Free-Trade"-Aktien für Bestandskunden. Diese können für den Aktien-, aber auch den ETF- und Zertifikatehandel gelten. Wer ein bestimmtes Quantum an Trades allmonatlich absolviert, erhält bei vielen Anbietern zumindest deutliche Rabatte.

CFD-Anbieter als Seiteneinsteiger

Günstiger Aktienhandel ist im Jahr 2019 längst nicht mehr nur über die altbekannten Online-Broker wie die Marktführer Comdirect, ING Diba und Consorsbank möglich. Zu den neueren Playern im deutschen Markt gehören die Onvista Bank, Flatex und niederländische DeGiro. Aber auch Anbieter von CFDs, so genannten Differenzkontrakten, haben den "echten", "physischen" Aktienhandel für sich entdeckt. So bietet der Marktführer in Sachen CFD Deutschland, die britische IG Markets, den Kauf und Verkauf von Aktien mit einer geringen Gebühr an. Und der Social-Trading-Anbieter eToro kassiert beim Aktienkauf lediglich einen standardisierten Spread (Differenz von Kauf- und Verkaufspreis). Transaktionsgebühr: Fehlanzeige.

Andere Kosten und Service nicht vergessen

Bei der Konzentration auf die möglichst niedrigen Kosten für die Wertpapierorder sollte der Anleger freilich andere Kostenfaktoren nicht außer acht lassen. Dazu gehören etwa mögliche Gebühren für das Depot selbst, für Orderzusätze wie Stop-Loss, für Teilausführungen oder Aktiensparpläne. (s. dazu auch unser Überblick: Aktien kaufen, aber günstig) Und nicht zuletzt sollte auch der Service selbst im Discount-Segment eine Rolle spielen. Verlässlichkeit bei der Order-Ausführung oder Erreichbarkeit eines Ansprechpartners, falls nötig, gehören beim Wertpapierhandel dazu.

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Broker mit Discount im Überblick Gebührenjagd beim Aktien-Kauf

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Flatex
Der fränkische Preisbrecher hat sein Gebührenkonzept gleich in seinem Namen verewigt. Die Standardorder kostet bei Flatex 5,90 Euro plus Börsengebühren von rund einem Euro. Daneben bietet man auch deutlich vergünstigten Handel von Zertifikaten und Terminkontrakten über Partner an. Und rund 350 ETF-Sparpläne sind von Gebüren befreit.

AB