Zwei Männer und eine Frau rechnen

Sparen beim Aktien- und Fondskauf Kosten runter - Rendite rauf

Stand: 01.12.2017, 15:59 Uhr

Ein gutes Händchen für die richtige Aktie oder einen guten Investmentfonds zu haben, ist viel wert. Damit die Anlage aber auch ungestört performen kann, sollten gerade Privatanleger stets ein waches Auge auf die Kosten beim Investmentprozess haben.

Gerade, wer aktiv am Aktienmarkt unterwegs ist und nach aktuellen Chancen bei Einzelwerten sucht, kann ein Lied von der Mühsal mit offenen und versteckten Kosten beim Handeln singen. Sie knabbern eifrig an der Rendite, wie ein kleines Beispiel zeigt: Bei zehn Trades im Monat mit je 5.000 Euro Kapitaleinsatz vernichten allein die Ausführungskosten bei einem üblichen Online-Broker durchaus schmerzhafte Renditeanteile. Zehn Mal 10 Euro für die Ausführung etwa macht 100 Euro an Kosten, allmonatlich.

"Hin und Her" kostet

Gesetzt den Fall, der Anleger gebietet über ein 50.000 Euro-Depot, läppern sich die Handelsgebühren pro Jahr auf 1.200 Euro (12x100) - das sind 2,4 Prozent des Depotwerts; und die müssen durch geschicktes Kaufen und Verkaufen erst einmal erwirtschaftet werden. Dazu kommen je nach der Bank oder dem Broker, den der Anleger nutzt, vielleicht auch noch Depotgebühren, die durchaus 100 Euro jährlich ausmachen können.

Kleiner Spread, große Wirkung

Nicht leicht erkennbar für viele Anleger, aber unverkennbar ein Kostenfaktor ist der "Spread" beim Aktienkauf. Die Differenz zwischen An- und Verkaufspreis liegt je nach Tageszeit, Börsenplatz und Liquidität durchaus bei 0,02 bis 0,5 Prozent pro Kauf. Wer im oben beschriebenen Beispiel 120 Trades im Jahr mit jeweils zehn Prozent seines Depotwertes vornimmt und durchschnittlich einen Spread von nur 0,05 Prozent zu "überwinden" hat, muss allein dafür mit rund einem halben Prozent Rendite jährlich bezahlen.

ETF statt Ausgabeaufschlag

Auch wer weniger aktiv handelt oder gleich auf Indexfonds (ETF) oder aktiv gemanagte Fonds setzt, steht stets vor der Kostenfrage. Ist der von der Sparkasse oder der Hausbank empfohlene Aktienfonds wirklich einen Ausgabeaufschlag von fünf Prozent wert und dazu noch Verwaltungskosten und gegebenenfalls eine erfolgsabhängige Performance Fee?

Sparen möglichst ohne Kosten

Und wer langfristig per Fonds, ETF oder Aktie ansparen will, hat in den meisten Fällen eine renditeschluckende Gebühr für jede Sparrate zu entrichten. Wenn bei 100 Euro monatlicher Fondssparrate jeweils 1,5 Euro abgezwackt wird, dann bedeutet das aufs Jahr gesehen fast zwei Prozent weniger Rendite im Depot. Wenn man unterstellt, dass ein Aktiendepot im historischen Durchschnitt rund sechs Prozent jährlich an Wertzuwächsen erreicht, dann bedeuten solche Sparplankosten den Verlust eines Drittels der Jahresrendite.

Auch das noch: Abgeltungssteuer

Und nicht zuletzt schlägt der Fiskus bei den entstehenden Gewinnen, ob durch Dividenden oder Kursgewinne durch die Abgeltungssteuer erbarmungslos mit 25 Prozent zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer zu. Von den eigentlichen Wertzuwächsen bei den Aktien im eigenen Depot bleibt dann womöglich nur die Hälfe an "echten" Gewinnen für den Anleger übrig. Höchste Zeit also für einen Kosten-Check.

1/10

Kostencheck fürs Depot Sparen beim Aktien- und Fondskauf

Gebühren, Kosten - alle wollen Geld

Depotgebühren überflüssig
So manche Filial- und Großbank schröpft ihre Kunden noch immer mit Depotgebühren, die zum Teil sogar quartalsweise erhoben werden. Im Internet-Zeitalter sind diese Gebühren eigentlich aus der Zeit gefallen. Wer seiner Hausbank nicht den Rücken kehren will, kann gegebenenfalls auf Anfrage in ein anderes Gebührenmodell wechseln - oder er rangiert sein Wertpapierdepot zu einem Online-Broker ohne Grundgebühren um.

AB

Darstellung: