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Kryptowährung für ein heißes Depot Investieren in den Bitcoin?

Stand: 05.12.2017, 09:08 Uhr

Beginn einer Blase oder Langzeitinvestment für Anleger? Die Hausse der "Cyber-Währung" Bitcoin weckt bei vielen privaten Investoren Begehrlichkeiten. Der Kauf und Handel von Bitcoins hat aber einige heikle Aspekte.

Wer mit dem Bitcoin handeln will, muss derzeit noch Umwege in Kauf nehmen. Die Krypto-Währung ist weder ein Teil des regulären Devisenmarktes, noch ein "Commodity" also ein Rohstoff, der auf den üblichen Terminmärkten gehandelt wird. Der direkteste Weg für Anleger zum Bitcoin, der letztlich aus der Leistung von Computerberechnungen entsteht, führt über die gängigen Bitcoin-Marktplätze oder -Börsen.

Privater Handelsplatz...

Für den deutschen Markt ist die Plattform "Bitcoin.de" einer der Handelsplätze, über die die Einheiten ge- und verkauft werden können. Hier treffen sich - ganz klassisch - Angebot und Nachfrage zumeist privater Bitcoin-Händler. Der Preis schwankt mit den Transaktionen im Sekundentakt. Der Nutzer hat dabei Einblick in ein Orderbuch und sieht die Stückzahlen, die angeboten und nachgefragt werden. So werden auf der Kaufseite für einen Bitcoin heute zwischen 9.689 Euro aufgerufen, während der günstigste Verkaufspreis bei 9.700 Euro liegt.

Die Händler geben bei Transaktionen eine Bankverbindung an, auf die die Beträge in echten Euro überwiesen werden müssen. Die Plattform weist aus, ob die Gebote von "vollständig identifizierten Usern" kommen und vergibt außerdem "Trust-Levels", also Vertrauens-Niveaus, in die die Bewertungen der Handelspartner einfließen. Die gekauften Bitcoins werden hier einem Benutzerkonto gutgeschrieben. Für die Transaktion erhält Bitcoin.de eine Marktplatzgebühr zwischen 0,8 und 1,0 Prozent, die von beiden Handelspartnern getragen wird.

Durch eine Kooperation mit der Münchener Fidor Bank können Kunden der Bank Mittel auf ihrem Konto für den Handel mit Bitcoins über Bitcoin.de "reservieren". Die "Community-Bank" ist das erste Institut, das so indirekt einen Bitcoin-Handel für ihre Kunden anbietet.

... oder Bitcoin-"Börse"

Bitcoin in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Crypto Currencies für den Zeitraum Intraday
Kurs
8.807,65
Differenz relativ
-1,01%

Internationaler und auch in Dollar werden Bitcoins auf Börsen wie Bitstamp gehandelt. Hier liegen Angebots- und Nachfragepreise deutlich enger beieinander. Für eine Transktion muss ein Konto bei Bitstamp zunächst mit eigenen Geld gefüllt werden, ähnlich bei bei einem Wertpapier-Depot.

Bitstamp erhebt eine Gebühr von 0,25 Prozent bei Orders mit einem Volumen von weniger als 18.000 Euro oder Dollar. Das Unternehmen ist in Luxemburg lizenziert und bezeichnet sich als erste europäische Bitcoin-Börse.

Zertifikat als Alternative

Auch die Zertifikate-Industrie hat in Sachen Bitcoin längst geschaltet. Über ein Bitcoin-Zertifikat etwa der Bank Vontobel kann der Privatanleger auch außerhalb der spezialisierten Handelsplätze am Bitcoin-Boom teilnehmen. Die Schweizer Bank war eine der ersten weltweit, die ein Bitcoin-Zertifikat auflegte, das den Wert der virtuellen Währung gegenüber dem Dollar abbildet.

Mit dem Partizipations-Zertfikat auf Bitcoin (WKN VN5MJG) konnten Anleger seit der Auflage des Scheins im November satte 300 Prozent Gewinn einfahren. Neben einem satten Spread von 2,4 Prozent muss der Anleger dabei freilich noch die Transaktionskosten seines Brokers oder seiner Bank berücksichtigen. Anleger müssen hier das Risiko einer Abwertung des Dollars gegenüber dem Euro berücksichtigen. Vontobel bietet inzwischen auch Mini-Futures auf Bitcoin an, mit denen die Krypto-Währung "geshortet", also auf fallende Kurse gewettet werden kann (ISIN CH0389658912 und CH0389658938).

Der schwedische Emittent XBT Provider bietet zwei Bitcoin-Zertifikate an (ISIN SE0007525332 und SE0007126024). Für alle Zertifikate gilt, dass neben dem Kursrisiko noch das Emittentenrisiko besteht. Geht der Zertifikate-Herausgeber pleite, droht der Totalausfall.

Ab Herbst Bitcoin-Optionsscheine?

Die Bitcoin-Börse LedgerX hat seit Herbst auch Optionsscheine auf den Bitcoin im Angebot. Nun sind auch Optionsscheine auf den Bitcoin-Konkurrenten Ethereum in Arbeit. An LedgerX ist Google Ventures beteiligt, der Investment-Arm des Techriesen Google/Alphabet.

Bitcoin im CFD-Gewand

Eine Reihe von CFD-Brokern haben Bitcoins als Basiswert ebenfalls bereits entdeckt. Marktführer IG Markets etwa bietet den Handel mit Bitcoin-Kontrakten in mehreren Währungen an. Dazu ist auch die Konkurrenz-Währung Ethereum bereits per CFD handelbar.

Anleger kaufen hier aber nicht "echte" Bitcoins, sondern mit den "contracts for difference" nur eine "Vereinbarung" über einen Preis, den der CFD-Anbieter auch noch selbst stellt. CFDs werden üblicherweise auf "Margin" gehandelt, der Käufer benötigt also nur einen Bruchteil des Kaufpreises, der Handel ist daher mit einem Hebel versehen, der auch ein deutlich gesteigertes Risiko bedeutet.

Bitcoin

Bitcoin. | Bildquelle: IG Markets

Bei IG liegt der Preis für den Dollar-Kontrakt ziemlich nahe am Börsenpreis. Der Käufer muss allerdings mit einem Spread von etwa 60 Dollar zwischen An- und Verkaufspreis leben, deutlich mehr als etwa bei CFDs auf Aktienindizes oder Währungen.

"Copyfund" bei eToro

Der Social-Trading-Anbieter eToro hatte Bitcoin-CFDs als einer der ersten im Angebot. Hier liegt der Spread mit derzeit 20 Dollar auf einem rekordverdächtig hohen Niveau. eToro bietet inzwischen sogar einen "Copy-Fund" auf Cyperwährungen an, in den nicht nur der Bitcoin-Preis, sondern auch der von "Ethereum" eingeht. Weitere Krypto-Währungen sollen demnächst aufgenommen werden.

Etoro Copyfund

Etoro Copyfund. | Bildquelle: Etoro

Bald steigen die Profis ein

Für die Handelbarkeit der Cyber-Währung wird es Anfang Dezember richtig spannend. Denn mit dem Start gleich mehrerer Future-Kontrakte können professionelle Anleger wie Hedgefonds ins Geschäft mit Bitcoin im großen Stil einsteigen. Die Chicagoer Terminbärse CME wird ab 18. Dezember einen solchen Future anbieten. Noch eine Woche zuvor will die Konkurrentin CBOE am 10. Dezember mit einem eigenen Future starten. Und auch die Technologiebörse Nasdaq plant den Launch eines Future-Produkts für das kommende Jahr.

Wann kommt der Bitcoin-ETF?

Einen echten Investmentfonds auf Bitcoin gibt es derzeit noch nicht. In den USA versuchen die Brüder Winklevoss, Investoren, bekannt durch ihre Auseinandersetzung mit Facebook-Gründer Mark Zuckerberg, ein solches Vehikel zu gründen. Ein Bitcoin-ETF ist bislang an regulatorischen Hürden gescheitert. Mit der Einführung der Future-Kontrakte stehen die Chancen dafür nach Expertenschätzungen aber nun deutlich besser. Damit würde dem Handel mit Bitcoin auch der Massenmarkt geöffnet. Große Investoren wie Investmentfonds, Versicherungen und Pensionsfonds aber nicht zuletzt auch Privatanleger hätten damit einen breiten Zugang in die Cyberwährung.

AB/bs

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