Wege und Gefahren des Dschungels

Bärenmarkt, was nun? Fluchtwege aus dem Aktienmarkt

Stand: 07.12.2018, 15:16 Uhr

Die Rutschpartie bei Dax & Co. in den vergangenen Wochen lässt viele Anleger zweifeln. Steht eine längere Baisse am Aktienmarkt bevor? Wer für ein solches Szenario Anlagealternativen sucht, muss sich abseits gewohnter Pfade umschauen.

Die Börse ist keine Einbahnstraße, diese Erkenntnis mussten Privatanleger im laufenden Jahr schmerzhaft machen. Der Dax ist seit Jahresbeginn um rund 15 Prozent abgeschmiert. Bis zum Allzeithoch, das im Januar 2018 bei 13.570 Punkten markiert wurde, sind es gar fast 25 Prozent. Auch wenn die Aktienmärkte in den kommenden Wochen eine kleine Erholungsbewegung vollführen dürften, die Aussichten für die nähere bis mittlere Zukunft sind derzeit nicht allzu rosig.

Risikofaktoren bleiben bestehen

Politische Risiken dürften auch weiterhin für Rückschläge sorgen. Der Handelsstreit zwischen den USA und China ist längst nicht ausgestanden. Das hat auch die Eskalation mit der Verhaftung der Finanzchefin des chinesischen Telekom-Konzerns Huawei gezeigt. Die Brexit-Entscheidung fällt in den kommenden Tagen im britischen Parlament, doch die wirtschaftlichen Auswirkungen der Abspaltung Großbritanniens sind in ihrem Ausmaß noch nicht klar erkennbar. Dazu kommen Probleme innerhalb der EU, wie etwa die gemeinschaftsfeindliche Schuldenpolitik in Italien, die Proteste gegen Wirtschaftsreformen in Frankreich.

Die Weltkonjunktur reagiert empfindlich auf Handelsschranken und mittelbar auch auf politische Auseinandersetzungen, das haben eine Reihe von Wirtschaftsdaten in der EU und auch den USA in den vergangenen Wochen gezeigt. Die US-Notenbank bedenkt derzeit bereits ihren Zinsanhebungszyklus, weil die US-Konjunktur wohl doch nicht wie gewünscht brummt.

Bärenmarkt auch 2019?

Mögliche Rezession, sinkende Wirtschaftstätigkeit: Das belastet naturgemäß die Gewinne der Unternehmen und drückt ihre Aktienkurse. Für Aktienanleger bleibt damit Ende 2018 die Gretchenfrage: Zumindest zum Teil raus aus dem Aktienmarkt, und wenn ja, wohin?

Die klassischen Asset-Alternativen zum Aktienmarkt wären Anleihen und Rohstoffe. Am Bondmarkt herrschen allerdings weiter niedrige Renditen vor, besonders bei Anleihen von Staaten und Unternehmen mit hoher Bonität. Bundesanleihen werfen nahe null Rendite ab, bei US-Staatspapieren gehen sie dagegen in Richtung drei Prozent. Mehr Rendite bei mehr Risiko versprechen High-Yield-Anleihen oder auch Unternehmens-Anleihen, die auf Firmenbonds mit guter und mittlerer Bonität setzen.

Hinter dem Anlagehorizont

Verschiedene Ausweichmöglichkeiten zur klassischen Aktienanlage hat die Finanzindustrie aber schon seit langem in petto. Dazu gehören etwa Hedgefonds-Konstruktionen, bei denen von steigenden und fallenden Kursen am Aktienmarkt profitiert werden kann. Große Investoren nutzen seit langem auch Private Equity, also vorbörsliche Unternehmensbeteiligungen als Anlagealternative. Nicht zuletzt könnten in den kommenden Monaten auch Absolute Return-Fonds wieder an Bedeutung gewinnen. Und in der Welt der Indexfonds gibt es "Smart Beta"-Konzepte, die Hilfe in stürmischen Börsenzeiten versprechen. Positive Renditen sind also möglich, die Suche danach könnte aber schwierig bleiben.

Hilfe bietet die folgende Übersicht der "Altenativen für die Baisse":

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Alternativen für die Baisse Übersicht

<strong>Anleihen</strong><br/>Die klassische Assetklasse neben dem Aktienmarkt ist traditionell der Rentenmarkt. Anleihen von Staaten mit hoher Bonität werfen freilich in der Niedrigzinsphase weiterhin nur dürre Renditen ab. Etwas höher sind die potenziellen Erträge bei Unternehmensanleihen, die man am besten im großen Stil über einen Fonds wie den von Blackrock kauft. Hier versammeln sich die Papiere von Großkonzernen mit überwiegend hoher Kreditwürdigkeit wie Walmart, AT&T oder auch Bertelsmann. : Kursverlauf am Börsenplatz Fonds für den Zeitraum 5 Jahre

Anleihen
Die klassische Assetklasse neben dem Aktienmarkt ist traditionell der Rentenmarkt. Anleihen von Staaten mit hoher Bonität werfen freilich in der Niedrigzinsphase weiterhin nur dürre Renditen ab. Etwas höher sind die potenziellen Erträge bei Unternehmensanleihen, die man am besten im großen Stil über einen Fonds wie den von Blackrock kauft. Hier versammeln sich die Papiere von Großkonzernen mit überwiegend hoher Kreditwürdigkeit wie Walmart, AT&T oder auch Bertelsmann.

AB