Manager mit Dollarscheinen in der Anzugtasche

Neue Studie Finanzinvestoren werden vorsichtiger

Stand: 27.12.2018, 12:31 Uhr

Die Kauflaune von Finanzinvestoren in Deutschland hat sich einer Studie zufolge merklich abgekühlt, sie bleibt aber auf hohem Niveau. Der Brexit, der Handelskonflikt zwischen USA und China und der Haushaltsstreit zwischen EU und Italien hinterlassen Spuren.

2018 ging die Zahl der Transaktionen wegen des schwachen zweiten Halbjahrs auf 216 von 227 im Vorjahr zurück, das Volumen schrumpfte auf 17,9 Milliarden Euro von 19,4 Milliarden, wie das Beratungsunternehmen EY (Ernst & Young) berichtet. Allerdings war das Vorjahr außergewöhnlich stark: Es markierte die höchste Anzahl an Deals und den zweithöchsten Transaktionswert seit der Finanzkrise.

"Grundsätzlich sind die Bedingungen für ein weiterhin sehr hohes Niveau aber gut", sagte EY-Partner Michael Kunz mit Blick auf 2019. Allerdings könnten der Brexit, der Handelskonflikt zwischen den USA und China oder auch der Haushaltsstreit zwischen der EU-Kommission in Italien den Markt bremsen. Der Druck auf die Unternehmen bleibe jedoch hoch, auf Herausforderungen wie die Digitalisierung mit Veränderungen zu reagieren.

"Derzeit sind zahlreiche große Veräußerungen von Unternehmensteilen in der Vorbereitung, die 2019 zum Abschluss kommen werden." So will Bayer sich von seinem Tiermedizin-Geschäft trennen, BASF hat sein Bauchemie-Geschäft auf den Prüfstand gestellt und Metro will die Supermarkt-Kette Real verkaufen.

Langsam wird’s teuer

Allerdings buhlen die Private-Equity-Firmen oft mit finanzkräftigen strategischen Investoren um den Zuschlag. "Inzwischen werden Preise aufgerufen, bei denen viele Finanzinvestoren nicht mehr mitgehen wollen", sagte EY-Partner Wolfgang Taudte. "Strategische Investoren sind oft in der Lage, Synergieeffekte durch Übernahmen zu erzielen und deshalb eher bereit, tiefer in die Unternehmenskasse zu greifen."

Am meisten Geld legten Private-Equity-Fonds in Deutschland 2018 für den Energiedienstleister Techem auf den Tisch, der für 4,6 Milliarden Euro vom australischen Infrastrukturinvestor Macquarie an ein Konsortium um die Schweizer Partners Group verkauft wurde. EQT zahlte 2,2 Milliarden Euro für das Linux-Softwareunternehmen SUSE. Die Reederei Scandlines wechselte für 1,7 Milliarden Euro den Besitzer.

rtr