Dunkle Wolken über der Europäischen Zentralbank in Frankfurt

EZB: Wetten auf Zinssenkung nehmen zu

Stand: 02.07.2019, 10:39 Uhr

Am Geldmarkt wird stärker auf eine Zinssenkung der EZB im Juli spekuliert. Inzwischen wird dort die Wahrscheinlichkeit auf 50 Prozent taxiert, dass die Euro-Wächter dann auf ihrer geldpolitischen Sitzung den Einlagensatz tiefer in den negativen Bereich auf minus 0,5 Prozent senken. Aktuell liegt er bei minus 0,4 Prozent. Ein negativer Einlagenzins bedeutet, dass Banken Strafzinsen zahlen müssen, wenn sie bei der Euro-Notenbank überschüssige Gelder parken.

Investoren am Geldmarkt stützen ihre Erwartung auf die Kursentwicklung von Finanzinstrumenten. Im Blick haben sie dabei die Futures auf den Interbanken-Zins Eonia am 25. Juli, dem Tag der EZB-Zinssitzung. Das sind Wetten auf den Stand des Satzes zu diesem Zeitpunkt. Im Eonia-Zins spiegelt sich wider, zu welchem Preis sich Banken untereinander über Nacht Geld ausleihen. Aus der Differenz zwischen dem aktuellen Satz und den Futures leiten Geldmarkt-Experten Wahrscheinlichkeiten für Zinsschritte der Notenbank ab.