Indischer Sadhu (Asket) mediert im Sonnenuntergang

Die Deutschen und der Aktienmarkt Es lebe der Renditeverzicht!

Stand: 16.03.2018, 14:19 Uhr

Auch nach neun Jahren Hausse bleibt das Verhältnis der Deutschen zum Aktienmarkt schwierig. Die Vorurteile sind teilweise gigantisch, wie eine aktuelle Studie zeigt.

Die "Aktion pro Aktie", hinter der die Direktbanken Comdirect, Consorsbank und ING-DiBa stehen, hat bei den Deutschen nachgefragt, wie sie es mit Aktien halten. Herausgekommen ist die Studie "Aktienkultur in Deutschland".

Dabei betrachten 48 Prozent der befragten 2.000 Teilnehmer Aktien als "Spekulationsobjekt", 14 Prozent als "Zockerpapier", sieben Prozent als "Anlage ohne konkreten Werte dahinter" und zwei Prozent "Urkunde, die man sich an die Wand hängt". Das zeigt, wie speziell das Verhältnis von erheblichen Teilen der deutschen Bevölkerung zu Aktien ist. Die von zwölf Prozent getroffene Aussage, Aktien seien ein "Kredit, den man einem Unternehmen gibt", spricht zudem für ein erhebliches Maß an Unwissenheit.

Doch etwas Hoffnung bleibt, denn immerhin betrachten 58 Prozent der Befragten richtigerweise ein Aktien-Investment als eine "Beteiligung an einem Unternehmen". 29 Prozent sehen Aktien als "gute Geldanlage", aber nur acht Prozent als "sichere Geldanlage".

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Die jahrelange Hausse hat das Verhältnis zum Aktienmarkt etwas verbessert. Laut der "Aktion pro Aktie", ist der Anteil der Deutschen, die über Aktien beziehungsweise Aktienfonds verfügen, innerhalb eines Jahres um sechs Prozentpunkte auf 30 Prozent gestiegen. Vor allem jüngere Anleger erhöhten ihren Aktienanteil gegenüber dem Vorjahr deutlich. Bei den 25- bis 34-Jährigen stieg der Aktienanteil im Portfolio von 19 auf 33 Prozent.

Dennoch dominieren immer noch kurzfristige und niedrig bis gar nicht verzinste Geldanlagen wie Girokonten, Sparbücher und Tagesgeldkonten das deutsche Anlageverhalten. Längerfristig spielen Bausparverträge und selbstgenutzte Immobilien ein wichtige Rolle.

Angst vor Geldverlusten, dem Kauf der falschen Aktien und fehlendes Wissen halten die Deutschen vor Aktieninvestments ab. Doch diese Sorgen werden vermutlich zu hoch gewichtet: "Die Frage nach dem idealen Einstiegszeitpunkt sollte den Privatanleger nicht allzu sehr beschäftigen. Wichtiger ist vielmehr ein langfristiges Aktieninvestment mit kontinuierlichen monatlichen Sparraten. Dies ist zum Beispiel mit Aktien- oder Aktienfondssparplänen einfach und auch mit kleinen Beträgen zu realisieren, ohne dass die Anleger übermäßige Risiken eingehen müssen“, weiß die Geschäftsführerin des Deutschen Aktieninstituts (DAI) Christine Bortenlänger.

ME