Bronzebulle bei der Börse in New York

Positives Denken Drei gute Gründe, jetzt Aktien zu kaufen

von Angela Göpfert

Stand: 10.04.2018, 13:49 Uhr

Die Entspannung im Handelsstreit sorgt für gute Laune bei Anlegern. Doch es gibt noch andere Gründe, warum sich der Aktienkauf mittelfristig wieder lohnen dürfte.

1: Schlechtes Sentiment

Ginge es nach den jüngsten Titelblättern der gedruckten Finanzpresse, so war das Ende nahe: "Börse Online" titelte "Im Tal der Tränen", "Der Aktionär" fragte "Alles verkaufen?".

Auch in den USA hatte sich die Stimmung zuletzt deutlich abgekühlt. Der Anteil der bullishen US-Börsenbriefschreiber fiel von 49,5 auf 47,6 Prozent.

Unter den amerikanischen Privatinvestoren, gemessen durch AAII, stieg der Anteil der Bären um 1,3 Prozentpunkte auf 36,6 Prozent. Damit liegt er deutlich über dem historischen Schnitt von 30,5 Prozent, ein extrem bearishes Sentiment ist allerdings nicht zu erkennen.

Doch in einem Bullenmarkt wie diesen können derartige Stimmungsrückgänge schon ausreichen, um ein Tief im Sentiment – und damit auch am Aktienmarkt – zu markieren.

2. Positive Charttechnik

Denn Fakt ist: Die Aktienmärkte befinden sich nach wie vor in einem Bullenmarkt – erst ab Kursverlusten von 20 Prozent spricht man von einem Bärenmarkt.

Der Dax hat im Zuge der jüngsten Kursturbulenzen von seinem Allzeithoch im Januar (13.597 Punkte) in der Spitze 14 Prozent eingebüßt auf 11.727 Zähler im März. Die Unterstützungszone bei 11.700/11.800 Punkten nutzte der deutsche Leitindex als Sprungbrett nach oben.

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 6 Monate
Kurs
12.219,02
Differenz relativ
+0,50%

Positiv herauszustreichen ist die Rückkehr in den Aufwärtstrend seit Februar 2016 (aktuell bei 12.156 Punkten). Was noch fehlt, ist allerdings eine Rückeroberung der 200-Tage-Linie (aktuell bei 12.666 Zählern).

Besser sieht es da beim "großen Bruder" in den USA aus: Der Dow Jones hat seine 200-Tage-Linie (aktuell bei 23.491 Punkten) nur an einem einzigen Handelstag kurzfristig unterschritten.

Dow Jones: Kursverlauf am Börsenplatz Dow Jones Indizes für den Zeitraum 6 Monate
Kurs
26.405,76
Differenz relativ
+0,60%

3. Positive Saisonalität

Rückenwind kommt zudem von der Saisonalität: Demnach gestaltet sich insbesondere die erste April-Hälfte in Zwischenwahljahren meist positiv. Das Jahr 2018 ist aber nicht nur ein Zwischenwahljahr, sondern auch ein 8er-Jahr.

Auf der Suche nach Beispielen von 8er-Jahren, in denen sich die Märkte in einer ähnlich durchwachsenen Situation befanden wie heute, gelangt man rasch zu den Jahren 1968 und 1978.

Illustration: auf einer Blumenwiese wächst ein Pfeil in Richtung Sonne

Im Frühling geht's bergauf - im statistischen Schnitt. | Montage: boerse.ARD.de, Bildquelle: colourbox

Die historischen Vorbilder schüren Hoffnung: "In beiden Fällen bedeutete das März-Tief das Jahres-Tief", betont Marktexperte Robert Rethfeld von "Wellenreiter-Invest".

Tatsächlich schnellten in beiden Fällen die Kurse im Laufe des Aprils mächtig nach oben. Das Jahreshoch 1978 wurde im September eingeloggt, 1968 sogar erst im November.

Fazit: Das negative Sentiment, die positive Saisonalität und die verbesserte Charttechnik dürften als wichtiger Puffer gegen potenzielle negative Entwicklungen im Handelsstreit oder aufkeimende geopolitische Sorgen (Taiwan-Frage, Syrien, Russland) fungieren.

Sie schaffen damit die Basis für mittelfristig weiter steigende Kurse – jenseits aller kurzfristig weiterhin möglichen Verwerfungen.