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Dividendensaison - auf ein Neues Dax-Dividenden: Wer zahlt was?

Stand: 22.03.2018, 11:04 Uhr

Der neue Dividendenjahrgang kann sich wieder sehen lassen. Die Dax-Konzerne dürften eine Rekordsumme von 36,1 Milliarden Euro an ihre Aktionäre ausschütten.

Denn wenn ab April die neue Dividendensaison beginnt, haben die allermeisten der 30 Dax-Unternehmen ihre Ausschüttungen erhöht oder zumindest unverändert gehalten. Dass bei den meisten noch draufgesattelt wird, ist schon bemerkenswert, lagen doch die Ausschüttungen für 2016 mit 32,1 Milliarden Euro bereits auf einem absoluten Spitzenniveau.

Für die laufende Dividendensaison (also für das Geschäftsjahr 2017) erwarten die Analysten der DZ-Bank eine Steigerung der Dividendensumme auf 36,1 Milliarden Euro. Auch für die kommenden Jahre zeigen sich die Experten angesichts robuster Konjunkturprognosen zuversichtlich. Der Dividendenzug fährt also unter Volldampf weiter.

Dax - Gesamtsumme der Dividendenzahlung

Dax - Gesamtsumme der Dividendenzahlung. | Bildquelle: DZ Bank, Grafik: boerse.ARD.de

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ARD-Börse: Dividendenrekord

Das gilt aber nicht nur für das Flaggschiff Dax, sondern auch bei einer breiteren Marktbetrachtung. Für den H-Dax, also die in den Indizes Dax, MDax und TecDax enthaltenen insgesamt 110 Aktien, prognostiziert die DZ Bank ein Dividenden-Rekordvolumen von 46,5 Milliarden Euro für 2017.

Durchschnittlich 42 Prozent der Gewinne werden ausgeschüttet, was im internationalen Vergleich zwar wenig ist; bedingt durch die gestiegene Produktivität in den Unternehmen sind die Ausschüttungen damit aber solide finanziert, ein wichtiges Kriterium bei der Beurteilung von Dividendenstrategien.

HDax - Dividendenausschüttungen

HDax - Dividendenausschüttungen. | Bildquelle: DZ Bank, Grafik: boerse.ARD.de

Die Aktionäre profitieren damit von einem weiteren Jahr der Hochkonjunktur und können meist Erträge erzielen, von denen die Besitzer risikoloser Anleihen im Euroraum schon lange nur noch träumen können. Dividendenrenditen von deutlich über vier Prozent sind auf aktueller Basis keine Seltenheit. Kurzum, die Gewinne sind auch 2017 wieder reichlich geflossen und die Aktionäre erhalten jetzt ihren Anteil daran.

Absolut die höchste Ausschüttung je Aktie wird es wieder bei der Münchener Rück mit 8,60 Euro je Anteil geben, gefolgt von der Allianz mit 8,00 Euro. Linde will zwar insgesamt 7,00 Euro ausschütten, davon entfallen aber nur 3,90 Euro auf 2017. 3,10 Euro werden wegen der anstehenden Fusion mit der amerikanischen Praxair für die ersten drei Quartale 2018 schon im Voraus bezahlt - vorbehaltlich der Genehmigung der Fusion durch die Kartellbehörden. In den USA ist es üblich, Dividenden vierteljährlich auszuschütten.

Ausfälle im Dax gibt es nur vereinzelt, sie sind zudem nicht überraschend. Sorgenkind bleibt weiter die Commerzbank, die auch für 2017 wieder keine Dividende ausschüttet - als einziger Dax-Wert. Die Deutsche Bank leistet nur eine eher symbolische Ausschüttung von 0,11 Euro nach 0,19 Euro im Vorjahr. RWE kehrt sehr zur Freude seiner kommunalen Aktionäre zur Dividendenzahlung zurück.

Dividendensaison 2018 - das zahlen die Konzerne
Dax 30DividendeHauptversammlung
Adidas2,60 €09.05.2018
Allianz8,00 €09.05.2018
BASF3,10 €04.05.2018
Bayer2,80 €25.05.2018
Beiersdorf0,70 €19.04.2018
BMW4,00 €17.05.2018
Commerzbank0,00 €02.05.2018
Continental4,50 €27.04.2018
Covestro2,20 €13.04.2018
Daimler3,65 €05.04.2018
Deutsche Bank0,11 €24.05.2018
Deutsche Börse2,45 €16.05.2018
Deutsche Post1,15 €24.04.2017
Deutsche Telekom0,65 €17.05.2018
Eon0,30 €09.05.2018
Fresenius0,75 €18.05.2018
FMC1,06 €17.05.2018
HeidelbergCement1,90 €09.05.2018
Henkel Vz.1,79 €09.04.2018
Infineon0,25 €22.02.2018
Linde7,00 €09.05.2018 (3,90 € für 2017; 3,10 für 2018 anteilig)
Lufthansa0,80 €08.05.2018
Merck1,25 €27.04.2018
Münchener Rück8,60 €26.04.2018
RWE1,50 €26.04.2018
SAP1,32 €17.05.2018
Siemens3,70 €31.01.2018
ThyssenKrupp0,15 €19.01.2018
Volkswagen Vz.3,96 €03.05.2018
Vonovia1,32 €09.05.2018

Vorsicht, Falle!

Eine hohe Ausschüttungsquote steht meist auch für Stabilität und Ertragskraft. Allerdings darf man sich nicht ausschließlich auf die aktuelle Dividendenrendite verlassen. Wichtig sind auch Nachhaltigkeit und generelle Unternehmensqualität. Wer sich in Nullzinszeiten auf Dividenden konzentriert, ist damit aber meist nicht schlecht gefahren. Für Kleinanleger bietet sich die Möglichkeit, über Dividenden-ETFs langfristig ein Vermögen aufzubauen.

rm/la

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