Geldanlage

Hand mit Beutel und

Anlagestrategie Dividenden sind die halbe Miete!

von Angela Göpfert

Stand: 03.01.2017, 13:58 Uhr

Wer bei der Aktienauswahl rein auf die potenziellen Kursgewinne schielt, macht etwas verkehrt. Das zeigt schon ein simpler Blick auf den Dax.

Der deutsche Leitindex legte 2016 6,9 Prozent zu. Dabei kam dem Dax, gerade auch im internationalen Vergleich, eine Besonderheit seiner Konstruktion zugute: Er ist nämlich ein Performance-Index, wird also unter der Annahme berechnet, dass die von den 30 Unternehmen gezahlten Dividenden wieder reinvestiert werden.

Wie viel das mit Blick auf die Performance ausmacht, zeigt ein Blick auf den Dax-Kursindex: Dieser legte 2016 nur magere 3,7 Prozent zu. Mit anderen Worten: Im vergangenen Jahr waren Dividenden für knapp die Hälfte der Dax-Gewinne verantwortlich.

Renditeplus von knapp 50 Prozentpunkten

Noch deutlicher fällt der Unterschied aus, wenn man die Zeitebene weiter öffnet: In der Zehn-Jahres-Perspektive legte der Dax-Kursindex rund 24 Prozent zu. Mit dem Dax-Performanceindex ließ sich dagegen eine Rendite von 72 Prozent einfahren.

Dax Performanceindex vs. Dax Kursindex

Dax-Performanceindex vs. Dax-Kursindex. | Bildquelle: boerse.ARD.de, Grafik: boerse.ARD.de

Das ist es denn wohl auch, was viele Dividenden-Anleger mit ihren Investments verfolgen: Sie wollen einen passiven Einkommensstrom erzeugen, eine Extra-Rendite – unabhängig von den aktuellen Kurskapriolen an der Börse.

Adel verpflichtet

Natürlich korreliert die absolute Dividendenhöhe häufig mit der allgemeinen konjunkturellen Entwicklung und damit letzten Endes auch mit der Kursperformance des jeweiligen Unternehmens.

Doch wer auf verlässliche Dividendenzahler setzt, kann dieses Problem ein Stück weit umschiffen. Gerade in den USA gibt es zahlreiche so genannte Dividenden-Aristokraten, die ihre Dividende mindestens 25 Jahre lang in Folge erhöht haben.

Ein Argument für Buy-and-Hold

Anleger, die bei ihren Dividenden-Aktien zudem Buy-and-Hold praktizieren, sparen sich zudem im Vergleich zum permanenten Wechsel zwischen den gehypten Wachstumsaktien die Transaktionskosten, die ebenfalls an der Rendite zehren.

Zumal das perfekte Timing nur den wenigsten (Privat-)Anlegern gelingt: Laut zahlreichen Studien läuft es fatalerweise bei den meisten auf ein "Buy high, sell low" hinaus.