Ein Mann schwimmt auf einer Welle von Geld.

Vermögen der Milliardäre schrumpfte 2018 Die Reichen sind ärmer - aber nur ein bisschen

Stand: 08.11.2019, 10:17 Uhr

Als "soziale Härte" kann man es nicht betrachten, dennoch ist die negative Veränderung in den Depots und "Geldspeichern" der Superreichen im vergangenen Jahr bemerkenswert: Der Rücksetzer erfolgte allerdings von Rekordniveau aus.

4,3 Prozent betrug der Rückgang beim Vermögen der Milliardäre auf aller Welt im vergangenen Jahr, wie eine Studie der Beratungsgesellschaft PWC und der Schweizer Großbank UBS zeugt. Das Vermögen ging von 8,9 auf 8,5 Billionen Dollar zurück. Der Wert von Ende 2017 war allerdings der höchste Stand, der je ermittelt wurde. Auch der Langfristtrend zeigt weiterhin deutlich nach oben für die Reichsten der Reichen: Binnen fünf Jahren legte ihr Vermögen um rund ein Drittel zu.

Handelsstreit hat Folgen

Laut dem Report haben dabei unter anderem die Auswirkungen des Zollstreits zwischen den USA und China eine wichtige Rolle gespielt. Außerdem sind viele Superreiche Unternehmer und damit oft von Aufträgen ihrer Firmen abhängig, die unter der Konjunktureintrübung leiden.

Im Jahr 2018 sank allerdings nicht nur das Vermögen der Milliardäre, auch der Club der Superreichen wurde ein wenig exklusiver: Die Zahl der Menschen mit einem Vermögen über dieser Grenze sank von 2.158 auf 2101. Gegenläufig bei die Entwicklung bei Frauen dabei: Per Ende 2018 gab es 233 Milliardärinnen, eine mehr als Ende 2017. Die Zahl der Milliardärinnen hat in der Periode von 2013 bis 2018 um 46 Prozent zugenommen. Die Vermögen der reichsten Frauen haben sich in dieser Zeit um 26 Prozent auf 871,2 Mrd. Dollar erhöht.

Selbst ist die Milliardärin

Noch beeindruckender ist die Entwicklung bei den Frauen, die ihr Geld selbst erarbeitet haben, den Selfmade-Milliardärinnen. Ihr Vermögen ist binnen fünf Jahren im Schnitt um 131 Prozent auf 162,8 Milliarden Dollar geklettert. In Asien hat mehr als die Hälfte von ihnen (57 Prozent) ihren Reichtum selbst erarbeitet.

Die Zahl der deutschen Milliardäre verringerte sich 2018, um neun auf 114 Personen. Deutschland ist nach den USA und China das Land mit dem meisten Milliardären. Ihr gesamtes Vermögen lag zuletzt bei 501 Milliarden Dollar und ging damit etwas stärker zurück als im Durchschnitt. Der starke Dollar spielte dabei allerdings auch eine Rolle, die weltweite Statistik wird stets in der US-Währung geführt. "Und wir sehen auch, dass ein Großteil der Milliardäre in Deutschland von dem verarbeitenden Gewerbe abhängig ist und entsprechend hier besonders hart getroffen wurde." Darüber hinaus seien in Deutschland 2018 "aufgrund der fehlenden Innovationskraft und Risikobereitschaft" nur vier Unternehmer in den Club der Milliardäre aufgestiegen, sagt Kunkel.

Ende 2019 dürfte die Lage der Milliardäre aber in Deutschland und weltweit schon wieder deutlich entspannter aussehen. Trotz Rezessionsangst sind die Börsenkurse weltweit zuletzt wieder deutlich gestiegen. Und im Handelsstreit zwischen den USA und China deutet sich ein Abkommen an.

AB