Eine Hand voller 50-Euroscheine

Gewinne bei Aktien und Investmentsfonds Deutsche haben so viel Geldvermögen wie noch nie

Stand: 16.10.2020, 13:02 Uhr

Das Geldvermögen der Deutschen ist trotz der Corona-Krise auf einen neuen Rekordwert gestiegen. Der Grund dafür ist die kräftige Erholung an den Börsen im zweiten Quartal.

Nach einem Rückgang im ersten Vierteljahr besaßen die Privathaushalte zum Ende des zweiten Quartals mit insgesamt 6,63 Billionen Euro ein so hohes Geldvermögen wie noch nie. Das geht aus Daten hervor, die die Bundesbank am Freitag veröffentlicht hat. Im Vergleich zum ersten Quartal ist das ein Zuwachs um 253 Milliarden oder vier Prozent.

"Die durch die Pandemie und die Unsicherheit über ihre wirtschaftlichen Folgen ausgelösten Bewertungsverluste bei Aktien im Vorquartal wurden zum großen Teil kompensiert," erläuterte die Bundesbank.

Gebäude der Deutschen Bundesbank, im Hintergrund der Neubau der EZB

Bundesbank und EZB. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Aktionäre und Fondsbesitzer profitieren

Die Erholung an den Börsen im zweiten Quartal sorgte für Bewertungsgewinne bei Aktien und anderen Anteilsrechten im Umfang von 74 Milliarden Euro. Die Deutschen kauften Aktien und andere Beteiligungen im Volumen von 16 Milliarden Euro sowie Investmentfonds im Umfang von 13 Milliarden Euro. Zudem erhöhten sie ihre Anlagen in Bargeld und Einlagen, das ist kurzfristig verfügbares Geld, um 72 Milliarden Euro, ein Plus von 2,8 Prozent.

Von Bewertungsgewinnen profitierten auch die Anteile an Investmentfonds, die unter Berücksichtigung sämtlicher Transaktionen und Bewertungseffekte um 10,6 Prozent oder 64 Milliard Euro zulegten.

Wie ist das Vermögen verteilt?

Die anhaltenden Tiefzinsen nutzten die Haushalte wie schon in vergangenen Quartalen, um sich günstig bei den Banken Kredite zu verschaffen. Erneut wurden insbesondere Wohnungsbaukredite nachgefragt. Die Verbindlichkeiten der Haushalte nahmen im zweiten Jahresviertel um 0,9 Prozent auf 1,91 Billionen Euro zu.

Nach Abzug der Schulden, stieg das Geldvermögen ebenfalls deutlich um 236 Milliarden auf rund 4.722 Milliarden Euro. Die Bundesbank berücksichtigt bei der Berechnung Bargeld, Bankeinlagen, Wertpapiere und Ansprüche an Versicherungen,  nicht jedoch Immobilien.

Wie das Vermögen verteilt ist, geht aus den Daten der Bundesbank nicht hervor. Die Corona-Krise hat auch die Superreichen weltweit nach einem kurzen Einbruch noch reicher gemacht. Auch in Deutschland kletterte das Vermögen der Reichen weiter nach oben. 

ts