Geldanlage

Die Last mit den Pensionsverpflichtungen Dax-Konzerne in der Zinsfalle

Stand: 07.06.2013, 15:44 Uhr

Zunehmende Lücke

Die zunehmende Lücke zwischen Soll und Haben bei den Pensionszahlungen wird die Unternehmen zwingen, sich intensiver mit der Pensionsthematik zu beschäftigen als früher. Dazu gehört auch die Frage nach der Optimisierung der bestehenden Pensionsvermögen.

Vermögensverwalter Flossbach hat ausgerechnet, dass der Anteil von Aktien bei den Pensionsverpflichtungen der Dax-Unternehmen lediglich 24,9 Prozent beträgt. Anleihen nehmen mit 56,2 Prozent einen mehr als doppelt so großen Anteil ein. In Immobilien sind nur 3,5 Prozent der Vermögen angelegt. Auf „Sonstiges“, wie Versicherungsverträge, Beteiligungen, alternative Investments und Mischfonds, entfallen 11,5 Prozent der Portfoliobestände.

Geringer Aktienanteil

Nach Berechnungen der Beratungsgesellschaft Mercer beträgt der Anteil von Aktien bei den Pensionskassen der Dax-Firmen sogar nur 21 Prozent, wohingegen festverzinsliche Wertpapiere wie Anleihen den Löwenanteil von 65 Prozent ausmachen.

Aus Expertensicht ein gravierender Fehler, wird es doch für die Unternehmen angesichts des hohen Anteils niedrigverzinster Anleihen extrem schwierig, vernünftige Renditen zu erwirtschaften, die den Anstieg der Verpflichtungen begrenzen oder gar ausgleichen können.

Portfolio diversifizieren

Flossbach ruft die Üensionskassen der Dax-Unternehmen deshalb dazu auf, größere Risiken einzugehen und die langfristigen Ertragspotenziale von Aktien nicht einem kurzfristigen Sicherheitsdenken zu opfern. Ansonsten seien die Unternehmen gezwungen, die mageren Erträge rentenlastiger Üensionsvermögen immer wieder durch Zuwendungen auszugleichen. Dies dürfte zu Lasten der Gewinne und damit des Aktienkurses gehen.

Blick auf die Dax-Tafel in der Frankfurter Börse

Blick auf die Dax-Tafel in der Frankfurter Börse. | Bildquelle: picture alliance / dpa

Auch Herwig Kinzler, Leiter des Bereichs Investment Consulting bei Mercer in Deutschland, ist überzeugt, dass die Dax-Unternehmen in diesem Jahr "die ertragbringenden Anlageklassen weiter diversifizieren und illiquide Anlageklassen gezielt weiter ausbauen müssen".

Höhere Tarife befürchtet

Die meisten Pensionskassen der Unternehmen halten ein größeres Engagement in Aktien allerdings für zu riskant. Damit stellt sich die Frage, ob die Unternehmen in Zeiten extrem niedriger Zinsen ihre Pensionsversprechungen auch tatsächlich einhalten können. Schon befürchten Fachleute niedrigere Auszahlungen und/oder höhere Beiträge.

lg