Anlagestrategie

Rabe in einem Baum

Crash-Risiko oder Aberglaube? Das verflixte siebte Jahr

Stand: 26.01.2015, 16:33 Uhr

Sollte der amerikanische Aktienmarkt dieses Jahr mit einem Plus abschließen, dann beträte er Neuland. Er würde nämlich das siebte Jahr in Folge einen Gewinn einstreichen. Das gab es noch nie – ist es also vorbei mit der Hausse?

Bond-Guru Jeffrey Gundlach hat keine guten Nachrichten. In seiner Börsenprognose 2015 spricht er von fallenden Kursen am amerikanischen Aktienmarkt – und stellt sich mit dieser Bären-Meinung gegen die Mehrheit der Analysten, die "bullish" gestimmt ist. Gundlach nennt dafür mehrere Gründe – einer davon ist die Sechs-Jahres-Regel.

Die Sechs-Jahres-Regel

Der analytische Blick in die Vergangenheit belegt: Noch nie in der Geschichte des S&P 500 hat der breit gefasste amerikanische Börsenindex mehr als sechs aufeinanderfolgende Jahre mit einem Jahresplus abgeschlossen. Gundlach zeigte als Beleg unten stehenden Chart, der mehr als 100 Jahre zurück reicht.

Sechs-Jahres-Regel

Gewinnserien im S&P500: Die Anzahl der Jahre jeder Gewinnserie ist an der senkrechten Y-Achse ist abzulesen. Nur zweimal schaffte es der Index, sechs Jahre in Folge zuzulegen . | Bildquelle: Business Insider, Grafik: boerse.ARD.de

Selbst sechs Gewinnjahre in Folge hinzulegen, ist schon ausgesprochen selten. Das letzte Mal gelang US-Aktien dies in den Jahren 1893 bis 1903. Im verflixten siebten Jahr, im Jahr 1904, gab es eine 18-prozentige Korrektur am Aktienmarkt.

Vorbei die Rally?

Wiederholt sich nun dieses Szenario? Von 2009 bis 2014 hat der US-Aktienmarkt erstmals seit über 100 Jahren wieder sechs Jahre in Folge einen Gewinn davon getragen. 2015 wäre das siebte Jahr in Folge. Das kann nicht sein, so die Prognose von Gundlach. Er erwartet einen Rückgang der Aktienkurse.

Der Mitgründer der Investmentfirma DoubleLine Capital, der in den USA einen Ruf als Anleiheguru hat, stellt sich auch bei Anleihen gegen die vorherrschende Meinung. Er sagt: Die Anleiherenditen werden eher sinken als steigen. Zehnjährige US-Staatsanleihen könnten dieses Jahr noch unter ihrem Tiefstand von 1,38 Prozent von 2012 sinken. Dies begründet er unter anderem mit deflationären Tendenzen durch einen weiter sinkenden Ölpreis. Zudem warnt er vor der dunklen Seite des niedrigen Ölpreises: Er könnte die Energieindustrie schwächen.

bs

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