Weiße Taube am Himmel. Dunkle Wolken ziehen auf

Ein Funken Hoffnung Das Positive an Panikverkäufen

von Angela Göpfert

Stand: 06.02.2018, 13:40 Uhr

Anleger zeigen sich schockiert über die historischen Verluste an der Wall Street. Doch solche Panikverkäufe haben auch ihr Gutes. Man denke nur an 1987...

So paradox es auch klingen mag: Die Chance auf steigende Kurse ist – zumindest in der kurzen Frist – mit dem gestrigen Tag deutlich gestiegen. Denn gestern betrug das Abwärtsvolumen an der NYSE 96,8 Prozent. Mit anderen Worten: Von allen an der New Yorker Börse gehandelten Aktien schlossen 96,8 Prozent im Minus.

Ende der Börsenpanik in Sicht

Dow Jones (Indikation): Kursverlauf am Börsenplatz Citigroup für den Zeitraum Intraday
Kurs
25.288,22
Differenz relativ
-0,42%

Solche Tage mit einem Abwärtsvolumen von 95 Prozent oder mehr sind an der Börse allerdings extrem selten. Und sie halten eine wichtige Botschaft parat: Das Ende der Rutschpartie naht.

Denn solche Panikverkäufe führen eine Marktbereinigung herbei: Alle, die in der kurzen Frist verkaufen wollen, haben es bereits getan.

Die Hoffnung heißt "Turnaround Tuesday"

Robert Rethfeld von "Wellenreiter-Invest" weist in einer aktuellen Analyse auf ein paar prominente Beispiele der jüngeren Vergangenheit hin, den "Black Monday" 1987, den "Flash Crash" 2010 – und den Februar 2007: "Damals betrug das Abwärtsvolumen 99 Prozent – vier Handelstage später war das Tief drin."

Dow & Co. könnten heute überdies vom Börsenphänomen "Turnaround Tuesday" profitieren. An keinem anderen Tag der Woche werden im statistischen Schnitt so viele Richtungswechsel innerhalb eines Tages vollzogen wie am Dienstag.

1987 als Vorbild?

Besonders nach extremen Verlusten geht es am Dienstag häufig bergauf. Beispiel gefällig? Am 19. Oktober 1987, dem "Black Monday", war der Dow Jones um 23 Prozent (508 Punkte) abgerutscht.

Am Dienstag fiel der Dow zunächst weiter, vollzog dann aber bei 1.739 Punkten eine untere Umkehr. Am Ende der Woche notierte der US-Leitindex wieder bei 1.952 Zählern.

Es kommt auf die Perspektive an

Gut möglich also, dass der Dow Jones heute im Laufe des Handels ins Plus dreht – oder zumindest ein temporäres Tief ausbildet.

Ob dieses Tief dann auch langfristig Bestand haben kann, steht hingegen auf einem ganz anderen Blatt. Blickt man auf den technischen Schaden, der mit dem jüngsten Ausverkauf angerichtet wurde, so spricht vieles dafür, dass die Märkte mittel- bis langfristig noch nicht alles hinter sich haben.