David Einhorn

Mieser Auftakt für David Einhorns Hedgefonds Der gestutzte Einhorn

Stand: 07.03.2018, 11:18 Uhr

Miserabler Auftakt für den Top-Investor: David Einhorn und sein Hedgefonds Greenlight Capital sind äußerst schwach in das Jahr 2018 gestartet. Kann passieren, passiert dem Spekulanten und Value-Investor auch nicht das erste Mal. Aber so schlecht war er noch nie, sagt Einhorn selbst.

Die Bilanz des laufenden Jahres: minus zwölf Prozent. So viel hat der Hedgefonds Greenlight Capital laut einem einem Investorenupdate, das "CNBC" vorliegt, in den ersten beiden Monaten 2018 verloren. Im Januar war es ein Kursverlust von 6,6 Prozent, im Februar 6,2 Prozent.

Wie hat Fondsmanager David Einhorn das geschafft? Der marktbreite Aktienindex S&P 500 hat im Januar ein Plus von fünf Prozent erzielt.

"So schlecht waren wir noch nie"

Vor seinen Investoren gestand Einhorn: Es sei die schlechteste Januar-Performance seit rund 18 Jahren gewesen, also seit dem Platzen der Dotcom-Blase im Jahr 2000.

»So schlecht haben wir noch nie abgeschnitten. Bislang war unser schlechtestes Abschneiden gegenüber dem S&P 500 im März 2000, in einem vergleichbaren Umfeld.«

David Einhorn, Investorengespräch Mitte Februar

Der Zocker, der auch Value kann

Wie konnte Einhorn so daneben liegen, wenn der breite Aktienmarkt steigt? Sein Hedgefonds Greenlight Capital verfolgt zum einen eine so genannte Value-Strategie. Das heißt, er kauft Aktien, die er für unterbewertet hält. Doch in dem Rally-Umfeld der letzten Wochen und Monate ist es vor allem in den USA für Langfrist-Investoren nicht einfach, noch günstige Aktien zu finden. Auch Investorenlegende Warren Buffett, der Inbegriff des Value-Investors, hat da seine Schwierigkeiten.

Aber Einhorn ist nicht nur konservativer Annleger. Er ist auch Spekulant. Einhorn setzt mit so genannten Short-Investments auf fallende Kurse. Das hat ihn berühmt gemacht. Spätestens seit der Lehman-Pleite ist der Name David Einhorn der breiten Finanzöffentlichkeit ein Begriff. Einhorn hatte schon Monate vorher Ungereimtheiten in der Lehman-Bilanz entdeckt, auf den Kursverfall der Aktie spekuliert - und gewonnen.

Gegen Netflix, Tesla, Amazon

Jahrelang hat Einhorn mit seiner "long-short value-oriented"-Strategie richtig gelegen. Sein Hedge-Fonds Greenlight Capital war seit seiner Gründung 1996 über Jahre erfolgreich. Die Renditen lagen deutlich über denen des breiten Marktes, auch dank gezielter Short-Investments wie Lehman oder Allied Capital, mit denen er Millionen verdinete.

Zuletzt in den letzten sechs Jahren lief es gar nicht mehr rund. Seit 2012 hinkt der Star der Hedgefonds-Szene dem breiten S&P 500-Index hinterher. Auch 2017 gingen seine Short-Wetten nicht auf. Er setzte auf fallende Kurse bei Tesla, Netflix und Amazon - Aktien seines "Bubble Basket"“, wie Einhorn es nennt, ein Korb mit reichlich aufgeblasenen Aktien. Dumm nur, dass sich ebendiese Aktien noch weiter aufblähten. Amazon gewann 56 Prozent, Netflix 55 Prozent und Tesla 46 Prozent.

»Die größten Verlierer des Jahres waren unsere Short-Positionen im "Bubble Basket" und Caterpillar.«

David Einhorn, Investorenbrief Mitte Januar

Wird 2018 für Shorties besser?

So war die Bilanz für das Jahr 2017 äußerst mager. Greenlight Capital fuhr lediglich 1,6 Prozent Gewinn ein, während der S&P 500 ein Plus von fast 20 Prozent erzielte.

In diesem Jahr fährt Einhorn mit seinen Short-Positionen allerdings ganz gut. Sie waren doppelt so gut wie die breite Marktperfomance.

Dagegen machten die Long-Positionen Kummer. Damit erzielte Einhorn im Januar 2018 nur rund die Hälfte der Gewinne des S&P. Growth-Strategien laufen derzeit einfach besser als Value-Strategien.

»Der Markt bleibt sehr herausfordernd für Value-Investments, da Growth-Aktien die Value-Aktien outperformed haben. Da diese Dynamik anhält, muss man sich fragen, ob die Value-Strategie noch eine tragfähige Strategie ist.«

David Einhorn

bs

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