US-Berichtssaison 3. Quartal

Starke Zahlen erwartet Das erwarten wir von der US-Berichtssaison

Stand: 11.10.2017, 14:18 Uhr

Endlich hat die Nachrichtenflaute aus den Unternehmen ein Ende: Die US-Unternehmen lassen sich wieder in die Bücher blicken. Fachleute rechnen mit anhaltend guten Bilanzen - auch wegen des schwächeren Dollar.

Den Auftakt machen am Donnerstag die beiden Banken JPMorgan und Citigroup. Am Freitag folgen die Bank of America und Wells Fargo. Bislang gehen die Fachleute erneut von einer starken Bilanzsaison in den USA aus. Den Schätzungen des Unternehmens Financial Research zufolge dürften die Unternehmen des S&P 500 im dritten Quartal ein Gewinnplus von 4,2 Prozent erzielt haben. Das ist zwar weniger als noch Ende Juni für die Sommermonate erwartet worden war, doch deuten die Daten darauf hin, dass der Aufschwung weitergeht. Auch ist es nicht ungewöhnlich, dass die Gewinnschätzungen vor dem Beginn der Bilanzflut zurückgehen. Zudem ist ein Großteil des Rückgangs auf den Energiesektor, besonders die Ölkonzerne zurückzuführen.

Die Mehrheit der Analysten rät deshalb auch am Ende des dritten Quartals weiterhin zum Kauf von Aktien. Den Berechnungen von Financial Research empfehlen 49,5 Prozent der für ein S&P 500-Unternehmen verfassten Studien für einen Kauf von Aktien aus, 45,4 Prozent sind neutral udn nur 5,1 Prozent empfehlen einen Verkauf.

Energiesektor an erster Stelle

Besonders erfolgreich dürften die Energieunternehmen gewesen sein. Die Fachleute erwarten, dass ihr Gewinn im dritten Quartal 9,5 Milliarden Dollar erreichen könnte, nach 4,6 Milliarden im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Dieser Sprung um über 100 Prozent im Jahresvergleich erklärt sich vor allem durch den Anstieg der Ölpreise und die erheblichen Sparanstrengungen der Konzerne.

An zweiter Stelle folgt der Technologiesektor. Die Fachleute von FactSet prognostizieren einen Gewinnanstieg im dritten Quartal um 8,8 Prozent. Besonders gut dürfte es für die Halbleiterindustrie gelaufen sein: Hier erwarten die Experten ein Gewinnwachstum im Jahresvergleich von satten 31 Prozent.  Zu den herausragenden Unternehmen zählen sie den Halbleiterhersteller Micron Technology. Dessen Gewinn je Aktie dürfte von minus 0,05 Dollar auf plus 2,02 Dollar in die Höhe schnellen.

Schwache Autoindustrie

Gut abgeschnitten haben dürfte auch der Immobiliensektor. Die Fachleute erwarten ein durchschnittliches Gewinnwachstum für den Sektor von 6,9 Prozent. Dagegen dürfte die Konsumbranche, wozu die Fachleute von Financial Research auch die Autoindustrie zählen, im dritten Quartal geschwächelt haben. Die Gewinne dürften um 2,7 Prozent gefallen sein. Am schwächsten dürfte dabei General Motors abschneiden: die Analysten erwarten, dass der Gewinn je Aktie des Autobauers auf 1,12 Dollar schrumpft, nach 1,72 Dollar im dritten Quartal des Vorjahres.

Insgesamt jedoch bleiben die Schätzungen optimistisch. Das gilt auch für die Umsätze. Sie sollen um 5,0 Prozent gestiegen sein, erwarten die Experten. Besonders in der Chemieindustrie dürften die Erlöse um 16 Prozent zugelegt haben.

Ausblicke entscheiden

Eine erfolgreiche Bilanzsaison könnte dem Bullenmarkt also weiteres Futter liefern. Angesichts der großen Erwartungen gibt es aber auch Enttäuschungspotenzial. Und natürlich ist vor allem die Zukunft entscheidend: Da die Märkte bereits mit guten Zahlen rechneten, dürften insbesondere die Ausblicke auf das Gesamtjahr auf großes Interesse stoßen.

Diagramm mit Pfeil nach oben

Die Gewinne steigen. | Bildquelle: colourbox.de

Der weltweite synchrone Wirtschaftsaufschwung, der anhaltende Gewinntrend bei den Unternehmen sowie die immer noch expansive Geldpolitik der Notenbanken dürften den Märkten also auch in den kommenden Monaten eine gute Unterstützung geben.


lg

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