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Checkliste für grüne Anleihen Was sollten Anleger beachten?

Junger Mann streicht eine Wand grün

Transparenz
Nicht bei allem, was Green Bond heißt, steckt "green" drin, warnen Verbraucherschützer und Nachhaltigkeitsexperten. So sollten Anleger prüfen, ob das Geld der grünen Anleihen in Öko-Projekte fließt und in welche. Laut einer Studie des Bonner Südwind-Instituts legten nicht einmal die Hälfte der 400 untersuchten grünen Emittenten offen, welche konkreten Projekte mit den Green Bonds finanziert werden.

Checkliste für grüne Anleihen Was sollten Anleger beachten?

Junger Mann streicht eine Wand grün

Transparenz
Nicht bei allem, was Green Bond heißt, steckt "green" drin, warnen Verbraucherschützer und Nachhaltigkeitsexperten. So sollten Anleger prüfen, ob das Geld der grünen Anleihen in Öko-Projekte fließt und in welche. Laut einer Studie des Bonner Südwind-Instituts legten nicht einmal die Hälfte der 400 untersuchten grünen Emittenten offen, welche konkreten Projekte mit den Green Bonds finanziert werden.

Hände halten eine Weltkugel

Umwelt-Nutzen (Zusätzlichkeit)
Auch die Sinnhaftigkeit der Projekte sollte geklärt werden. Im Kern geht es um die Frage, ob die von den grünen Anleihen finanzierten Öko-Projekte auch ohne deren Ausgabe umgesetzt würden. Also: Tragen die Anleihen zur Bewältigung von Umweltproblemen wie dem Klimawandel bei? Laut Juniper glauben mehr als drei Viertel der Emittenten unter den Green-Bond-Principles-Mitgliedern (GBP), dass die Green Bonds zusätzliches Kapital (Zusätzlichkeit) liefern. Fragt man die Beobachter der GBP, sind es nur die Hälfte der Befragten, die das so sehen.

Green Bonds

Standards
Ein großes Problem sind die fehlenden einheitlichen Kriterien für Öko-Anleihen. Was als nachhaltig eingestuft wird, ist Interpretationssache. In Frankreich zum Beispiel hat der französische Atomstrom-Konzern EDF Green Bonds begeben. Er sieht Atomenergie als Beitrag zum Klimaschutz. In Deutschland wird das anders gesehen. Die ICMA, der internationale Verband der Kapitalmarkt-Teilnehmer, hat Green Bond Principles entwickelt, die als Orientierungshilfe dienen. Demnach müssen die Projekte eindeutig einen nachhaltigen Umweltschutz-Nutzen aufweisen - zum Beispiel die Förderung von erneuerbaren Energien, die Biodiversität, die Ressourceneffizienz usw.

Grüner Globus mit Symbolen Glühbirne, Windkraft, Batterie, Blättern, Regen, Energiesparleuchte, Sonne und Pflanze

Zertifizierung
Die Glaubwürdigkeit ist wichtig. Deshalb lassen sich die emittierenden Banken von ökologischen Ratingagenturen freiwillig zertifizieren. Organisationen wie ISS Oekom, Sustainalytics oder Cicero prüfen, ob die versprochenen Umweltziele erreicht wurden. Manche Emittenten lassen sich sogar doppelt prüfen. Die KfW zum Beispiel wird von Cicero und vom Zentrum für Sonnenergie- und Wasserstoff-Fiorschung Baden-Württemberg testiert. So achtet bei der Kfw Cicero darauf, dass die Gelder ordnungsverwendet werden. Zudem untersucht das Zentrum für Sonnenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg, ob die Angaben zu den ökologischen Effekten korrekt sind. Anleger sollten also prüfen, ob und wie stark die Emittenten von Green Bonds zertifiziert sind.

Gurke die in einer Bananenschale steckt

Nachhaltigkeitslabel
Das Forum Nachhaltige Geldanlagen vergibt seit 2015 das FNG-Siegel für nachhaltige Fonds. Über 100 Fonds haben das Nachhaltigkeitssiegel bereits erhalten, darunter auch drei Green-Bond-Fonds. Zwar ist ein solcher Ritterschlag nicht automatisch ein Indiz für Top-Qualität, aber es garantiert zumindest bestimmte Kriterien wie Einhaltung von Arbeits- und Menschenrechten, Umweltschutz und Korruptionsbekämpfung.

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