Buy Hold Sell-Schilder

Neue Studie zur „Buy and Hold“-Strategie Wer abspringt, verdient nur die halbe Miete

Stand: 08.04.2019, 14:21 Uhr

Wenn die Börsen schwanken und die Kurse in beide Richtungen tanzen, verlieren insbesondere unerfahrene Anleger häufig die Nerven. Manche kaufen und verkaufen wild durcheinander. Das ist falsch und lässt die Rendite drastisch schrumpfen, wie eine neue Studie nachweist.

An der Börse drohen die Zeiten wieder turbulenter zu werden, auch wenn der Dax in diesem Jahr bislang geglänzt hat. Der Aufschwung an den Finanzmärkten dauert schließlich nun schon ein über zehn Jahre, viele Experten rechnen mit einer Abschwächung der Konjunktur - und damit auch mit Rückschlägen am Aktienmarkt. Für Anleger stellt sich dann natürlich die Frage: was tun?

Auf jeden Fall nicht kopflos verkaufen, raten die Analysten der Sutor Bank. Ihre Empfehlung für die Anleger lautet, investiert zu bleiben. Die Fachleute betrachten dabei keine Einzelwerte. Ihre Empfehlung richtet sich an Anleger, die beispielsweise per Indexfonds in einen gesamten Index investiert sind.    

Ein Ausstieg zu einem ungünstigen Zeitpunkt und ein dadurch bedingtes Verpassen von Tagen mit hohen Kursgewinnen könne schwerwiegende Konsequenzen haben, lautet das Fazit ihrer Studie - zum Glück nur für die Rendite.

Dax: Anlagerendite beim Verpassen der besten Börsentage

Dax: Anlagerendite beim Verpassen der besten Börsentage. | Bildquelle: Sutor Bank, Grafik: boerse.ARD.de

Der Tipp: Lieber dabeibleiben als aussteigen

Die Experten der Hamburger Sutor Bank haben in einer aktuellen Auswertung für analysiert, wie sich das Verpassen von nur wenigen Tagen mit hohen Kursgewinnen auf die Rendite auswirkt. Der Analysezeitraum lag vom 1.1.1988 bis 31.12.2018, also 31 Jahre. Der Dax hat seit der Gründung am 31.12.1987 im Durchschnitt Jahr für Jahr eine Rendite von 7,2 Prozent eingebracht.

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 10 Jahre
Kurs
12.468,01
Differenz relativ
+0,08%

Und das trotz Platzen der Dotcom-Blase, Platzen der Immobilienblase, der Lehman-Pleite und allerhand anderen Tiefpunkten, die in mehr als 30 Jahren zu erleben waren. „Die Börsenhistorie lehrt: In sechs von zehn Fällen folgten die besten Börsentage innerhalb von zwei Wochen nach den schlechtesten. Das ist zwar auffällig, aber wiederum keine Regel, sonst könnte man ja darauf wetten“, erklärt Lutz Neumann, Leiter Vermögensverwaltung der Sutor Bank.

Kritisch werde es, wenn man aus Angst vor einem Börsentiefschlag verkauft, anschließend nicht rechtzeitig wieder in den Markt geht, und dann die besten Börsentage verpasst.

Gute Tage nicht verpassen

In Zahlen bedeutet das: Bei einem Anleger, der im Dax zwischen 1988 und 2018 die besten 13 Tage versäumt habe, schrumpfe die Rendite auf die Hälfte. Verpasse er die besten 33 Tage, würde er Geld verlieren, so das Ergebnis der Sutor-Experten.   

„Wer sein Geld vermehren und dabei ruhig schlafen möchte, macht alles richtig, indem er investiert bleibt. Denn dadurch läuft er nicht Gefahr, die besten Tage zu verpassen“, so Neumann. Das gelte natürlich vor allem bei einem langfristigen Vermögensaufbau, wie auch der lange Zeithorizont zeigt.  

ts