Hand einer alten Frau wirft eine Münze ins Sparschwein

Neuer Monatsbericht Bundesbank: Sparer verlieren am meisten Geld

Stand: 20.08.2018, 14:40 Uhr

Niedrige Zinsen und steigende Inflation machen Sparern und Anlegern immer mehr zu schaffen: Der Wert des Spar- und Anlagevermögens der Deutschen ist im Zuge der langanhaltenden Minizinsen laut Bundesbank erstmals gesunken.

Im Auftaktquartal 2018 habe die Inflation die Rendite des Geldvermögens der Haushalte, das neben Bankeinlagen und Bargeld auch Versicherungsansprüche sowie Aktien umfasst, zum ersten Mal seit sechs Jahren mehr als aufgezehrt, teilte die Bundesbank heute in ihrem Monatsbericht mit. Zu den Gründen zählte sie vor allem kräftige Kursverluste an den Börsen im ersten Jahresviertel. Nur der Beitrag von Versicherungsansprüchen sei zum Jahresstart abzüglich Inflation noch leicht positiv gewesen.

Noch 2017 erzielten die Haushalte laut Bundesbank-Berechnungen mit ihrem Geldvermögen abzüglich Inflation eine Rendite von durchschnittlich 1,4 Prozent nach 0,9 Prozent im Jahr 2016. Im ersten Quartal 2018 sei diese nun mit minus 0,8 Prozent erstmals seit langem negativ gewesen.

Wer nur spart, kennt Negativrenditen schon länger

Sparer litten laut den Notenbank-Experten in den vergangenen Jahren am stärksten unter den Niedrigzinsen. Bankeinlagen einschließlich Bargeld erzielten die geringsten Renditen abzüglich der Teuerungsrate. Bereits seit Mitte 2016 liegen diese laut Bundesbank deutlich im negativen Bereich.

Bundesbank-Präsident Jens Weidmann

Bundesbank-Präsident Jens Weidmann. | Bildquelle: picture alliance/APA/picturedesk.com

„Den Unmut der Sparer über die Niedrigzinsen kann ich gut verstehen“, sagte Bundesbank-Präsident Jens Weidmann in einem Interview der „Frankfurter Allgemeinen  Sonntagszeitung“, indem er sich auch zur Türkei-Krise äußerte. Weidmann ordnete die neuen Zahlen ein: „Ihre Altersvorsorge bauten Sie aber über mehrere Jahrzehnte auf. Das relativiert die aktuelle Zinssituation etwas. Und auch negative Realzinsen gab es durchaus schon in der Vergangenheit."

Der Leitzins im Euro-Raum liegt seit März 2016 auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent. Dagegen zog die Inflation zuletzt an. 2016 betrug sie 0,5 Prozent und 2017 lag sie bei 1,8 Prozent. Im Juli dieses Jahres lag die Rate bei 2,0 Prozent.