1-Euro-Münze

ING bietet Wertpapiersparen schon ab einem Euro Billig-Welle bei Aktiensparplänen

von Notker Blechner

Stand: 16.10.2020, 16:01 Uhr

In zwei Wochen ist wieder Weltspartag. Wegen der Nullzinsen lohnt sich aber ein Sparbuch schon lange nicht mehr. Als Alternative preisen Online-Banken das Aktiensparen an. Ab dieser Woche gibt es Sparpläne fast zum Nulltarif. Lohnt sich das?

Was beim Tagesgeld einst funktionierte, soll nun auch bei Aktien klappen: Die Online-Bank ING Deutschland will "das Wertpapier-Sparen demokratisieren". Ab Montag bietet die einst unter dem Namen Diba bekannt gewordene Bank Wertpapier-Sparpläne ab einem Euro an. Anleger können dann monatlich, zweimonatlich oder vierteljährlich fast zum Nulltarif in Aktien, ETFs, Fonds und Zertifikate investieren. Für mehr als 1.900 Wertpapiere, darunter 450 Aktien stehen Sparpläne zur Verfügung.

Damit kommt der Markt für Sparpläne kräftig in Bewegung. Bisher mussten Anleger in der Regel pro Quartal mindestens 25 bis 50 Euro für Aktiensparpläne anlegen. Seit kurzem bietet der neue Gratis-Online-Broker Trade Republic Sparpläne schon für zehn Euro pro Vierteljahr an - für 1.000 Aktien.

Trade Republic schafft Gebühren ab

Neu dabei ist, dass die Aktiensparpläne zum Nulltarif zu haben sind. Trade Republic erhebt als erster Anbieter keine Gebühren auf die Sparpläne. "Mit unserem erweiterten Angebot leisten wir einen entscheidenden Beitrag dazu, den deutschen Kapitalmarkt zu demokratisieren", meint Christian Hecker, einer der Gründer von Trade Republic. Das Fintech hat deutlich geringere Kosten als eine traditionelle Bank.

Zum Vergleich: Laut einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" verlangen Comdirect und Consors 1,5 Prozent Gebühren, und der S-Broker, die Online-Bank der Sparkassen sogar 2,5 Prozent. Bei den Sparplänen der ING fallen Gebühren von 1,75 Prozent an, sagte ein Sprecher gegenüber boerse.ARD.de. Das ist nicht wenig!

Neuer Anreiz für Aktien-Käufe

Ob die neue Billig-Welle bei Wertpapiersparplänen der Aktienkultur in Deutschland neuen Auftrieb geben wird, muss sich zeigen. Nur etwa jeder siebte Deutsche hatte Ende 2019 Aktien oder Fondsanteile. Die rasante Aufholrally nach dem Corona-Crash im März hat aber offenbar viele neue Anleger in Aktien gelockt. Online-Broker berichten von einem Riesen-Ansturm. Die ING verzeichnete eigenen Angaben zufolge 213.000 Depot-Neueröffnungen im ersten Halbjahr - so viel wie nie.

ING-Deutschland-Chef Nick Jue will mit den 1-Euro-Sparplänen Aktien für eine breitere Bevölkerungsschicht zugänglich machen. Die Anleger können mit kleinen Summen eine Aktie kaufen, indem sie über mehrere Monate sparen. Irgendwann reicht das Geld dann auch für eine Apple- oder Tesla-Aktie.

Fondssparpläne sehr beliebt

Bislang waren vor allem Fondssparpläne beliebt. In den vergangenen fünf Jahren stieg alleine bei der Union Investment, der Fondsgesellschaft der Volks- und Raiffeisenbanken, die Zahl dieser Sparpläne von 3,6 auf 5,4 Millionen. Die Zahl der Aktiensparpläne hat sich in den letzten drei Jahren auf 1,1 Millionen verdoppelt. "Der Sparplan ist das neue Sparbuch", wirbt die Union. Fondssparpläne bieten alle Banken und Sparkassen.