Mann reitet Bullen

Aufgestiegen und los geht's! Bereit für die beste Börsenzeit des Jahres?!

von Angela Göpfert

Stand: 29.09.2017, 08:32 Uhr

Den Märkten steht ein wilder Ritt bevor. Der Oktober ist der volatilste Monat von allen. Zugleich lockt das vierte Quartal mit hohen Renditen. Wie sich Privatanleger darauf am besten vorbereiten können.

Laut einer aktuellen Studie des amerikanischen Marktexperten Mark Hulbert ist der Oktober der mit Abstand schwankungsintensivste Monat im Dow Jones. Anleger mögen nun denken, dass dies sicherlich am „Schwarzen Montag“ des Jahres 1987 liegt: Am 19. Oktober 1987 fiel der Dow Jones um 22 Prozent.

Ein echter „Bären-Killer“

Doch selbst wenn man die Statistik um das Jahr 1987 bereinigt, bleibt der Oktober der ruppigste Börsenmonat. Wer jetzt aus Panik gleich ans Verkaufen denkt, könnte dies aber bitterlich bereuen.

Denn der Oktober ist ein echter „Bären-Killer“. Im Schnitt steigt der Dow Jones im zehnten Monat des Jahres um 0,8 Prozent, wie Robert Rethfeld von "Wellenreiter-Invest" in einer aktuellen Analyse betont.

Bären haben im Oktober an der Börse zumeist keine guten Chancen . | Quelle: picture-alliance/dpa

Seltene Kombination

Die Wahrscheinlichkeit für einen positiven Oktoberverlauf ist diesmal sogar besonders hoch, da in diesem Jahr sowohl der August als auch der September positive Monate waren.

»Eine solche Kombination ist selten, sie kommt erst zum 15. Mal seit 1950 vor. Durchschnittlich folgte darauf ein überdurchschnittlicher Oktober und November. Der Dezember war in solchen Fällen allerdings leicht unterdurchschnittlich.«

Robert Rethfeld, "Wellenreiter-Invest"

Jetzt gibt’s Süßes!

Mit Halloween beginnt dann die stärkste Phase an den Aktienmärkten (bis April die beste Sechs-Monats-Performance überhaupt). Insofern könnten Anleger eine mögliche Kursschwäche im Oktober zum Einstieg in die besten sechs Börsenmonate nutzen.

Grafische Darstellung von Halloween-Kürbissen

An Halloween beginnt die stärkste Sechs-Monats-Phase an der Börse. | Quelle: colourbox

»Einer größeren Abwärtsbewegung läuft die Zeit davon. (…) Es sieht danach aus, als ob die übliche 7er-Jahres-Abwärtsbewegung der zweiten Jahreshälfte in diesem Jahr ausfällt.«

Robert Rethfeld, "Wellenreiter-Invest"

Hohe Wahrscheinlichkeit für Kursgewinne

Auch mit Blick auf den Dax ist ein Investment im Oktober ein zumeist lohnendes Unterfangen. Laut Jörg Scherer, Leiter Technische Analyse HSBC Trinkaus & Burkhardt, steigt der deutsche Leitindex im Oktober durchschnittlich um 2,5 Prozent, ebenso im November. Im Dezember liegt das durchschnittliche Monatsplus bei ansehnlichen 2,2 Prozent.

Auch die Trefferquote, also die Wahrscheinlichkeit für positive Monatsrenditen, zieht zum Jahresende massiv an auf 71 Prozent (Oktober) bis 79 Prozent (November, Dezember). Insgesamt betrachtet brachte das vierte Quartal im Dax in 24 von 28 Jahren Kursgewinne. Die Trefferquote liegt bei unglaublichen 86 Prozent.

Eine nervenschonende Anlagestrategie

Das statistische Phänomen ist damit so stark ausgeprägt, dass sich darauf eine Anlagestrategie aufbauen ließe. Das hat Scherer einmal genauer untersucht. Anleger, die nur zu Beginn des vierten Quartals in den Dax investierten und am 31. Dezember jeweils wieder ausstiegen, machten aus anfänglich 100.000 Euro in 28 Jahren 695.506 Euro.

Wertentwicklung im Vergleich

Etwas weniger Rendite, aber dafür ein deutlich ruhigerer Verlauf . | Bildquelle: Jörg Scherer, HSBC Trinkaus & Burkhardt

Das ist zwar weniger als die 864.086 Euro, die im gleichen Zeitraum mit einer Buy-and-Hold-Strategie erzielt werden konnten. Aber die Rendite ist mit 7,2 Prozent jährlich sehr ansehnlich und durchaus „aktienähnlich“, wie Scherer unterstreicht.

Hinzu kommt: Anleger, die eine Q4-Strategie verfolgten, mussten weniger Nerven an der Börse lassen: Die Aktienkurve verläuft wesentlich ruhiger und weniger volatil.

Neues Depot gefällig?!

Fazit: Wenn es im Oktober mal ruppiger an der Börsen werden sollte, heißt es: Keine Panik, ruhig bleiben – und sich nach geeigneten Kaufkandidaten umschauen. Wer an den Aufbau eines neuen Aktiendepots oder den Ausbau eines bestehenden Depots denkt: Jetzt ist, zumindest aus statistischer Perspektive, die beste Zeit dafür.