Agriterra Screenshot

Fehlender Verkaufsprospekt Aufsicht verbietet "OrangenRENTE"

Stand: 18.06.2018, 11:44 Uhr

Rendite aus dem Anbau von Orangen in Paraguay? Vielleicht eine gute Idee der Firma Agri Terra, die den Ankauf von Landparzellen vermittelt. Dass solche Beteiligungen als Vermögensanlage in Deutschland offeriert wurden, stieß allerdings der Finanzaufsicht BaFin übel auf.

Wie die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) am Montag in einer Mitteilung bekanntmachte, wurde der Agri Terra AG bereits im Mai untersagt. Die öffentliche Offerte eines "Landerwerbs in Paraguay mit OrangenRENTE" verstoße gegen das deutsche Vermögensanlagegesetz.

Die Begründung ist eher formaljuristisch gehalten. Agri Terra habe "keinen von der Bundesanstalt gebilligten Verkaufsprospekt für diese Vermögensanlage veröffentlicht, der die nach dem Vermögensanlagengesetz erforderlichen Angaben enthält".

Deutsche dürfen nicht (mehr) kaufen

Auf der Internetseite der Agri Terra prangt noch immer das Label "OrangenRENTE" (s. unser Screenshot). Das Unternehmen hat aber bereits klargestellt, dass die Agri Terra KG "in Deutschland zur Zeit keine Zeichnung der Vermögensanlage 'Landerwerb in Paraguay mit OrangenRENTE' anbietet." Derzeit werde der für den Vertrieb in Deutschland erforderliche Verkaufsprospekt gemäß Vermögensanlagegesetz erstellt. Weiterhin ist aber die Zeichnung durch Investoren außerhalb Deutschlands möglich.

Die Agri Terra KG mit Sitz in Grasbrunn bei München wird von den Investoren Carsten und Michael Pflug betrieben. Die Brüder sind nach eigenen Angaben bereit seit zwei Jahrzehnten in Lateinamerika und dort besonders in Paraguay vertreten. Neben der Rinderzucht gehört der Anbau von Orangen zu den Hauptgeschäften der Pflugs in dem lateinamerikanischen Land.

In vier Jahren sprudelt der Orangensaft?

Und was steckt hinter der Rente durch Orangenabbau? Bei Agri Terra können Investoren Landparzellen in Paraguay erwerben, auf denen dann die Zitrusfrüchte angebaut werden. Mindestinvestment ist laut der Internetseite des Unternehmens ein Betrag von 16.500 Dollar. Die Parzellen haben eine Größe von 2.500 Quadratmeter und gehen in den Besitz des Anlegers über. Ab dem vierten Jahr nach dem Kauf sollen dann jährliche Renditen aus der Orangenernte ausgeschüttet werden. Agri Terra erhält dabei eine Managementgebühr. Mit dem Landkauf ist ein Bewirtschaftungsvertrag über 25 Jahre verbunden.

 Für Anleger dürfte ein Investment in dieser Form in Paraguay sicher zu einer Hochriskant-Anlage gezählt werden. Der lateinamerikanische Staat belegt im Korruptionsindex von Transparency International chronisch einen der hinteren Plätze. Zudem sind weder Ernteerträge noch das Fortbestehens der Firma Agri Terra garantiert. Ein Verkauf der Parzelle aus Deutschland könnte sich schwierig gestalten. Keine rosigen Aussichten also möglicherweise für die "OrangenRENTE".

AB