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Das sagen die Experten Ausverkauf an den Börsen

Thomas Altmann, QC Partners

"Die Bären haben die Bullen erstmal in die Flucht geschlagen", meint Thomas Altmann von QC Partners. Der Portfoliomanager spricht von einer massiven Verkaufswelle und einer hohen Verunsicherung der Anleger, ablesbar an den weiltweit deutlich gestiegenen Volatilitätsindizes. "Diesseits und jenseits des Atlantiks hat die Korrektur Fahrt aufgenommen. Die hohen Handelsvolumina unterstreichen, das hier viele Verkäufer unterwegs sind", so Altmann. Daran lasse sich die Verunsicherung der Anleger gut ablesen.

Das sagen die Experten Ausverkauf an den Börsen

Thomas Altmann, QC Partners

"Die Bären haben die Bullen erstmal in die Flucht geschlagen", meint Thomas Altmann von QC Partners. Der Portfoliomanager spricht von einer massiven Verkaufswelle und einer hohen Verunsicherung der Anleger, ablesbar an den weiltweit deutlich gestiegenen Volatilitätsindizes. "Diesseits und jenseits des Atlantiks hat die Korrektur Fahrt aufgenommen. Die hohen Handelsvolumina unterstreichen, das hier viele Verkäufer unterwegs sind", so Altmann. Daran lasse sich die Verunsicherung der Anleger gut ablesen.

Barclays Bank-Schriftzug in London

Zwei große Belastungsfaktoren für die zuletzt gut gelaufenen US-Börsen sieht der Marktexperte Maneesh Deshpande von der britischen Bank Barclays: Einerseits die Sorge vor noch stärker steigenden Zinsen in den USA. Andererseits den Druck, den US-Präsident Donald Trump im Handelsstreit auf China ausübt. Weltweit anziehende Volatilitätsindizes seien der Ausdruck dessen.

Parkett der Frankfurter Börse

Die charttechnische Lage am deutschen Aktienmarkt habe sich erheblich verschlechtert, schreibt Martin Utschnieder vom Bankhaus Donner & Reuschel. Der Dax habe eine sogenannte Schulter-Kopf-Formation (SKS) nach unten hin aufgelöst und befinde sich nun im "Crash-Modus". Der Analyst sprach von Panik.

HSBC-Schriftzüge

Auch die Analysten der Bank HSBC verweisen auf die charttechnischen Gefahren, die von der SKS-Formation ausgingen. Die "Breitseite", die der Dax erhalten habe, werde auch von den trendsetzenden Aktienindizes an der Wall Street bestätigt. Sie schätzen das Abwärtsrisiko für den Dax auf 1.800 Punkte.

Christian Schmidt, technischer Analyst im Research der Helaba

"Anlass, sich um die Verfassung der Märkte Sorgen zu machen, gab es zuletzt zuhauf", meint Christian Schmidt. Auch der Helaba-Analyst verweist auf den Handelsstreit zwischen den USA und China, die Staatsverschuldung Italiens und vor allem auf die steigenden Zinsen. Für die Verluste an der Wall Street am Mittwoch habe man den US-Präsidenten Donald Trump als Schuldigen ausgemacht nach dessen Aussage, die US-Notenbank sei "verrückt geworden".

Donald Trump

"Dieser Finanzkollaps ist nicht nur ein leichter Schnupfen, er legt die Vermutung nahe, dass der jüngste Nieser vom US-Kapitalmarkt sich zu einer globalen Epidemie an den Märkten entwickeln könnte", sagt Stephen Innes, Analyst des Finanzdienstleisters Oanda. Trump habe mit seinen Äußerungen die Unruhe an den Finanzmärkten verstärkt.

"Und dann gibt es da noch die Inflation, das eigentlich brandgefährliche Thema. Dem Markt und US-Präsident Trump ist die Fed zu schnell unterwegs mit ihren Zinsanhebungen. Wenn jetzt allerdings noch Inflation dazu käme, müsste die Fed die Zinsen noch schneller anheben", bemerkt Börsenkenner Jochen Stanzl von CMC Markets. Inflationsängste seien der Grund gewesen, warum die Wall Street im Januar eingebrochen sei. Nun sei das Thema zurück auf der Tagesordnung, so Stanzl.

Marcel Müller

"Wir gehen von einer weiter erhöhten Volatilität an den Aktienmärkten aus, einen Crash erwarten wir nicht", schreibt Marcel Müller, Leiter des Portfoliomanagements bei HQ Trust. Für einen starken Kursrückgang seien die konjunkturelle Situation und die aktuellen Ergebnisse der Unternehmen noch zu gut. Er verweist derweil auf die attraktivere Bewertung der Aktienmärkte, was von langfristig orientierten Marktteilnehmern als Einstiegsmöglichkeit genutzt werden könnte: "Es gab seit dem Jahr 2015 immer wieder kleinere Rücksetzer, die sich im Nachhinein als attraktive Einstiegszeitpunkte herauskristallisiert haben.“

Verzweifelter Trader vor Monitoren mit fallenden Kursen

"Ein verrückter Tag an den gestrigen Märkten scheint sich fortzusetzen, da die Aktien heute weiter verkauft werden", schreibt Neil Wilson, Analyst für markets.com. Bis zum Handelsschluss erwarte er weitere deutliche Rückgänge bei den europäischen Indizes, sofern sich die Risikofreudigkeit nicht merklich umkehrt. Als Gründe nennt der Analyst unter anderem steigende Anleiherenditen, die Sorge vor Verschlimmerung der Spannungen zwischen China und den USA und den anhaltenden Streit zwischen Rom und Brüssel.

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