Sparbuch

Geldanlage-Studie Anleger bleiben sich trotz Corona treu

Stand: 07.07.2020, 11:36 Uhr

Wie sind die deutschen Anleger bisher durch die Corona-Krise gekommen? Und was bereitet ihnen die größten Sorgen? Das hat eine aktuelle Studie untersucht.

Die Politik ist gerade dabei, die deutsche und europäische Wirtschaft mit Konjunkturpaketen in Milliardenhöhe zu stützen, schnell und entschlossen. In einer repräsentativen Umfrage des Flossbach von Storch Research Institute zeigt sich die Mehrheit der befragten Anleger, 65 Prozent, jedoch besorgt. So werden die Hilfsprogramme der EU als übermäßige Belastung für den Steuerzahler gesehen. Neben dem Risiko, sich selbst mit Covid-19 zu infizieren, machen sich momentan viele Befragte Sorgen um gesellschaftliche und politische Verwerfungen aufgrund der Maßnahmen gegen Corona. So überschattet Corona auch die Sorgen um die Auswirkungen des Klimawandels.

Interessant ist, dass sich die Anleger mehrheitlich unbeeindruckt von der Krise zeigen, wenn es um die eigene wirtschaftliche Situation geht. In der Umfrage geben 70 Prozent der Teilnehmer an, dass sich ihre private Einkommenssituation in den vergangenen Monaten nicht verändert hat. Um ihre finanzielle Zukunft machen sich die Menschen ebenso wenig Sorgen wie um ihren Arbeitsplatz. Nur etwa 16 Prozent befürchten, dass ihr Arbeitsplatz unsicherer geworden ist.

Anleger unverändert konservativ

Deutschland ist ein Land der Sparer, daran ändert auch Corona nichts. Rund 20 Prozent wollen aufgrund der Erfahrungen aus den vergangenen Monaten sogar mehr sparen, für die Mehrheit der Befragten aber (60 Prozent) hat die Krise keinen Einfluss auf ihr Anlageverhalten. Wenig geändert hat sich auch bei der Wahl der Geldanlage. 35 Prozent der Deutschen setzen auf das gute alte Sparbuch, Girokonto oder Festgeld, weitere 20 Prozent auf festverzinsliche Wertpapiere und Lebensversicherungen. Knapp 20 Prozent können sich vorstellen, auch langfristig in Aktien zu investieren. Doch jeder Vierte gibt an, nicht zu wissen, was er mit seinem Geld machen soll.

Die Furcht vor einer höheren Inflation treibt die Menschen um, auch wenn sie auf konservative Anlageformen setzen. Die Hälfte der befragten Anleger sehen die Inflation als größtes Risiko in der Geldanlage. Etwa 45 Prozent der Umfrage-Teilnehmer gehen in den nächsten Jahren zudem von einer höheren Inflationsrate als zwei Prozent aus. 34 Prozent prognostizieren einen leichten Anstieg wie in den vergangenen Jahren um null bis zwei Prozent.

Auch wenn viele Anleger unversehrt durch die Krise gekommen sind und die Kursrally der deutschen und amerikanischen Aktienmärkte verfolgen - den meisten ist trotzdem bewusst, dass die Dynamik, die durch die Pandemie entfaltet wurde, größere Veränderungen in den kommenden Jahren nach sich zieht: Gesellschaftlich und wirtschaftspolitisch.

cr