Blick auf die Daxtafel durch ein Fernrohr

Schlechte Dax-Prognosen Analysten lagen 2017 voll daneben

Stand: 29.12.2017, 14:07 Uhr

"Prognosen sind immer dann schwierig, wenn sie die Zukunft betreffen." Diese bittere Erfahrung mussten in diesem Jahr die Aktienstrategen der Banken machen. Sie schätzten die Entwicklung von Dax, Dow & Co völlig falsch ein.

Die Börsen-Auguren waren bei ihren Ausblicken für 2017 viel zu vorsichtig. Sie trauten im Durchschnitt dem Dax nur einen mickrigen Anstieg um zwei Prozent auf 11.800 Punkte zu. Welch ein Irrtum! Tatsächlich kletterte der deutsche Leitindex um 12,5 Prozent nach oben auf 12.917,64 Zähler. Die Analysten der Banken verschätzten sich also um gut zehn Prozentpunkte.

Dax 13.000 hatte niemand auf der Rechnung

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum Intraday
Kurs
12.430,88
Differenz relativ
+0,85%

Nicht einmal der kühnste Optimist hatte vorhergesagt, dass der Dax die 13.000 Punkte überwindet. Am nächsten kamen noch BNP Paribas und JPMorgan mit ihren Prognosen von 12.300 Zählern. Die Helaba, die BayernLB, die DZ Bank, M.M. Warburg, Postbank, die Société Générale und die UniCredit sahen den deutschen Leitindex bei 12.000 Zählern bis Ende 2017.

Wer seine Anlagestrategie nach der Prognose der ING Diba ausrichtete, dürfte sich besonders geärgert haben. Deren Auguren waren extrem pessimistisch und rechneten mit einem Rückgang des Dax auf 10.400 Punkte.

Dow-Rally nicht vorhergesagt

Dow Jones: Kursverlauf am Börsenplatz Dow Jones Indizes für den Zeitraum Intraday
Kurs
26.743,50
Differenz relativ
+0,32%

Bei den Prognosen für die Wall Street lagen die Experten noch stärker daneben. Anstatt der von ihnen prophezeiten 20.100 Punkte zog der Dow auf fast 25.000 Zähler an.

Euro in US-Dollar: Kursverlauf am Börsenplatz Forex vwd für den Zeitraum Intraday
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1,1749
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-0,24%

Auch bei den Wechselkurs-Vorhersagen irrten die meisten Analysten. Sie hatten mehrheitlich auf einen schwächeren Euro gesetzt. Die Analysten der Deutschen Bank prophezeiten gar die Parität des Euro zum Dollar. Tatsächlich erlebte die europäische Gemeinschaftswährung ein beeindruckendes Comeback. Sie stieg von 1,05 auf über 1,19 Dollar.

Börsen-Auguren irren meist

Die Fehleinschätzungen haben Tradition: In der Vergangenheit lagen die Börsenprofis mit ihren Prognosen meist daneben. In 13 der letzten 20 Jahre betrug laut der Sutor-Bank der Abstand zwischen Prognose und tatsächlichem Ergebnis mehr als zehn Prozentpunkte. 2001, 2002, 2008 und 2013 irrten sich die Aktienstrategen besonders. Vielleicht wären letztlich Roboter doch die besseren Börsen-Auguren…

nb