Geschäftsmann bedient einen Mediascreen

Kosten fressen Rendite Aktien kaufen, aber günstig

Stand: 16.11.2018, 15:57 Uhr

Wer sich als Anleger am Aktienmarkt tummelt, muss bei Kauf und Verkauf gleich mehrere potenzielle Kostenblöcke berücksichtigen. Die Wahl des Brokers, aber auch des Börsenplatzes kann sich dabei empfindlich auswirken.

Die Zeiten, in denen man bei der Sparkasse oder Volksbank seines Vertrauens recht pauschal mit einem Prozent Gebühren beim Kauf seines Daimler- oder BASF-Aktie rechnen musste, sind leider noch nicht vorbei. Eine 5.000-Euro-Order kostet auch im Jahr 2018 in so mancher Filiale noch 50 Euro plus X.

Die Zahl der Aktienfans, die am Schalter ihre Order aufgeben, sinkt freilich immer weiter. Auch über die Online-Portale der großen Filialbanken geht der Aktienkauf deutlich günstiger. Reine Online-Broker wie Comdirect, Consorsbank oder die Onvista Bank liefern sich seit Jahren einen kleinen Preiswettbewerb, der Kunden tendenziell hilft, die Kosten im Zaum zu halten.

Billigheimer entern den Markt

Daneben mischen einige "Preisbrecher" aus dem Ausland auf dem deutschen Markt mit. Die niederländische DeGiro etwa unterbietet mit ihren Transaktionsgebühren selbst die deutschen "Billigheimer" noch einmal deutlich. Der US-Konzern Interactive Brokers bietet den Handel mit US-Papieren konkurrenzlos günstig an. Und die Social-Trading-App BUX will den Aktienhandel ab dem kommenden Jahr sogar ganz ohne Provision ermöglichen.

Beratung oder Discounter

Für Anleger sollte die Wahl des Brokers oder der Broker im Vordergrund beim kostenbewussten Aktienkauf stehen. Aber diese Wahl sollte auch zum eigenen Handelsstil und nicht zuletzt der Ordergröße passen. Wer häufig mit kleinen Beträgen handelt, muss dabei anders vorgehen, als wer selten eher größere Beträge in Aktien investiert. Wer ein Faible für Auslandsaktien hat, sollte nicht nur bei der Brokerwahl, sondern auch bei der des Börsenplatzes genau aufpassen. Und wer regelmäßig die Dienste eines Beraters in Anspruch nehmen möchte, ist vielleicht bei einer Großbank doch besser aufgehoben als bei einem "Discounter" ohne Beratung.

Tiefer Blick ins Preisverzeichnis

Günstig handelt oft, wer Neukundenangebote bei vielen Banken und Brokern nutzt. Zumeist wird hier eine bestimmte Orderzahl oder auch ein Betrag an Ordergebühren subventioniert. Sind diese Vergünstigungen aber aufgebraucht, herrscht der übliche Kostensatz. Und auch der sollte genau überprüft werden. Das Preis-Leistungs-Verzeichnis weist die Kosten im Detail aus - übrigens werden auch diese Verzeichnisse in regelmäßigen Abständen überarbeitet. Ein Broker, der heute günstig ist, muss dies nicht im kommenden Jahr auch noch sein.

Die Hauptbelastung beim Aktienkauf steckt in der so genannten Transaktionsgebühr, hier haben die Anbieter ganz verschiedene Modelle entwickelt, um den Anleger zu Kasse zu bitten (s. unsere Übersicht: Renditefresser unter Kontrolle). Lästig kann aber auch eine jährliche oder monatliche Depotgebühr werden, die sich zum Teil sogar nach dem Wert des Aktienbestandes richtet.

Lästige Nebenkosten

Sonderkosten wie die Aufgabe einer Order an einer Auslandsbörse oder per Telefon können die Gebühr beim Kauf oder Verkauf deutlich in die Höhe treiben. Zum Teil werden auch Orderzusätze wie "Limit" oder "Stop Loss" noch mit Gebühren belegt.

Überaus lästig und kostspielig können Teilausführungen beim Aktienkauf werden, hier fallen dann die mehrfachen Transaktionskosten an. Kleiner fallen die Unterschiede bei den Börsenplatz-Gebühren aus, sie werden in der Regel vom Broker eins zu eins an die Kunden weitergegeben. Wer regelmäßig in Aktien investieren will, muss sich mit Gebühren des Aktiensparplans auseinandersetzen. Sie können prozentual zum Ordervolumen erheblich sein.

Und nicht zuletzt kann auch der Spread (Differenz zwischen An- und Verkaufspreis) erheblich schwanken und mehr oder weniger Kosten verursachen. Hier entscheidet vor allem die Tageszeit, aber auch die Wahl des Börsenplatzes.

AB

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Renditefresser unter Kontrolle Überblick

Bankschließfächer mit Gittern davor

Depotgebühren
Früher durchaus üblich, sind die Gebühren für das Verwalten der Aktienbestände im eigenen Depot eher ein Auslaufmodell. Direktbroker wie Comdirect, Consorsbank, Onvista Bank oder IND Diba bieten seit Jahren gebührenfreie Depots an. Bei einigen Banken zahlt der Kunde sie weiterhin. Dabei gibt es prinzipiell die Monats- oder Jahrespauschale, in wenigen Fällen wird noch ein Prozent- beziehungsweise Promillesatz des Wertes des Aktienbestandes veranschlagt. Hier hilft - vor allem bei größeren Depots - nur der Wechsel zu einem anderen Anbieter.