Deutsche Bank-Türme

Kapitalmarktausblick der Deutschen Bank Aktien gut und günstig wie selten

Stand: 28.11.2018, 13:25 Uhr

Dass der Dax in diesem Jahr zweistellig einbrechen würde, hatten nur wenige Experten vorausgesehen. Doch weil die Anleger Orientierung wollen, gibt's auch jetzt wieder Prognosen. Und die sehen aus Sicht der Deutschen Bank sogar ganz erfreulich aus.

Zwar werde sich die konjunkturelle Dynamik im kommenden Jahr abschwächen, auch die geopolitischen Risiken dürften bestehen bleiben. Dennoch erwarten die Experten der Deutschen Bank, dass der Dax seine derzeitige Korrekturphase überwindet und am Ende des Jahres 2019 auf 12.300 Punkte steigen könnte - vorausgesetzt, keines der derzeitigen geopolitischen Risiken wie der Brexit, die Verschuldung Italiens und der Handelskonflikt China/USA eskaliert.

Gleichzeitig gehen Ulrich Stephan, Chefanlagestratege der Deutschen Bank für Privat- und Firmenkunden und Stefan Schneider, Chefvolkswirt für Deutschland, davon aus, dass Deutschland keineswegs in eine Rezession schlittert, sondern sich das Wachstum 2019 lediglich etwas abschwächt, auf 1,3 Prozent, nach 1,6 Prozent in diesem Jahr.

Dax

Dax: Kursverlauf am Börsenplatz Xetra für den Zeitraum 1 Jahr
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Nasdaq 100: Kursverlauf am Börsenplatz NASDAQ Indizes für den Zeitraum 1 Jahr
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Gewinne der Unternehmen legen weiter zu

Insgesamt dürfte die Wirtschaft in der Eurozone im kommenden Jahr um 1,7 Prozent zulegen. Damit werden sich auch die Gewinnerwartungen der Unternehmen verbessern. So erwarten die beiden Experten, dass die im Eurostoxx 600 enthaltenen Unternehmen im kommenden Jahr 8,7 Prozent mehr verdienen werden. Das ist deutlich mehr als der Durchschnitt der vergangenen fünf Jahre, als der Gewinn jährlich nur um 2,8 Prozent zulegte.

Für die 30 im Dax enthaltenen Firmen erwarten die beiden Experten gar eine Gewinnsteigerung um durchschnittlich zehn Prozent im kommenden Jahr. Hinzu kämen anhaltend hohe Dividendenausschüttungen, die bei der Berechnung des Dax als Performance-Index eine wichtige Rolle spielen.

Stefan Schneider Deutsche Bank

Stefan Schneider Deutsche Bank. | Quelle: Unternehmen

Dr. Ulrich Stephan

Dr. Ulrich Stephan. | Bildquelle: Deutsche Bank

Anleihemarkt keine Alternative

Wachstumstreiber am Aktienmarkt dürften auch im kommenden Jahr die amerikanischen Unternehmen bleiben. Hier erwarten Stephan und Schneider ein Gewinnwachstum von knapp zehn Prozent. auch die asiatischen Firmen dürften ihre Gewinne im kommenden Jahr überdurchschnittlich, um 9,5 Prozent, steigern.

Was weiterhin für Aktien spricht: Die Renditen auf dem deutschen Anleihemarkt sind immer noch negativ, weil die Inflationsrate mit zuletzt 2,5 Prozent höher ist als die Verzinsung durch Bundesanleihen. Daran dürfte sich auch im kommenden Jahr nichts ändern.

Deutsche Bank-Prognosen für das Jahresende 2019

Deutsche Bank-Prognosen für das Jahresende 2019. | Bildquelle: Deutsche Bank, Grafik: boerse.ARD.de

Niedriges KGV

Zudem seien viele Aktien derzeit so günstig zu haben, dass man sich schon fragen müsse, ob die Korrektur der letzten Monate - der Dax hat seit Jahresbeginn 13 Prozent eingebüßt - nicht schon Einstiegskurse seien, so Stephan. Tatsächlich liegt das KGV für europäische Aktien (Stoxx 600) derzeit bei 12,7 und damit deutlich unter dem Mittel von 14,6 der letzten fünf Jahre.

Allerdings sind die Prognosen - wie das so ist bei Zukunftsaussichten - erheblichen Unsicherheiten ausgesetzt. "In Europa begleiten uns weiterhin der Haushaltskonflikt mit Italien und die Sorgen vor einem ungeregelten Brexit“, sagte Stefan Schneider. Bevor die Tinte unter einem Austrittsvertrag zwischen Großbritannien und der Europäischen Union nicht trocken sei, werde es kaum zu einer nachhaltigen Entspannung kommen.

Vielleicht kommt alles ganz anders

Zudem bedrohe die hohe Verschuldung Italiens das Rating des Landes und damit die Stabilität der gesamten Eurozone. Hinzu komme der globale Handelsstreit zwischen den USA und China. Dabei bestehe allerdings die Hoffnung, dass es bei einem geplanten Treffen an diesem Donnerstag vor dem G-20-Gipfel in Buenos Aires zu einer Annäherung zwischen Donald Trump und dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping kommen könnte. Eine Eskalation dieser Konflikte und ein damit einhergehender globaler Konjunkturrückgang sei aber nicht zu erwarten.

Natürlich kann nicht ausgeschlossen werden, dass alles ganz anders kommt. So hatten Stephan und Schneider im vergangenen Jahr wegen der "bombastischen" Stimmungsindikatoren aus der Wirtschaft einen Anstieg des Dax bis Ende diesen Jahres auf 14.100 Punkte vorhergesagt. Derzeit notiert der Leitindex gut 3.000 Punkte darunter...

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Die Skandale der Deutschen Bank Galerie: Von Peanuts, Fettnäpfen und dubiosen Deals

Hilmar Kopper 1994 auf der

"Peanuts" - schlappe 50 Millionen Mark
Der Ausspruch ist fast schon legendär:. "Wir reden hier eigentlich von Peanuts." Das Zitat stammt vom damaligen Deutsche Bank-Chef Hilmar Kopper. Als der Immobilienunternehmer Jürgen Schneider pleite ging, gab es offene Handwerkerrechnungen in Höhe von 50 Millionen Mark , die die Deutsche Bank bezahlten wolle. Die Summe sei kein Problem für seine Bank. Im Prinzip richtig, für seine Bank waren es Peanuts im Vergleich zu den fünf Milliarden, die seine Bank durch den Betrug verloren hatte. Doch nicht nur für die Handwerker, die wegen solcher „Kleinigkeiten“ ihren Betrieb schließen mussten, war das daneben.
Für das Ansehen der Bank keine Glanzleistung. „Peanuts“ wurde 1994 zum „Unwort des Jahres gewählt."

lg