Rätselnder Mann und Frau vor Dax-Kurve

Studie zeigt fatale Anlagekultur Aktie als "unkontrollierbares Risiko"

Stand: 29.01.2019, 15:23 Uhr

Als "verlorene Börsen-Generation" sieht eine aktuelle Studie des Versicherungskonzerns AXA die heute 50- bis 64-Jährigen. Die so genannten "Baby Boomer" haben ein grundsätzliches negatives Bild von der Aktie - mit fatalen Folgen.

"Keine andere Altersgruppe in Deutschland hat dabei ein grundsätzlich so negatives Bild von den Kapitalmärkten wie die 'Babyboom'-Jahrgänge, also die heute 50- bis 64-Jährigen", heißt es in der Studie. Für 61 Prozent dieser nächsten Rentner-Generation bedeuten danach Geldanlagen an der Börse "unkontrollierbare Risiken". 39 Prozent lehnen Anlagen an der Börse sogar "aus Prinzip ab". Und für 65 Prozent ist die Börse "nur etwas für Experten".

Skepsis plus Unwissen

Ein Schlag ins Gesicht der Aktienkultur in Deutschland, denn die Generation der Baby Boomer, also der geburtenstärksten Jahrgänge hierzulande haben naturgemäß einiges an Vermögen angehäuft und stehen gleichzeitig unter großem Druck, privat für ihr Alter vorzusorgen. Genau dabei hapert es aber angesichts der Einstellung gegenüber den potenziell renditeträchtigeren Aktien. Nur ein Viertel von ihnen hält Aktien oder Aktienfonds für die beste Anlage zum Vermögensaufbau.

Die Aversion gegenüber den Dividendenpapieren ist - wie dies auch andere Studien zeigen - gepaart mit wenig Wissen über den Finanzmarkt. Mehr als die Hälfte der Baby Boomer kann überhaupt eine Aussage dazu machen, welche Rendite sie bei einer Geldanlage über fünf Jahr erwarten. Auch zu Fragen wie etwa zur aktuellen Inflationsrate herrscht bei dieser Generation, wie bei allen Altersgruppen der Deutschen, überwiegend Rätselraten.

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Die "ideale" Anlagedauer für Engagements im Aktienmarkt zeigt zudem, wie diese Anlageform grundsätzlich beurteilt wird. Die Deutschen geben im Schnitt 28 Monate als sinnvollsten Zeitraum an. Nur zwölf Prozent der erwachsenen Bevölkerung halten einen Zeitraum von "mehr als zehn Jahren" für den besten, um Vermögen mit Aktien aufzubauen.

"Die Deutschen haben ein gespaltenes Verhältnis zur Geldanlage am Kapitalmarkt", so Thilo Schumacher, Vorstand bei AXA Konzern AG. "Kurzfristig an der Börse zu spekulieren, wird als interessant empfunden. Gerade aber für die angehende nächste Rentner-Generation sind langfristige Anlagen am Kapitalmarkt entscheidend, damit sie im Ruhestand – neben der gesetzlichen Rente – auskömmliche Einkünfte haben."

Für den Themenfokus "Anlageverhalten der Deutschen 2018/2019" wurden insgesamt 2.083 Online-Interviews geführt. Befragt wurde die Wohnbevölkerung repräsentativ in allen 16 Bundesländern nach Alter und Geschlecht. Die Befragung wurde im Oktober 2018 in Zusammenarbeit mit dem Marktforschungsinstitut YouGov durchgeführt und anschließend ausgewertet.

AB