Friedhof mit Grabkreuz und Fledermäusen

Verkaufssignal für den Dax Wer hat Angst vorm "Todeskreuz"?

von von Angela Göpfert

Stand: 20.03.2018, 14:05 Uhr

Auch das noch! Im Dax hat sich ein "Todeskreuz" gebildet. Wie sehr müssen Anleger dieses technische Verkaufssignal fürchten?

Ein Todeskreuz ist dadurch gekennzeichnet, dass der gleitende Durchschnitt der vergangenen 50 Handelstage die 200-Tage-Linie von oben schneidet.

Diese Formation gilt in der für ihre mitunter drastischen Begriffe – man denke nur an das "Hindenburg"-Omen – berüchtigten Technischen Analyse als klares mittelfristiges Verkaufssignal.

The trend is your friend

Im umgekehrten Fall, wenn also die 50-Tage-Linie die 200-Tage-Linie von unten nach oben durchkreuzt, wird ein Kaufsignal generiert, das Experten "Goldenes Kreuz" nennen.

Dax

Dax. | Grafik: boerse.ARD.de

Die Idee dahinter ist ganz simpel. Anleger sollten sich auf die Seite des herrschenden Trends schlagen getreu dem Urmotto der technischen Analyse: "The trend is your friend." Und der kürzere gleitende Durchschnitt (GD 50) reagiert eben deutlich sensibler auf Trendänderungen als der trägere, längerfristige Durchschnitt (GD 200).

Fehlsignale möglich

Blickt man auf die Statistik, so haben Goldene Kreuze für den Dax, aber auch den S&P 500 zumeist sehr gut funktioniert. Todeskreuze sind dagegen mit etwas Vorsicht zu genießen.

In der Vergangenheit hat es immer wieder mal Fehlsignale gegeben. So trat etwa im Sommer 2012 ein Todeskreuz auf, das aber kurze Zeit später wieder durch ein Kaufsignal konterkariert wurde.

2008: Crash nach Todeskreuz

Andererseits wurden Anleger, die den Signalen des Todeskreuzes folgten, in einer Vielzahl von Fällen vor heftigen Kursverlusten bewahrt. So notierte der Dax im Januar 2008, als die 50-Tages-Linie die 200-Tage-Linie kreuzte, bei rund 7.000 Punkten. Im Anschluss stürzten die 30 deutschen Standardwerte bis auf 3.589 Punkte ab.

Das letzte Todeskreuz datiert vom September 2015, damals notierte der Dax bei rund 10.300 Punkten. Es folgte eine kurze knackige Korrektur, in dessen Zuge der deutsche Leitindex bis auf 9.325 Punkte zurückfiel.

Hoffnungsschimmer von der Wall Street

Vor diesem Hintergrund sollten Anleger das aktuelle Todeskreuz im Dax durchaus ernst nehmen. Beruhigend ist aber, dass die großen US-Indizes bislang kein solches Verkaufssignal produziert haben. Sowohl der Dow Jones Index als auch der marktbreite S&P 500 und der technologielastige Nasdaq 100 sind von einem Todeskreuz weit entfernt.